Sergio Perez - GP Österreich 2021 xpb
Sergio Perez - Charles Leclerc - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Lando Norris - McLaren - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen 56 Bilder

Schmidts F1-Blog: Mehr Transparenz bei Strafen!

Schmidts F1-Blog zum Thema Strafen Bitte mehr Transparenz!

Beim GP Österreich hagelte es Untersuchungen. Nicht alle Vergehen wurden bestraft. Oder es erwischte einige wenige, und der Rest kam mit einem blauen Auge davon. Ohne die Erklärung im Detail. Wer bestraft, sollte Transparenz zeigen, meint Michael Schmidt

Seit einigen Rennen hat man das Gefühl, dass bei den Fahrern Disziplinlosigkeit eingezogen ist. In Baku hat sich FIA-Rennleiter Michael Masi beschwert, dass kaum ein Fahrer doppelt geschwenkte gelbe Flaggen respektiert. Passiert ist außer ein paar mahnenden Worten beim Fahrer-Briefing nichts.

Drei Rennen später nahm in der letzten Runde des GP Österreich kaum einer den Fuß vom Gas, als Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel sich ins Aus bombten. Acht Fahrer wurden vorgeladen, nur zwei bestraft. Natürlich nur die üblichen Verdächtigungen wie Nikita Mazepin und Nicholas Latifi. Die Großen ließ man laufen.

Warum das so war, erfährt man nicht im Detail. Die einen haben laut Urteilsspruch die nötige Vorsicht walten lassen, die anderen nicht. Warum aber gab es dann einen Anfangsverdacht gegen alle? Und wo genau liegt die Grenze, wie schnell ich in dem speziellen Fall am Unfallort vorbeifahren darf?

Die FIA hat ja alle Telemetriedaten und hätte uns ruhig die Geschwindigkeiten der einzelnen Fahrer mitteilen können. Wer will, dass man Strafen versteht, muss Transparenz zeigen. Sonst entsteht der Verdacht, dass man aus Angst vor dem großen Skandal nur einige exemplarisch hingehängt hat.

Sebastian Vettel & Fernando Alonso - GP Österreich 2021
Jerry André
Warum wurde in der Qualifikation nur Sebastian Vettel bestraft?

Mehr Härte gegen Raser

Vielleicht wäre es auch gut gewesen, wenn man in diesem Fall etwas mehr Härte gezeigt hätte. Bei gelben Flaggen hört der Spaß auf. Und die Regeln sind hier eigentlich ziemlich eindeutig. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum.

Das gleiche trifft auf Sebastian Vettels Vergehen in der Qualifikation zu. Die Strafe für Vettel geht natürlich in Ordnung. Er stand Fernando Alonso im Weg, und da muss er auch den Kopf hinhalten, egal welche Umstände ihn dorthin getrieben haben.

Aber die Sportkommissare müssen eben auch die Umstände mit der gleichen Härte bewerten wie das Vergehen, das daraus entstanden ist. Vettel wurde durch zehn Kollegen in die missliche Situation gebracht, weil er sich als einziger an Michael Masis Ansage gehalten hat, nicht erst in den beiden letzten Kurven zu verlangsamen, um Platz zum Vordermann zu schaffen.

Er hat es wie befohlen schon vorher zwischen den Kurven 7 und 8 gemacht. Die Kollegen, die ihn überholten, verursachten dann angeführt von Carlos Sainz und Valtteri Bottas den Stau, an dessen Ende Vettel in die Spur von Alonso geriet. Sainz und Bottas wurden freigesprochen. Mit dem Argument, dass man ihnen keine Hauptschuld zuweisen könne.

Was soll das denn? Alle, die da überholt und sich weiter nach vorne in die Schlange gedrängelt haben, haben Herrn Masis Anweisungen missachtet. Man muss kein Atomphysiker sein, um sich auszurechnen, dass dann in den Kurven 9 und 10 genau das passiert, was man vermeiden wollte.

Sergio Perez - Charles Leclerc - GP Österreich 2021 - Speilberg - Rennen
xpb
Ohne die Strafen gegen Norris oder Perez würde wohl kaum ein Pilot mehr ein riskantes Überholmanöver auf der Außenbahn wagen.

Strafen für Kiesbett-Schubser sind okay

Wenn das okay ist, muss die Rennleitung den Verhaltenskodex auch nicht in die Event Notes schreiben. Es hieß, man habe Angst gehabt, zu viele Fahrer zurückzusetzen. Weil es ein bisschen lächerlich ausgesehen hätte, die ganze Startaufstellung umzuschreiben. Und was hätte man bei zehn untergewichtigen Autos gemacht? Auch nichts? Hier hätte man mal ein Zeichen setzen können, gegen die unsinnige Praxis der Teams bis zur allerletzten Minute auf die schnelle Trainingsrunde zu warten.

Die Strafen für Lando Norris und Sergio Perez für das Abdrängen ins Kiesbett gehen für mich in Ordnung. Man muss dem Gegner, der auf gleicher Höhe oder leicht vorne ist, außen genug Platz lassen.

Eine Wagenbreite steht in den Regeln. Das war nicht der Fall. Der Schaden für die Opfer war groß. Perez verlor gleich mehrere Plätze. Wenn das straffrei ausgeht, wird in Zukunft keiner mehr versuchen außen zu überholen. Was schade wäre. Das sind die Manöver, an die man sich später erinnert.

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