Paddy Lowe & Toto Wolff - Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 17. Juni 2016 Wilhelm
Formel 1-Display - 2014
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Sauber - Technik - Bahrain Test 2 - 2014
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Schmidts F1-Blog

Einfache Lösung gegen Funkverbot-Jammerei

Das Unterhaltsamste bei der Formel 1-Premiere war der Funkverkehr zwischen Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen und ihrer Box. Gleich darauf kam Kritik auf, das Funkverbot weiter aufzuweichen. Die Lösung muss anders aussehen, meint F1-Experte Michael Schmidt in seinem Blog.

Wer hat bei den Funksprüchen von Baku nicht geschmunzelt? Lewis Hamilton hat seinem Renningenieur bei Tempo 350 ganze Aufsätze erzählt, und der konnte ihm immer nur antworten: „Sorry Lewis, wir dürfen dir nicht helfen.“

Als der Weltmeister dann drohte, einfach mal die ganze Palette an Schaltereinstellungen durchzuprobieren, kam zur Antwort: „Davon raten wir dir ab. Das könnte dein Rennen beenden.“

Kimi Räikkönen ging es in seinem Ferrari nicht besser. Der Finne musste am Ende Sprit sparen, stellte wohl ein Sparprogramm ein und fragte bei der Box nach, ob er alles richtig gemacht habe. Auch hier musste der Ingenieur bedauernd die Antwort verweigern. Am Funk bellte es zurück: „Macht ihr Scherze?“ Nein Kimi, deiner Box war es ganz ernst. Es ist verboten, den Fahrern beim Fahren zu helfen.

Funksprüche sorgen für Unterhaltung

Sind wir mal ehrlich. Die verbalen Slapstick-Einlagen haben einen Grand Prix belebt, der alle Anlagen hatte, der beste des Jahres zu werden, dann aber doch ein ziemlich eingeschlafen ist. Würden wir ohne sie noch über das Rennen am Sonntag reden?

Die direkt Betroffenen beklagten sich, dass der Fahrer in so einem Notfall von seiner Box nicht instruiert werden darf. Hamilton meinte, dass man so dem Rennen seine Spannung genommen hätte, weil er mit einem intakten Motorprogramm viel weiter nach vorne gefahren wäre. Teamchef Toto Wolff fügte hinzu, dass es in den speziellen Fällen nicht darum ging, die Fahrer fernzusteuern, sondern ihnen aus einer Notlage zu helfen.

Ich meine, das Funkverbot ist gut so wie es ist. Es sollte ein Anstoß dafür sein, den ganzen Elektronik-Kram zu vereinfachen. Keiner kann mir sagen, dass die Formel 1 auch nur einen Fan oder ihr Image als Hightech-Formel verliert, wenn es nur noch jeweils 3 Einstellungen für Motor, Getriebe oder Differential gibt.

Wozu braucht man 14 Motoreinstellungen? Weil sich die Ingenieure gegen alle Szenarien absichern wollen. Doch diese Art von Perfektion ist langweilig. Weil sie eh keiner versteht. Und die Teams sie auch geheim halten, so dass man sie erst gar nicht verstehen kann.

Komplexe Systeme vereinfachen

Die Ingenieure sollen mir nicht erzählen, dass sie ihre Antriebseinheiten nicht idiotensicher programmieren können. Eine S-Klasse hat in ihrer ganzen Komplexität sicher mehr Systeme an Bord als ein Formel 1-Auto. Muss der Fahrer deshalb in der Werkstatt anrufen, um sie zu bedienen?

Mercedes-Motorenchef Andy Cowell hat mir erzählt, dass man den komplizierten Anlass-Prozess der aktuellen Motoren auch unter einen Knopf legen könnte. Auf die Frage, warum er es nicht mache, meinte er verschmitzt: „Weil andere Dinge wichtiger sind.“

Okay, vielleicht gehen bei einer gewissen Automatisierung von Antriebsabläufen und der Absicherung vor möglichen Schäden 20 PS verloren. So what! Die 20 PS finden die Herren Ingenieure aber locker mal wieder auf einem anderen Weg.

Und wenn doch mal was kaputtgeht, was sonst heil geblieben wäre? Auch damit kann ich leben. Leute, schaut nach Le Mans. Das Toyota-Schicksal war zwar grausam, aber es hat Motorsport-Geschichte geschrieben. Das ist es, was Rennsport so einzigartig macht. In keiner anderen Sportart fällt man innerhalb einer Sekunde von einem Extrem ins andere. Der Reiz der Technik ist, dass sie auch mal kaputtgehen darf.

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