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Schmidts F1-Blog

VW in der Formel 1 mit Hindernissen

Es ist ein Dauerthema in der Formel 1. Wann steigt der VW-Konzern in die Königsklasse ein? Die BBC hat die Frage mit einem Artikel neu aufgewärmt. Der frühere Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali soll eine Machbarkeits-Studie erstellen. Bevor Audi oder Porsche in die Formel 1 einsteigen, müssen noch Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, meint Michael Schmidt.

Alle halben Jahre wieder. Das Gerücht, dass der VW-Konzern in die Formel 1 einsteigt, verfolgt uns seit ungefähr 15 Jahren. Seit die Automobilhersteller die Formel 1 für sich entdeckt haben. Fast alle haben mitgemacht. Nur VW, Audi oder Porsche nicht. Das heizt die Spekulationen an. Immer, wenn im Umfeld des Volkswagen-Konzern irgendetwas passiert, das nur entfernt auf einen Formel 1-Verbindung hindeutet, steht der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt praktisch schon vor der Tür. Bis jetzt ist nie etwas passiert.

Piëch und Ecclestone mit gegenseitiger Abneigung

Die Verpflichtung Stefano Domenicali von Audi eröffnete eine neue Runde in dem VW-in-die-Formel 1-Spiel. Dass der frühere Ferrari-Rennleiter in der Abteilung Dienstleistungen und Mobilität nicht alt wird, ist klar. Irgendwann wird Domenicali im Konzern mit Motorsport zu tun haben. Wer uns etwas anderes erzählt, macht sich lächerlich. Möglicherweise arbeitet Domenicali an einer Machbarkeitsstudie für einen Formel 1-Einstieg des Konzerns, wie jetzt von der BBC berichtet. Es wird nicht die erste im Haus sein. Bislang sind alle Pläne durchgefallen. Die Konzerntöchter fahren lieber in Le Mans und der DTM.

Ein Formel 1-Engagement scheiterte bislang immer daran, dass Ferdinand Piëch ein Veto einlegte. Die graue Eminenz der Firma will nicht in einer Serie Rennen fahren, die von Bernie Ecclestone gemanagt wird. Wobei die Hintergründe der Abneigung der beiden alten Männer nie publik wurden. Sie haben jedenfalls nichts mit den jüngsten Gerichtsprozessen von Ecclestone zu tun. Angeblich wurde Piëchs Groll gegen Ecclestone schon Mitte der 70er Jahre geboren. Damals soll Ecclestones Team Brabham mit Porsche über einen Motorenvertrag verhandelt haben. Ecclestone stellte die Bedingungen. Was auch sonst. Den schwäbischen Autobauern gefiel das nicht.

Wenn dann Porsche ...

Audi und Porsche müssen also darauf warten, bis Bernie Ecclestone das Feld räumt. Das könnte Gerüchten zufolge in den nächsten zwei Jahren passieren. Ein zweiter entscheidender Punkt ist das Reglement. Wo geht die Reise hin? Zurück zum V8 oder zum V6-Biturbo mit Standard-Kers wie Red Bull trommelt? In dem Fall wird sich der Daumen in Wolfsburg nach unten senken.

Doch auch wenn das augenblickliche Reglement mit den Entwicklungsbeschränkungen fortgeschrieben wird, kann bei Volkswagen keiner auf den Startknopf drücken. Die Regeln benachteiligen alle Motorenhersteller, die später einsteigen. Weil man im Laufe der Jahre immer weniger Möglichkeiten hat, Fehler zu korrigieren. Die FIA muss erst das Entwicklungsfenster so weit öffnen, dass die Formel 1 für Hersteller attraktiv bleibt.

Schließlich bleibt noch die Frage, wer aus der Volkswagen-Familie den Zuschlag erhält. Ich tippe auf Porsche. Weil dort alles auf ein mögliches Formel 1-Engagement ausgerichtet wurde. Die neue Fabrik, der neue Windkanal, das Personal. Porsche fährt als einziger Hersteller in Le Mans mit der Formel 1-Technik. Also zwei Elektromaschinen. Eine die sich aus kinetischer Energie speist, die andere von der Wärmeexpansion im Auspufftrakt. Einziger Unterschied ist die Zylinderzahl. Doch aus vier kann man schnell sechs machen.

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