Schutzengel für Schumacher

Foto: dpa

Am Tag nach seinem glücklich überstandenen Horror-Trainingscrash hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher erst einmal richtig ausgeschlafen und sich dann zu Hause in der Schweiz über sich selbst gewundert.

"Ich bin selbst überrascht, wie gut ich den Unfall gestern weg gesteckt habe, denn ich habe nach wie vor keine Beschwerden", beruhigte der Ferrari-Star am Freitag auf seiner Homepage die besorgten Fans. "Heute Morgen habe ich erst mal etwas länger geschlafen, und jetzt geht alles seinen normalen Gang", hakte der siebenmalige Weltmeister aus Kerpen den 13. schweren Unfall seiner einzigartigen Rennsportkarriere einmal mehr als unausweichliches Berufsrisiko ab und beschäftigte sich mit seiner Familie.

Die Ursache für den Crash bei Testfahrten in Monza sei höchstwahrscheinlich ein Reifenplatzer gewesen, der, so Schumacher, bei einer Geschwindigkeit von 345 km/h aufgetreten war. Die Ursache für den Reifenschaden sei noch nicht bekannt, erklärte der 35 Jahre alte Rheinländer. Zehn Tage vor dem Großen Preis von Italien in Monza war der Schutzengel auf dem Hochgeschwindigkeitskurs mit an Bord gewesen. "Das hätte schlimmere Konsequenzen haben können", urteilte die "La Gazzetta dello Sport".

Auch 2001 schwerer Monza-Crash

Michael Schumacher war im Juli vor drei Jahren schon einmal in Monza verunglückt. Auch da war Schumacher unververletzt aus dem total zerstörten Ferrari geklettert und nach Hause geflogen. Nur einmal, im Juli 1999, war der Schutzengel des Starpiloten nicht ganz zur Stelle. Beim Großen Preis von Großbritannien erlitt der Kerpener einen doppelten Beinbruch, musste sechs Rennen lang aussetzen und den ersten WM-Titel mit Ferrari abschreiben.

Vier Tage nach seinem vorzeitigen Titelgewinn in Spa-Francorchamps, dem fünften in Serie für seinen italienischen Rennstall, war an seinem Dienstwagen am Donnerstag kurz vor Ende der Testfahrten der linke Hinterreifen geplatzt. Der F2004 des Weltmeisters brach sofort aus, prallte gegen die Boxenmauer, schleuderte zurück über die Strecke und blieb entgegen der Fahrtrichtung auf der anderen Streckenseite im Rasen stehen.

Hunderte Tifosi auf der Tribüne waren schockiert. Doch Schumacher stieg unverletzt aus dem Wrack, legte sich aber auf den Rücken ins Gras neben sein Auto. Sanitäter waren sofort zur Stelle, doch der 35-Jährige gab sofort Entwarnung, stand auf, bat um Rücktransport in die Ferrari- Box und telefonierte mit Ehefrau Corinna. Von dort ging Schumi in den Kommandostand und winkte den Fans zur Beruhigung zu. Später spielte er demonstrativ noch mit seinem Hund Shiva mit einem Ball nach dem Motto: "Seht her, ich bin in Ordnung."

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