Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Niederlande - 4. September 2021 Motorsport Images
Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP Niederlande - 4. September 2021
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Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Niederlande - 4. September 2021 48 Bilder

Schumacher vs. Mazepin: Haas-Duell wird schmutzig

Schumacher vs. Mazepin Haas-Duell wird schmutzig

Bei Haas flogen nach dem Zandvoort-Qualifying die Fetzen. Nikita Mazepin warf Teamkollege Mick Schumacher vor, sich nicht an die teaminternen Regeln zu halten. Doch der Deutsche ließ sich den schwarzen Peter nicht in die Schuhe schieben. Teamchef Guenther Steiner versuchte die Wogen zu glätten.

Nikita Mazepin und Mick Schumacher werden wohl nicht mehr die besten Freunde. Auf der einer Seite der Klartext-Russe, der gerne mal in der Presse auf die Pauke haut. Auf der anderen Seite der korrekte Deutsche, der auf und neben der Strecke mit allen Wassern gewaschen ist, aber die Diskussionen lieber intern führt.

In Zandvoort prallten die beiden Welten mal wieder aufeinander. Auslöser des Streits war ein Überholmanöver von Schumacher in der ersten Quali-Runde. Auf der Outlap zog der Ferrari-Junior am Schwesterauto vorbei, was bei Mazepin zu einem gepflegten Wutausbruch führte: "Wir haben klare Regeln. In Zandvoort war ich das Führungsfahrzeug, das die Pace bestimmen darf. Er hat mich überholt und mich dann aufgehalten."

Schumi konterte relativ emotionslos: "Ich hatte Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen. Ich brauchte in der Outlap ein höheres Tempo. Deshalb habe ich über Funk gefragt, ob ich vorbeifahren darf. Mir wurde gesagt, dass ich bis Kurve 3 überholen kann, wenn ich will. Das habe ich gemacht. Danach bin ich so schnell gefahren wie ich konnte. Ich wollte ihn nicht blockieren."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Niederlande - 4. September 2021
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Mick Schumacher und Nikita Mazepin starten in Zandvoort aus der letzten Startreihe.

Revanche-Foul von Schumacher?

Das Problem bestand darin, dass sich der Verkehr in der Zielkurve staute und Mazepin plötzlich im Heck des Erzrivalen steckte. Der Russe hatte das Gefühl, dass ihn Schumacher absichtlich ausbremsen wollte, damit sich die zu diesem Zeitpunkt gültige Reihenfolge im Klassement nicht mehr ändert. "Ich lag schon im ersten und dritten Training vor ihm. Er dachte vielleicht, dass die Reihenfolge so bleiben wird, wenn ich schlecht aus der letzten Kurve rauskomme", schnaubte Mazepin.

Erst im Debriefing mit den Ingenieuren wurde ihm erklärt, dass Schumacher die Erlaubnis zum Platzwechsel gegeben wurde. "Wir haben darüber diskutiert, was passiert ist. Wir haben Regeln. Aber so, wie sie interpretiert werden, funktioniert das nicht. Wir müssen uns etwas Neues ausdenken. Keiner von uns will nachgeben."

Dass Schumacher überhaupt um Erlaubnis zum Platztausch gefragt hatte, gefiel dem Heißsporn gar nicht: "Ich bin ein Russe. Ich bin sehr direkt. Aber ich halte mich an die Absprachen. Manchmal hilft es einem, manchmal läuft es gegen einen, aber wenigstens ist es verlässlich und man weiß, wo man steht. Was ich nicht mag sind Menschen, die im Kampf um Platz 19 dreiste Aktionen starten. Das zeigt ihr wahres Gesicht. Das kann ich nicht tolerieren."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
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Schumacher gibt sich gegenüber den Medien deutlich zurückhaltender als Lautsprecher Mazepin.

Verbale Giftpfeile von Mazepin

Mazepin verriet, dass die Querelen ihren Ursprung in Imola haben. Damals war es der Russe, der Schumacher im Qualifying überholt hatte. "Ich wusste da noch nichts von den Regeln. Anschließend hat die Teamführung uns gesagt, wie wir es machen müssen. Doch in Spielberg hat er dann die Regeln einfach gebrochen. Und jetzt schon wieder. Deshalb war ich so angepisst."

Teamchef Guenther Steiner wollte die Giftpfeile seiner Piloten nicht überbewerten. "Wir sind ein junges Team mit jungen Fahrern. Das wird nicht das letzte Mal sein, dass so etwas passiert. Mir ist lieber, wir haben solche Situationen jetzt, als dass sie im nächsten Jahr kommen, wenn unser Auto hoffentlich besser ist. Man muss verstehen, dass beide Fahrer aktuell nur gegeneinander und nicht gegen andere Piloten kämpfen. Da kochen die Emotionen schnell mal hoch."

Der Südtiroler will die beiden Streithähne versuchen etwas einzubremsen: "Beide wollen beweisen, dass sie besser sind als der andere. Ich wäre auch enttäuscht, wenn es nicht so wäre. Darunter leidet aber die Beziehung. Wir müssen das auf ein akzeptables Level bringen. Da gibt es aber keine magische Formel. Heute ist es nicht wie geplant gelaufen. Es waren irgendwie alle und keiner schuld."

Guenther Steiner - Haas - Formel 1 - 2021
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Teamchef Guenther Steiner muss aufpassen, dass der Streit seiner Piloten nicht eskaliert.

Vettel-Blockade ohne Strafe

Dass Mazepin öffentlich vom Leder zieht, kann der Teamchef nachvollziehen: "Es ist manchmal so, dass man seinen Frust rauslassen muss. Nikita hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Informationen. Wir haben das besprochen. Es war keine einfache Situation. Aber es steckte keine Absicht gegen ihn dahinter."

Beide Piloten mussten nach der Session auch noch bei den FIA-Kommissaren antreten. Dabei ging es aber nicht um das interne Duell. Während die beiden Haas in der Schlange mit sich selbst beschäftigt waren, rauschte von hinten Sebastian Vettel an, der sich auf einer schnellen Runde befand. Der Heppenheimer erreichte das Ende des Staus, aber weder Schumacher noch Mazepin machten den Weg frei.

"Wenn sieben Autos mit 30 km/h rollen und einer von hinten angeflogen kommt, gibt das immer Ärger", erklärte Mazepin die Situation. Obwohl Vettel klar aufgehalten wurde, verzichteten die Kommissare auf eine Strafe. Mazepin lobte den vierfachen Weltmeister: "Er hat sich bei der Untersuchung wie ein wahrer Gentleman verhalten. Er hat eher auf das generelle Problem des Bummelns zu Beginn einer Runde hingewiesen. Dafür bin ich ihm dankbar."

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