Schumi chancenlos?

Foto: dpa

Der Regen nahm Michael Schumacher nahezu alle Siegchancen. Das zweite Zeitraining ist durch die neue Additionsregel für den Weltmeister wertlos. Dennoch wirft der Vorjahres-Sieger die Flinte nicht ins Korn.

Das hatte die Formel 1-Welt noch nicht gesehen. Felipe Massa sah sich auf seiner schnellen Runde im Einzelzeitfahren von Michael Schumacher überholt, obwohl der Ferrari-Pilot erst auf der Aufwärmrunde war. Des Rätsels Lösung: Massa kämpfte sich auf Trockengummis durch die Fluten eines Gewitterschauers, Schumacher war besser besohlt.

Es nutzte nichts. Zum einen war der Regen gerade in den Minuten, in denen der Ferrari auf die Strecke ging, zu stark, zum anderen war auch Schumacher falsch bereift. Der Boxencrew blieben nach Einsetzen des Regens nur 30 Sekunden Zeit zum Reifenwechsel. Man entschied sich für Intermediates. Dass die kompette Strecke schwer unter Wasser steht, wusste das Team nicht. Zudem war Schumacher mit einer Trockenabstimmung unterwegs.

Abbruch kam einen Hauch zu spät

Mit den Bridgestone-Gummis für schweres Wetter hätte sich Schumacher immerhin noch ins Mittelfeld der Zeitenliste arbeiten können. Die Überlegenheit gegenüber den Michelin-Regen-Pneus hätte ireichen können, um den zehntplatzierten Kimi Räikkönen hinter sich zu lassen.

Wie schwer die Bedingungen waren, zeigte Takuma Sato, der mit seinem BAR schon in der Aufwärmrunde abflog. Der Unfall kam für Schumacher einen Hauch zu spät. Die Rennleitung verhängte erst nach Abschluss seiner schnellen Runde einen zeitweiligen Rennabbruch. Eine halbe Minute früher, und Schumacher hätte seinen Quali-Versuch wiederholen dürfen.

Der Champion trug das Treinings-Desaster mit Fassung: "Das Wetter hat schon so oft für mich gespielt, da muss ich auch akzeptieren, wenn es einmal anders kommt." einen Sieg vom 18. Startplatz schließt Schumacher am Sonntag (6.3.) aus, doch tragen sich die Roten mit der leisen Hoffnung, dass zumindest das Podium in Reichweite liegen könnte.

Frischer Motor im Rennen

Mit 14 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit und allein secheinhalb Sekunden Rückstand auf seinen vor ihm platzierten Bruder ist Schumacher im Abschlusstraining am Sonnntagmorgen (0 Uhr MEZ) bei Addition der Zeiten ohne Chance, sich weiter vorzuarbeiten.

Es ist damit zu rechnen, dass Ferrari zugunsten eines frischen Motors freiwillig vom letzten Startplatz ins Rennen geht. Vielleicht bleibt der Tausch des Zehnzylinders sogar ungestraft, denn auch Sato und Massa haben bei einem Motorentausch nichts zu verlieren. In diesem Fall bliebe Schumacher auf Platz 18 stehen. Normalerweise verliert ein Fahrer nach Motorwechsel in der Startaufstellung zehn Plätze.

Ein Fünkchen Hoffnung gibt es doch: Laut Wetterbericht ist nicht auszuschließen, dass auch am Sonntagmorgen Schauer über dem Albert Park niedergehen. Nur in diesem Fall könnten die Karten neu gemischt werden.

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