Ecclestone & Horner - GP Singapur 2014 xpb
Red Bull 2004
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Schmidts F1-Blog

Wo ist Bernie Ecclestone?

Red Bull könnte im Motorenpoker leer ausgehen. Weder Mercedes noch Ferrari wollen dem Team aus Milton Keynes Motoren geben. Früher hätte Bernie Ecclestone ein Mal das Telefon abgehoben, und das Problem wäre gelöst gewesen. Wo ist Bernie jetzt, fragt Michael Schmidt in seinem aktuellen Blog.

Ein kurzes Gespräch mit Martin Brundle und Red Bull-Teamchef Christian Horner kurz vor dem dritten Training zum GP Singapur. "Die Chance, dass Red Bull nächstes Jahr ohne Motoren dasteht, ist so groß wie noch nie", gibt Horner zu. Sein Gesichtsausdruck zeigt, dass die Lage ernst ist. Ein paar Stunden zuvor hatte Teamberater Helmut Marko noch einen Warnschuss abgefeuert: "Die Leute beginnen langsam zu merken, dass wir ernst machen. Wenn wir keinen konkurrenzfähigen Motor bekommen, sind wir weg."

Keine Unterstützung für Red Bull

Das Problem für Red Bull ist, dass sich das Mitleid im Zirkus in Grenzen hält. Gerade die kleinen Teams haben den früheren Weltmeistern nicht verziehen, dass sie sich damals gegen jede Kostensenkung gesträubt haben. Selber schuld, sagen die Konkurrenten und haben bereits die Dollarzeichen in ihren Augen. Red Bulls Geld ist ihr Geld. Wenn zwei Teams fehlen, werden deren TV- und Startgelder auf den Rest aufgeteilt.

Warum hat Red Bull bei Renault gekündigt, ohne einen Ersatz in der Hand zu haben, fragen die Kritiker. Das erinnert an die Arroganz von Fernando Alonso, der Ferrari verließ und glaubte, er bekomme überall ein Cockpit. Am Ende landete der kompletteste Fahrer der Formel 1 bei McLaren-Honda und fährt hinterher.

Ecclestone machtlos

Die Schuldfrage ist in diesem Fall zweitrangig. Es geht darum, dass sich der Sport in Frage stellt. Das Motorenformat ist gescheitert. Weil es für diesen Fall kein Auffangnetz mehr gibt. Weil die Regeln die Hersteller nicht zwingen, eine bestimmte Zahl von Teams zu beliefern. Und weil die komplexe Technologie wenigen Herstellern ein Machtinstrument in die Hand gibt, das sie jetzt gnadenlos ausspielen.

Früher hätte Bernie Ecclestone ein Mal zum Telefon gegriffen, und das Problem Red Bull wäre gelöst gewesen. Heute wählt er sich bei Mercedes und Ferrari die Finger wund. Die Chefetagen in Stuttgart und Maranello machen die Zukunft der Königsklasse unter sich aus. Und das Schicksal der Teams liegt in ihrer Hand.

Vielleicht muss sich die FIA für 2017 nicht nur eine neue Chassis-Formel ausdenken. Der Sport braucht auch einen anderen Motor. Man kann eine Effizienz-Formel auch billiger und einfacher gestalten. In einem zweiten Anlauf könnte der Verband die ganzen Fehler ausbauen, die er 2012 gemacht hat. Es ist die einzige Rettung aus einer Abhängigkeit, von der man sonst nicht mehr loskommt.

Motorsport Aktuell Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Singapur - 18. September 2015 Motorenpoker um Red Bull "Wir nehmen keine B-Spec Motoren"

Red Bull hat nach der Trennung von Renault zwei Optionen.

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