Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir Motorsport Images
Sergio Perez - Racing Point - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen 60 Bilder

Schmidts F1-Blog: Grosjean-Unfall & TV-Aufnahmen

Schmidts F1-Blog zu TV-Aufnahmen Eine Werbung für die Formel 1

Einige Fahrer haben sich darüber aufgeregt, dass die Unfallbilder von Romain Grosjean immer wieder im Fernsehen gezeigt wurden. Zum Glück wurden sie gezeigt, meint Michael Schmidt. Es war die beste Werbung für die Formel 1 der letzten Jahre. Sogar Kritikern wurde plötzlich klar, wie viel der Sport für die Sicherheit getan hat.

Die Unfallbilder von Romain Grosjean gingen um die Welt. Keine Zeitung oder Webseite, die ihre Berichte nicht mit den Fotos des brennenden HaasF1 von Romain Grosjean aufgemacht hätten. Kein TV-Sender, der die dramatischen Bilder vom Unfall nicht immer und immer wieder gezeigt hätte. Bei der Live-Übertragung sah man den Unfall zunächst nur kurz, als er passierte. Dann blendete die Regie auf andere Bilder. Erst als klar war, dass Grosjean mit relativ leichten Blessuren der Feuerhölle entkam, wurden der Unfall und die Bergung des Piloten gezeigt. Immer und immer wieder, von vorne, von hinten, von oben, aus diversen Cockpitkameras.

Einige Fahrer haben sich darüber aufgeregt, weil sie so in der Pause zwischen den Rennen in einer scheinbaren Endlosschleife daran erinnert wurden, was einem ihrer Kollegen passierte. Der Vorwurf wäre berechtigt gewesen, wenn sich Grosjean ernsthaft verletzt hätte oder bei dem Unfall gestorben wäre. Doch so war es durchaus legitim, das Wunder von Bahrain zu zeigen. Auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Weil es der Aufklärung dient. Weil wir daraus lernen können, es in Zukunft vielleicht noch besser zu machen. Je mehr Augen drauf schauen, umso mehr Meinungen, Ideen oder Vorschläge gibt es. Und wenn nur einer davon hilfreich ist und umgesetzt wird, hat es schon etwas genutzt. Das hat mit Sensationssucht nichts zu tun. Wer sich die Bilder nicht anschauen will, kann ja wegzappen.

Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
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Romain Grosjean zog sich bei seinem Unfall nur verhältnismäßig kleine Blessuren zu.

Positive Reaktionen auf die Formel 1

Auch bei Unfällen gilt die Chronistenpflicht. Der Zuschauer hat ein Recht darauf zu erfahren, was passiert ist. Diese Transparenz muss der Motorsport aushalten können. Wer immer nur das Gute zeigt und das Schlechte ausblendet, wird unglaubwürdig. Dabei war das, was letzten Sonntag passiert ist, nicht schlecht, sondern gut. Da hat ein Mensch einen Flugzeugabsturz mit leichten Brandwunden und einem verstauchten Knöchel überlebt. Um diese Story in seiner ganzen Dimension zu vermitteln, braucht es Bilder.

Sicher war diesmal auch eine Portion Glück dabei. Doch eben auch jede Menge Methode. Die Leute, die in den letzten 25 Jahren die Sicherheit in diesem Sport verbessert und jene, die vor Ort an der Unfallstelle geholfen haben, verdienen jede Anerkennung, und die wird umso größer, wenn die Welt sieht, was sich da abgespielt hat.

Ich habe selten so viele positive Reaktionen auf die Formel 1 wie am Montag nach dem Rennen erhalten. Jeder wollte wissen, wie ein Mensch so einen Unfall überleben kann. Radiostationen wollten wissen, wie Autos so sicher sein können und was die Serie daraus lernen kann. In allen Nachrichtensendungen wurden die Sicherheitsfeatures in der Formel 1 gelobt, auch in solchen, die unserem Sport normalerweise negativ gegenüberstehen. Ich gehe so weit zu sagen: Das war die beste Werbung für die Formel 1 der letzten Jahre. Ohne die dramatischen Bilder vom Unfall wäre das nicht möglich gewesen.

Es bleibt die Frage, wie man verfahren soll, wenn ein Unfall nicht so gut ausgeht. Natürlich kann man das Unglück dann nicht in dieser Breite zeigen. Ihn ganz zu verschweigen, wäre aber auch falsch. Was dann passiert, haben wir bei Jules Bianchi gesehen, als die Formel 1 TV-Aufnahmen unter Verschluss halten wollte. Es dauerte keine 24 Stunden, da war das erste Handy-Video schon im Netz. Mit dem Ergebnis, dass verschiedene Zeitungen davon berichteten, dass an der Unfallstelle bereits wieder die grüne Flagge geschwenkt wurde. Das sah aber nur aus der Perspektive des Videos so aus.

Tatsächlich wurde die grüne Flagge erst einen Posten später gezeigt. Das hätte man mit Aufnahmen aus einem anderen Blickwinkel im Ansatz unterbinden können. Wer die Kontrolle über das behalten will, was danach berichtet wird, muss proaktiv handeln. Nur so ist eine sachliche Aufklärung möglich.

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