Schumi

Rechnung ohne den Wirt?

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Ferrari und Bridgestone glauben sich in Silverstone ganz vorn. Nach den Testfahrten in Barcelona in der vergangenen Woche ist Michael Schumacher äußerst zuversichtlich, den England-GP (11.6.) gewinnen zu können. Doch einige Parameter fehlen in der Rechnung der Roten.

Ferrari will die Niederlagen von Spanien und Monaco vergessen machen und wieder nach vorn blicken. Als "absolut offen" bezeichnet Michael Schumacher auf seiner Internetseite das Rennen um den WM-Titel. "Alles wird sich darum drehen, wer bei den Weiterentwicklungen besser vorankommt", erklärte der Ferrari-Pilot vor den letzten elf Rennen der diesjährigen WM-Saison.

Schumacher liegt zwar 21 Punkte hinter Renault-Pilot Fernando Alonso zurück, ist aber zuversichtlich, schon am kommenden Wochenende die Trendwende einleiten zu können: "Wir sind in einigen Bereichen gut voran gekommen, und ich glaube, das sollte man schon in Silverstone erkennen. Wir sollten dort gut aussehen und um den Sieg kämpfen können. Das ist mit Sicherheit unser Ziel", erklärte er.

Vier Zehntel vorn?

Der aktuelle Optimismus basiert vor allem auf den Testfahrten in Barcelona in der vergangenen Woche. An allen drei Testtagen lag ein Ferrari vorn. Der Bestzeit von Felipe Massa maßen die Beobachter am Mittwoch (31.5.) noch keine besondere Bedeutung bei, ebensowenig der Rundenrekord mit leerem Tank in 1:13,4 Minuten von Michael Schumacher am Donnerstag.

Schumacher beeindruckte die Konkurrenz allenfalls am Freitag, als er in einem Dreirunden-Turn eine Zeit in 1:14,1 Minuten hinlegte, die Renault von Giancarlo Fisichella und Heikki Kovalainen waren beide bei angeblich identischer Benzinladung vier Zehntel langsamer. Allerdings war Kovalainen einen Tag zuvor ebenfalls eine 1:14,1 gefahren. "Wir haben das Auto gut aussortieren können, Reifen für Silverstone aussortiert und generell auf den Grand Prix am kommenden Wochenende hingearbeitet. Ich muss sagen, es sah alles sehr positiv aus", sagte Schumacher.

Nicht gerade Schumis Paradestrecke

Wenn sich der Rekord-Weltmeister bei dieser Einschätzung mal nicht irrt. Zwar dürfte der Kurs in Silverstone mit seinen schnellen, aber relativ kurzen Richtungswechseln Bridgestone und Ferrari eher als Barcelona entgegenkommen, doch Ferrari fehlte bei den Tests in Silverstone Ende April, wo Renault enorm stark war.

Einziges Top-Bridgestone-Team war damals Williams. Die blauweißen Renner fanden sich während der englischen Testwoche aber nur im Mittelfeld wieder. Bridgestone-Technikchef Hisao Suganuma ist zwar ebenfalls voller Zuversicht, räumt aber ein, dass einige der in Barcelona getesteten Mischungen im Rennen noch nie eingesetzt wurden.

Der rauhe, alte Asphaltbelag auf dem ehemaligen Militärflugplatz greift die Gummis deutlich mehr an als der neu asphaltierte Circuit de Catalunya in Spanien. Gefragt sind eher mittlere bis harte Mischungen. Zum Fragezeichen bei den Reifen kommt das diffizile Setup. Michael Schumacher meint: "Eine tolle Strecke, die ein feines Händchen bei der Abstimmung erfordert, denn sie verlangt eine sehr gute Balance."

Andere Topteams wie Renault und McLaren-Mercedes konnten schon im April eine Basisabstimmung herausfahren, als Ferrari stattdessen in Le Castellet Zusatzschichten für den Monaco-GP einlegte. Der Erfahrungsrückstand könnte sich rächen, denn der englische Traditionskurs gab Schumacher schon manches Mal Rätsel auf. Zwar konnte der Deutsche in seiner Karriere drei Mal in Silverstone gewinnen, andererseits musste er sich im Training des Öfteren seinen Teamkollegen wie Eddie Irvine oder Rubens Barrichello geschlagen geben, die ihre Abstimmung besser in den Griff bekommen hatten.

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