Schmidts F1-Blog

Wer wird hier für dumm verkauft?

Martin Whitmarsh & Sergio Perez - McLaren - 2013 Foto: xpb

Sergio Perez erfährt zwei Rennen vor Saisonschluss, dass er McLaren verlassen muss. Nicht ganz die feine Art. Trotzdem lobt Perez zum Abschied McLaren, und McLaren lobt Perez. Das ist ziemlich verlogen, meint Michael Schmidt.

Das Timing hätte schlechter nicht sein können. In der Woche vor dem GP USA erfuhr Sergio Perez, dass seine Tage bei McLaren gezählt sind. Ausgerechnet vor dem Rennen, das am nächsten an seiner Heimat Mexiko liegt, steht der WM-Zwölfte ohne Vertrag für 2014 da.

Die Schonfrist für Perez bei McLaren lief mit dem GP Japan ab. Warum hat man ihm da nicht schon den blauen Brief geschickt? Was wollte McLaren in Indien und Abu Dhabi über ihn herausfinden, was sie nicht vorher schon wussten?

Perez ohne große Optionen für 2014

Je früher man seinem Fahrer reinen Wein eingeschenkt hätte, umso größer die Chancen für Perez sich anderswo umzusehen. Jetzt bleiben ihm nur noch Force India und Sauber als Landeplatz, und selbst dort sind die Chancen äußerst bescheiden.

Wir wollen hier nicht McLarens Entscheidung kritisieren. Vermutlich gab es gute Gründe, nicht an Perez festzuhalten. Und wenn es nur der ist, dass man sich die Option Fernando Alonso für jeden Zeitpunkt offenhalten will und einen Fahrer braucht, der dann sofort ins zweite Glied rückt, wenn Alonso erhältlich ist. Mit Kevin Magnussen geht das. Mit Perez vermutlich nicht.

Vielleicht hat McLaren auch erkannt, dass der ehemalige Sauber-Pilot nicht der Überflieger ist, sich im Ausgleich für ein weiteres Jahr aber ein wenig Sponsorgeld aus Mexiko erhofft. Das ist dann nicht in dem Maße gekommen, wie erhofft. Das vielleicht gar nicht kommen konnte, weil sich Perez schon von Telmex getrennt hat, bevor er überhaupt bei McLaren unterschrieb.

McLaren und Perez spielen heile Welt vor

Nein, es ist die Art und Weise, wie McLaren mit seinem Fahrer umgesprungen ist, und wie jetzt die Neuigkeit kommuniziert wird. Das ist nicht in Ordnung. Perez bedankt sich bei McLaren für die Entlassung, als hätten Sie ihm einen Gefallen damit getan. McLaren lobt Perez auf eine Art und Weise, dass man sich fragen muss, warum in aller Welt sie sich dann von ihm trennen. Das ist verlogen.

Die beiden Parteien müssen ja nicht gleich übereinander herfallen, doch ein bisschen mehr Ehrlichkeit wäre hier schon angebracht. McLaren soll sagen, warum der Vertrag von Perez nicht verlängert wird, und Perez soll sagen dürfen, was er vom Zeitpunkt der Bekanntmachung hält. Wenn beide Parteien jetzt Lobeshymnen aufeinander singen, dann halten sie uns, die Fans, einfach nur für dumm. Und das ist das Schlimmste an der Geschichte.

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