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Ferrari - GP Italien - Monza - Formel 1 - 31. August 2017
Ferrari Formel 1
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Schmidts F1-Blog zu einer möglichen Piratenserie

Hat der Krieg schon begonnen?

Alfa Romeo als Hauptsponsor zu Sauber. Maserati vielleicht bald zu HaasF1. Was soll die Expansionspolitik von Ferrari-Chef Sergio Marchionne? Es könnte darum gehen, dass Ferrari und Mercedes Verbündete brauchen, sollten sie sich von der Formel 1 lossagen. Es könnte der erste Schachzug in einem Krieg gegen die neuen Formel 1-Besitzer sein, meint Michael Schmidt.

Zuerst Alfa Romeo zu Sauber. Jetzt auch Maserati zu HaasF1? Ferrari-Chef Sergio Marchionne fährt eine aggressive Expansionspolitik. Offiziell ist Alfa Romeo Titelsponsor und Technikpartner von Sauber. Es soll Überlegungen geben, den Namen Maserati auf den HaasF1 zu platzieren. Marchionne will die Edelmarken aus dem Fiat-Konzern im Licht der Formel 1 glänzen lassen. Mehr als ein bekömmliches Trinkgeld ist von Alfa Romeo und Maserati nicht zu erwarten. Technikpartner? Reine Augenwischerei. Was bitte will Alfa Romeo technisch zum Sauber C37 von 2018 beisteuern? Der letzte Kontakt von Alfa Romeo zur Formel 1 datiert aus dem Jahr 1985. Die Mailänder Firma kann weder ein Chassis noch ein Getriebe bauen. Der wahre Technikpartner ist Ferrari. Da klebt dann höchstens das Alfa-Logo drauf. So wie TAG Heuer auf Red Bulls Renault-Motoren. Beim Motor verbietet das Reglement fremden Input. Die Antriebseinheit muss zu 100 Prozent von der Firma stammen, die sie homologiert hat. Da kann nicht ein Fremder für einen Kunden im Detail Eigenentwicklung betreiben.

Marchionne will Abhängigkeiten schaffen

Bei der Ehe zwischen Sauber und Alfa Romeo geht es um mehr. Marchionne will Abhängigkeiten schaffen. Falls sich Ferrari, Mercedes und Renault ab 2021 von der Formel 1 lossagen. Den Autokonzernen sind die Pläne von Liberty Media mit billigeren Motoren, simpleren Autos, einer Budgetdeckelung und einer gerechteren Geldverteilung suspekt. Man will weder Wettbewerbsvorteile noch Privilegien aufgeben. Und man will mitreden bei der Zukunftsplanung der Königsklasse. Mercedes, Ferrari und Renault haben bei der Präsentation des Motorkonzepts für 2021 mit scharfen Kanonen geschossen. Ferrari drohte reflexartig mit Rückzug. Übersetzt heißt das: Gründung einer Konkurrenzserie. Bernie Ecclestone streute in Brasilien Salz in die Wunde: „Ich habe gehört, dass sich die Autokonzerne so etwas überlegen.“

Alfa Romeo Sauber - 2017
Aktuell

Der Ablauf des Concorde Abkommens Ende 2020 gibt den Rebellen drei Jahre Zeit. Doch für eine eigene Meisterschaft braucht man Teams. Die Autokonzerne müssen fürchten, dass Liberty die Privatrennställe damit ködert, eine faire Ausgangsbasis für alle zu schaffen. Sogar Red Bull schwimmt auf der Welle mit. Das Salzburger Unternehmen will seine Ausgaben in der Formel 1 drastisch reduzieren. Alle anderen müssen schon aus sportlichen Gründen für die Pläne der neuen Besitzer sein. Im Moment regiert ab Platz 4 die Hoffnungslosigkeit. 59 der 60 Podiumsplätze wurden von Mercedes, Ferrari und Red Bull belegt. Der Abstand zu den drei Topteams beträgt 1,5 Sekunden. Geld kauft heute Rundenzeit. Die Werksteams haben drei Mal so viel wie ihre Mitstreiter aus dem Mittelfeld.

Das Ziel der Piraten muss es sein, Verbündete zu gewinnen. Sie können nicht allein im Kreis herumfahren. Einer muss ja verlieren. Das geht nur über finanzielle oder technische Abhängigkeiten. HaasF1 hängt technisch bereits am Tropf von Ferrari. Der US-Rennstall bezieht 70 Prozent aller Teile aus Maranello. Das US-Team könnte kurzfristig kein eigenes Auto bauen. Der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur dauert mindestens ein Jahr. Das gleiche könnte Sauber blühen, wenn man in Zukunft mehr Teile in Maranello bestellt. Beim Getriebe ist Sauber bereits abhängig. Hinwil hat seit den BMW-Zeiten die Getriebeabteilung stillgelegt. Mercedes könnte das gleiche mit Force India und Williams praktizieren. Zumal beide Teams finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Da mag das Outsourcen von Komponenten eine willkommene Einladung sein.

Liberty Media muss deshalb den Teams so früh wie möglich die Pistole auf die Brust setzen. Das könnte schon am 18. Januar passieren, wenn die Amerikaner den Teams ihre Pläne der Budgetdeckelung präsentieren. Spätestens dann müssen die Hersteller Farbe bekennen. Beim Motor haben sie sich nur warmgelaufen. Spätestens wenn es darum geht, Budgets und Personal abzubauen, wird man wissen, ob die Formel 1 in zwei Lager zerfällt.

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