Vettel & Bottas - GP Frankreich 2018 sutton-images.com
Esteban Ocon - GP Frankreich 2018
Ocon, Grosjean & Gasly - GP Frankreich 2018
Renault - GP Frankreich 2018
Renault - GP Frankreich 2018
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Schmidts F1-Blog

Schon wieder zu viele Strafen

Rennfahrerkollegen und Kritiker regen sich darüber auf, dass Sebastian Vettel für seinen Startcrash eine zu geringe Strafe bekommen hat. F1-Experte Michael Schmidt regt sich darüber auf, dass es überhaupt eine Strafe gab.

Es ist noch nicht so lange her, da haben wir uns über die Strafwut der Sportkommissare aufgeregt. Lasst das Rennen laufen, haben wir gefordert. Strafen sollten nur bei schweren Vergehen zum Einsatz kommen. So wie 2010 in Ungarn, als Michael Schumacher versucht hat Rubens Barrichello in die Boxenmauer zu drängen. Das hätte auch in einem bösen Unfall enden können.

War der Startunfall von Paul Ricard ein schweres Vergehen? Ich sage: Das war ein Allerweltsunfall, wie er in der Formel 1 schon 1.000 Mal vorgekommen ist und wahrscheinlich 950 Mal ungestraft durchgegangen ist, bis die FIA anfing den Friedensrichter zu spielen.

Okay, Sebastian Vettel hat das Rennen von Valtteri Bottas zerstört. Sein eigenes übrigens auch. Aber, ob er am Ende vor Bottas oder hinter ihm ins Ziel kommt, ob ihn die Strafe wirklich bestraft oder nicht, das kann für das Strafmaß kein Maßstab sein. Die Sportkommissare können zum Zeitpunkt der Urteilsfindung nicht wissen, wie das Rennen ausgeht. Sie können auch nicht bis zum Rennende warten, weil dann das Ergebnis korrigiert werden müsste. Das will auch keiner.

Mildernde Umstände bei Startunfällen

Valtteri Bottas - GP Frankreich 2018
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Startunfälle müssen ohnehin gesondert bewertet werden. Im Getümmel der ersten Runde kann man sich schon mal verschätzen. Auch ein vierfacher Weltmeister. Wenn er immer seinen Platz freiwillig hergäbe, wäre er nie Weltmeister geworden.

Das soll die Aktion von Vettel nicht beschönigen. Es war ein Fehler. Eine Fehleinschätzung, die einem Fahrer seiner Klasse nicht passieren sollte. Aber es war keine Fahrlässigkeit, kein Harakiri-Manöver ohne Aussicht auf Erfolg. Lewis Hamilton forderte eine härtere Strafe für Vettel. Aber was wäre damit gewonnen? Selbst bei einer 10-Sekunden-Strafe wäre Vettel als Fünfter und vor Bottas ins Ziel gekommen.

Eine Durchfahrtstrafe vielleicht? Dann hätte man Pierre Gasly vom nächsten Rennen ausschließen müssen, wenn man im Verhältnis bleiben will. Der Toro Rosso-Pilot hat Esteban Ocons Rennen komplett zerstört. Bottas kam wenigstens noch in den Punkterängen ins Ziel.

Übrigens, auch Romain Grosjean bekam 5 Sekunden aufgebrummt, weil er auf der Anfahrt zur ersten Kurve Ocon ins Auto gefahren ist. Der Force India war mindestens so beschädigt wie der Mercedes von Bottas. Warum hat keiner für Grosjean eine härtere Strafe gefordert.

Zu viel Eingriff der FIA-Kommissare

Sebastian Vettel - GP Frankreich 2018
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Beim zweiten Boxenstopp mussten die Mechaniker 5 Sekunden warten.

Ich finde, jetzt sollten sich alle mal wieder beruhigen. Vor allem die Sportkommissare. Sie greifen mir schon wieder zu viel in das Rennen ein. Das hätte ich auch gesagt, wenn Bottas sich verbremst hätte und Vettel ins Auto gefahren wäre.

Nur ein kleines Beispiel für die Aufgeregtheit und Regulierungswut unserer Zeit. Sie werden sich bestimmt an den Start zum GP Frankreich 1989 in Paul Ricard erinnern. Da hat Mauricio Gugelmin komplett den Bremspunkt verpennt, ist an Thierry Boutsens Williams aufgestiegen und auf dem Heckflügel von Nigel Mansells Ferrari gelandet.

Es hätte auch Mansells Kopf sein können. Mansell musste beim Re-Start aus der Boxengasse losfahren. Auch sein Rennen war zerstört. Hat damals irgendeiner eine Strafe für Gugelmin gefordert? Sie werden mir zustimmen, dass diese Szene um einiges gefährlicher war als das, was Vettel in diesem Jahr gemacht hat.

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