Pierre Gasly - GP Japan 2019 Motorsport Images
Sebastian Vettel - GP Japan 2019
Valtteri Bottas - GP Japan 2019
Start - GP Japan 2019
Valtteri Bottas - GP Japan 2019 23 Bilder

Schmidts F1-Blog zum Super-Sonntag

Ein Highlight am Tag reicht

Der Taifun Hagibis zwang die Formel 1 zum fünften Mal in der Geschichte, Qualifikation und Rennen auf einen Tag zu legen. Manche im GP-Zirkus fanden das gut und betrachten dieses Format als Zukunftsmodell. Michael Schmidt gehört nicht dazu.

Geübte Formel-1-Zuschauer kann ein Taifun nicht aus dem Tritt bringen. Der GP Japan war nicht der erste Grand Prix, bei dem das Wetter Regie spielte. Auch in Japan 2004 und 2010, in Australien 2013 und USA 2015 fanden Qualifikation und Rennen am gleichen Tag statt. Das brachte einige Kollegen dazu, die Frage zu stellen, ob das nicht ein Zukunftsmodell sei.

Ehrlich gesagt, da regt mich schon die Frage auf. Seid ihr noch zu retten? Genauso gut könnte man bei einer Fußball-WM Halbfinale und Finale am gleichen Tag spielen. Die Qualifikation in der Formel 1 ist ein garantierter Höhepunkt. Sie hat am TV bessere Zuwachsraten als das Rennen selbst. Und die wollt ihr dadurch entwerten, dass sie drei Stunden vor dem Rennen stattfindet? Wenn das die Regel wäre, würde bald kein Mensch mehr die Qualifikation schauen. Mir reicht ein Highlight am Tag.

Top-3-Qualifying - GP Japan 2019
Motorsport Images
Ferrari hatte kaum Zeit, seine Pole Position in Suzuka zu feiern.

Pause zur Quali-Analyse

Wenn ein Tag zwischen Qualifikation und Rennen liegt, dann haben die Medien etwas zu berichten und die Fans etwas zu diskutieren. Bei nur drei Stunden dazwischen muss ich die Startaufstellung nicht mehr analysieren. Sie ist fünf Sekunden nach dem Start völlig irrelevant.

Siehe Suzuka. Da stehen zwei Ferrari in der ersten Startreihe. Nach 100 Metern liegt ein Mercedes in Führung. Wo bleibt da die Story, dass Ferrari auf einer Mercedes-Strecke zwei Autos in die erste Startreihe bringt? Wer interessiert sich am Sonntagabend noch dafür, außer ein paar Nerds?

Es stimmt nachdenklich, dass auch manche Fahrer und Teamchefs sich mit dem Modell anfreunden können. Da frage ich mich: Denken die auch mal über den Tellerrand hinaus? Einerseits jammern die Fahrer immer, dass sie zu wenig zum Fahren kommen und die Teams, dass es zu wenig Testfahrten gibt, dann wollen sie das ganze Programm am liebsten auf zwei oder gar einen Tag eindampfen.

Ich würde den Piloten ein Drittel vom Gehalt abziehen, wenn sie einen Tag weniger arbeiten wollen. Und an die Teams ein Drittel weniger Geld ausschütten, wenn sie auf einer verkürzten Show bestehen.

Alex Albon - GP Japan 2019
Motorsport Images
Wenn die Piloten nur noch zwei Tage arbeiten, leidet die Show.

Trainingsfreitag zur Werbung nutzen

Ich habe kein Problem mit dem Freitag als Trainingstag. Er ist gut für den Spannungsbogen. Freitag ist die Ruhe für den Sturm. Am Samstag wird es zum ersten Mal ernst, aber es gibt noch keine WM-Punkte dafür. Und am Sonntag geht es ums Ganze.

Die Veranstalter sollten den Freitag als Werbung für den Sport nutzen. Lockt die Fans mit billigen Ein-Tages-Tickets auf die Tribünen. Zehn Euro für Erwachsene, Eintritt frei für Kinder. Wetten, dass die Tribünen voll sind. Und wetten, dass im nächsten Jahr viele von denen, die zum ersten Mal reinschnuppern, ein Ticket für Samstag oder Sonntag kaufen.

Wenn sich die Formel 1 Reisetage sparen will, dann sollte sie ganz woanders den Hebel ansetzen. Es gibt keinen Grund, dass die Teams schon am Montag oder Dienstag an der Rennstrecke aufschlagen. Wenn man Material und Menschen vor Ort begrenzen würde, könnte man sich locker einen Tag einsparen. Diese Tage bringen der Formel 1 gar nichts. Sie laufen in keinem TV-Sender. Die Qualifikation schon.

Motorsport Aktuell Formel Schmidt GP Brasilien 2019 Chaostage bei Ferrari

In der aktuellen Folge von „Formel Schmidt“ geht es um den GP Brasilien.

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