Schumi bleibt cool

Foto: dpa

Auch 24 Punkte Rückstand können dem Optmismus des Weltmeisters nichts anhaben. Zwar hat noch nie ein Fahrer mit einem so großen Rückstand die WM gewonnen, aber Michael Schumacher sieht eher Tabellenführer Fernando Alonso in Bedrängnis als sich selbst.

Trotz des schwächsten Saisonstarts in seiner Formel-1-Karriere bleibt Michael Schumacher gelassen. Die Weltmeisterschaft sei "entgegen der Meinung mancher Pessimisten noch lange nicht entschieden", teilte der siebenmalige Weltmeister
aus Kerpen am Montag auf seiner Internet-Homepage mit. "Sicher lief der Saisonbeginn nicht so, wie wir das uns insgeheim erhofft hatten, aber intern wissen wird, dass es
nach außen hin schlimmer wirkt als es den Tatsachen entspricht."

Mitgefühl von seinem Bruder Ralf Schumacher kann der Weltmeister nicht erwarten. "Mit dem brauchst du kein Mitleid zu haben", sagte der Toyota-Pilot aus Kerpen in einem Interview mit dem Sportmagazin "kicker". Grundsätzlich sei Michael "in einer etwas
schwierigen Situation»". Das gelte aber auch für Ferrari. Ralf Schumacher geht jedoch von einem Aufwärtstrend beim siebenmaligen Weltmeister und dessen Team beim Großen Preis von San Marino am Wochenende aus. "Wenn in Imola Auto und Reifen halten, muss man sich wohl keine Sorgen machen."

Michael Schumacher: "Nicht uneinholbar"

Michael Schumacher, der mit nur zwei Punkten nach drei Rennen abgeschlagen 14. der Fahrerwertung ist, schreckt der Riesenrückstand auf den souveränen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (26 Punkte) nicht. "24 Punkte klingen nach viel, aber sie sind mit
Sicherheit nicht uneinholbar", sagte er. Es dürfe nicht vergessen werden, dass dem spanischen Renault-Konkurrenten der Saisonverlauf bislang stark entgegen gekommen sei.

Schumacher sieht den zweifachen Saisonsieger gewaltig unter Druck. "Er muss nun bereits die Meisterschaft im Hinterkopf haben, und in bestimmten Situationen wird er abwägen müssen, ob er nicht lieber vorsichtiger zu Werke geht und im Zweikampf lieber mal zurückzieht, um sich die Punkte zu sichern", urteilte der 36 Jahre alte Rheinländer. Er dagegen habe nichts zu verlieren und könne angreifen. "Nein, der WM-Kampf ist noch lange nicht in der entscheidenden Phase", sagte Schumacher. Es würden sich noch viele Verschiebungen ergeben.

2500 Testkilometer

Schumachers Zuversicht für das Ferrari-Heimrennen am Wochenende in Imola basiert auch auf den gut verlaufenen intensiven Testfahrten. Etwa 2500 Kilometer spulte er im F2005 herunter. "Wir müssen gar nicht darum herum reden: unser Ziel ist, wieder vorn dabei zu sein, und ich denke, wir haben gute Karten", sagte der 83-malige Grand-Prix-Sieger vor dem Großen Preis von San Marino. Spaß wird der Hobby-Kicker beim Europa-Auftakt auf jeden Fall haben: Am Mittwoch tritt die Fußballmannschaft der Fahrer beim traditionellen Wohltätigkeitsspiel im Stadio Olimpico von San Marino gegen die Auswahl Campioni del Cervia an.

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