Mick Schumacher - GP Monaco 2021 xpb
Kimi Räikkönen - Mick Schumacher - GP Italien 2018 - Monza
Mick Schumacher - Haas - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Mick Schumacher - Haas - GP Sakhir 2020 - Bahrain
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Probleme für F1-Rookies: Nur Tsunoda mit Punkten

Schlechter Start für F1-Rookies Nur Tsunoda mit WM-Punkten

Der Rookie-Jahrgang 2021 startete mit großen Vorschusslorbeeren in die Saison. Doch Yuki Tsunoda, Mick Schumacher und Nikita Mazepin mussten schnell erkennen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Für das Trio setzte es schon die eine oder andere harte und teure Lektion.

Niki Lauda hat vor ein paar Jahren mal behauptet, dass moderne F1-Autos viel zu einfach zu fahren sind. Schaut man sich das Ergebnis des Monaco-Grand-Prix mal genauer an, muss man der Rennlegende wohl widersprechen. Ausgerechnet die vier jungen Piloten, die bei der letzten Hafenrundfahrt 2019 noch nicht mit dabei waren – Mick Schumacher, Nikita Mazepin, Yuki Tsunoda und Nicholas Latifi, rollten am Ende auf den hinteren Plätzen über den Zielstrich.

Wir erinnern uns noch gut an die optimistischen Worte von Schumacher vor dem Start in seine Rookie-Saison. Ein paar Punkte sollten hier und da schon drin sein. Und wenn vorne das Chaos ausbricht, warum nicht auch mal ein Podium? Mittlerweile wurde der Youngster von der Realität eingeholt. Mit seinem Haas-Renner lagen WM-Zähler in den ersten fünf Rennen stets außer Reichweite. In Monaco wurden die beiden Autos des US-Teams gleich drei Mal überrundet – von jedem anderen Fahrer mindestens ein Mal.

Für den schlechten Speed ihrer Dienstwagen können Schumacher und Teamkollege Mazepin natürlich nichts. Also ist eine Bewertung nur anhand der Fehlerquote möglich. Und da musste Teamchef Guenther Steiner schon einige kostspielige Ausrutscher an Teambesitzer Gene Haas rapportieren. Zu Beginn des Jahres fiel zunächst vor allem Mazepin negativ auf. Nach zahlreichen Drehern begannen einige Experten sogar schon die F1-Tauglichkeit des Russen anzuzweifeln. Doch seit einer kleinen Offroad-Einlage im Barcelona-Training ist nicht mehr viel passiert.

Mick Schumacher, Nikita Mazepin & Yuki Tsunoda - GP Bahrain 2021
Wilhelm
Die drei Formel-1-Rookies sind nicht optimal in die neue Saison gestartet.

Ein Ausrutscher zu viel

Dafür beginnt nun Schumacher, das Ersatzteil-Budget zu schröpfen. In Monaco machte der Youngster seinen Mechanikern gleich zwei Mal Arbeit. Im zweiten Training rutschte die deutsche Nachwuchshoffnung untersteuernd in Massenet in die Leitplanke. In der dritten Übungseinheit brach das Heck in der Casino-Kurve aus, was einen seitlichen Einschlag zur Folge hatte. "Der Schaden betrug 500.000 Euro. Alleine der neue Frontflügel waren ja schon 150.000 Euro", rechnete Steiner vor. Weil nicht genug Zeit für die Reparatur blieb, verpasste Schumi junior am Ende sogar das Qualifying und musste von ganz hinten starten.

Bis Monaco war die Welt noch in Ordnung. Schumacher hatte Kollege Mazepin locker im Griff. Und bis auf den peinlichen Imola-Ausrutscher hinter dem Safety-Car brachte er sein Auto auch stets unbeschädigt zur Box zurück. "Sein Einstand war gut. Aber das Monaco-Wochenende war ein klarer Rückschlag", befand Ex-Weltmeister und Sky-Experte Nico Rosberg. "Wenn man das erste Mal in Monaco fährt, darf man sich einen Ausrutscher erlauben. Aber zwei sind einer zu viel."

Am Ende sah es Teamchef Steiner schon als Erfolg an, dass in den 78 Rennrunden keine weiteren Schäden dazukamen. Schumacher war allerdings nicht ganz glücklich. Ein Problem mit dem Benzindruck bremste ihn zwischenzeitlich ein und brachte Teamkollege Mazepin vorbei. Die Rufe nach einem erneuten Platztausch erhörte der Kommandostand nicht. "Es war schade, dass ich meine Position nicht mehr zurückbekommen habe. Auf der anderen Seite macht es außerhalb der Punkte auch keinen Unterschied", erklärte Schumi anschließend.

Yuki Tsunoda - Alpha Tauri - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
xpb
Im Gegensatz zu den Haas-Rookies kann sich Yuki Tsunoda nicht auf schlechtes Material herausreden.

Tsunoda mit zwei Punkten

Auch Tsunoda, der dritte Rookie im Feld, konnte seine Vorschusslorbeeren noch nicht bestätigen. Nach guten Eindrücken bei den Tests in Bahrain ist die Euphorie beim Alpha-Tauri-Neuling mittlerweile verflogen. Auch Tsunoda leistete sich in Monaco einen Einschlag in die Bande, der wertvolle Trainingszeit kostete. Danach wurde er von Teamchef Franz Tost eingebremst. Trotz höherer Vorsicht hatten die Verantwortlichen zumindest auf einen Einzug in die zweite Quali-Runde gehofft. Doch am Ende wurde es nur Startplatz 16.

"Ich habe noch immer nicht das Gefühl, dass ich das Auto komplett kontrolliere", gestand der 21-Jährige zuletzt im Podcast "Beyond the Grid". "In der Formel 2 hatten wir ein Auto, das beim Einlenken instabiler war. Da hat man das Auto aber mehr gespürt. Wenn du in der Formel 1 über das Limit gehst, dann bricht sofort das Heck aus und du krachst in die Mauer. Es ist also schwer, ans Limit zu gehen."

Auf schlechtes Material kann sich der 1,59 Meter kleine Japaner nicht rausreden. Pierre Gasly schaffte es immerhin schon vier Mal in die Top 10. Tsunoda selbst holte bislang zwei WM-Punkte. Nach dem verkorksten Barcelona-Qualifying wagte es der Rookie im Team dennoch, öffentlich über die Technik zu schimpfen, was direkt einen Anschiss der Teamleitung zur Folge hatte. Tsunoda musste sich anschließend kleinlaut entschuldigen.

Um ihren Schützling besser unter Kontrolle zu haben, legten die Red-Bull-Verantwortlichen Tsunoda kürzlich nahe, aus England nach Italien in die Nähe der Alpha-Tauri-Fabrik in Faenza zu ziehen. Mit öffentlicher Kritik hielt man sich aber bisher noch zurück. Doch der Nachwuchspilot sollte sich nicht auf seinen guten Draht zu Honda verlassen. Der Vertrag mit dem Motorenlieferanten läuft bekanntlich nur noch bis Saisonende. Danach geht es nur noch nach Leistung. Tsunoda wäre nicht der erste Red-Bull-Junior mit einer kurzen F1-Karriere.

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