Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021 xpb
Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021
Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021
Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021
Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021 31 Bilder

Sebastian Vettel: Kilomter-Diät beim Bahrain-Test

Kilometer-Diät für Sebastian Vettel „Vor zehn Jahren wäre jetzt Panik“

Sebastian Vettel erlebte bei Aston Martin einen holprigen Einstand. Nach dem Getriebeproblem am Samstag wurde der Heppenheimer am Finaltag der Bahrain-Tests von einem Ladedruck-Problem gestoppt. Die fehlenden 100 Runden sorgen für viele Fragezeichen vor dem Saisonstart.

Nach der Pleitensaison mit Ferrari wollte Sebastian Vettel bei Aston Martin eigentlich einen erfolgreichen Neuanfang wagen. Doch das Pech scheint dem vierfachen Weltmeister aktuell an den Hacken zu kleben. An den drei Bahrain-Testtagen wurde der Neuling im Team immer wieder von der Technik ausgebremst.

"Wir hatten an allen drei Testtagen mehr Kilometer in unserem Testprogramm vorgesehen. Mir fehlen insgesamt sicher 100 Runden. Damit müssen wir jetzt einfach leben", klagte Vettel, nachdem er am Abschlusstag schon anderthalb Stunden vor dem eigentlichen Abpfiff aus seinem Cockpit geklettert war.

War es am Samstag noch das Getriebe, das für eine Kilometerdiät gesorgt hatte, so rutschte am Sonntag plötzlich der Ladedruck in den Keller. "Wir wissen noch nicht genau, was das Problem verursacht hat. Das müssen wir noch analysieren", zuckte Vettel mit den Schultern. So kamen am Schlusstag nur 56 Runden zusammen, die das abgespulte Gesamtpensum am Bahrain-Wochenende auf 117 Umläufe erhöhten.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
xpb
Sebastian Vettel muss die verlorene Zeit im Laufe der Saison aufholen.

Kein Vorwurf an Mercedes

Eigentlich hätte der Antriebswechsel von Ferrari zu Mercedes die große Wende bringen sollen, nun sorgten zwei Mal Komponenten des Zulieferers für Ärger. Vettel wollte von Schuldzuweisungen aber nichts wissen. "Die Bauteile befinden sich ja in unserem Auto und vermischen sich mit unseren eigenen Komponenten. Am Ende befindet sich der Fehler immer etwas mehr auf der einen oder der anderen Seite. Das ist aber nicht wichtig. Es ist nur wichtig, dass es behoben wird."

Die Probleme kamen für den 33-Jährigen zum dümmstmöglichen Zeitpunkt. Bei nur drei Testtagen ist jede verlorene Runde doppelt ärgerlich. Wenn man sich wie im Fall von Vettel auch noch an ein neues Team und an ein neues Auto gewöhnen muss, dann kann so ein Fehlstart beim Probelauf auch schnell Auswirkungen auf die ersten Saisonrennen haben.

"Das Auto hat eine andere Lenkung. Die Pedale und der Sitz fühlen sich anders an. Das Auto ist nach einer anderen Philosophie gebaut. Es will anders gefahren werden. Wir haben einen anderen Motor. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Es sind alles nur Kleinigkeiten, aber die Summe der Details macht es aus. Ich erwarte nun in den ersten Rennen eine steile Lernkurve", blickt Vettel voraus.

Dem Deutschen fehlen nicht nur Dauerläufe, sondern auch ein paar schnelle Runden, bei denen er die Limits seines AMR21 ausloten kann. Nun klingen die Aussagen schon ein wenig wie Durchhalteparolen: "Es ging jetzt etwas holprig los, aber die Saison ist ja noch lang. Ich bin sicher, dass wir all die kleinen Probleme lösen können und schon in zwei Wochen besser aufgestellt sind."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021
Motorsport Images
Am Finaltag wurde Vettel von einem Problem mit dem Ladedruck gestoppt. Die genaue Ursache wird noch gesucht.

Keine Zeit für Panik

In Krisenzeiten baut Vettel ganz auf seine Erfahrung: "Ich bin jetzt schon so lange dabei. Da beschäftigt einen das Ganze nicht mehr so sehr. Vor zehn Jahren wäre jetzt vermutlich Panik angesagt. Aber das hilft ja nicht. Wir müssen ruhig bleiben, uns Zeit nehmen und unsere Arbeit erledigen. Wir haben ja immerhin ein paar Runs zum Analysieren. Es könnte besser sein, aber es hätte auch schlimmer kommen können."

Vor allem aus den Runs am frühen Nachmittag hofft Vettel noch ein paar Lehren ziehen zu können. "Da war die Strecke endlich mal konstant." Bei perfekten Bedingungen am späten Abend sah man das grüne Auto mit der Startnummer fünf aber kein einziges Mal auf der Piste. Das muss Vettel nun nachholen, wenn das Grand-Prix-Wochenende mit den Trainingssessions startet.

Da das Freitagsprogramm dieses Jahr aber um eine Stunde gekürzt wurde, könnte sich der Lernprozess noch etwas hinziehen. "Ich muss erst noch verstehen, wie das Auto gefahren werden will. Ich muss praktisch die Unterschiede zwischen meiner Vergangenheit und meiner Zukunft herausfinden", beschreibt Vettel die Aufgabe.

Besonders anspruchsvoll macht den Wechsel auch die veränderte Auto-Philosophie. Vom Ferrari mit einer relativ großen Anstellung ging es in den flach liegenden Aston Martin. "Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Es ist nicht so, dass man ein Auto mit hoher Anstellung tiefer legt, und schon hat man einen Mercedes. Oder dass man einen Mercedes höher legt und schon hat man einen Red Bull. Die ganze Angelegenheit ist viel komplexer."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Test - Formel 1 - Bahrain - 12. März 2021
xpb
Von Ferrari ging es zu Aston Martin. Die unterschiedlichen Philosophien erschweren den Umstieg.

Fünf Rennen Schonfrist

Sergio Perez steht bei Red Bull vor einer ähnlichen Aufgabe. Der Mexikaner rechnet damit, dass es fünf Rennen braucht, bis er bei 100 Prozent angekommen ist. Einen ähnlichen Zeitrahmen steckt auch Vettel ab. "Wir müssen noch viel über das Auto lernen, was das Setup angeht. Aber in nur drei Testtagen kann man nicht alles machen. Da sind die anderen in einer ähnlichen Position. Selbst wenn man ohne Probleme durchgekommen ist, kann man in anderthalb Tagen nicht alles über die neuen Autos und die neuen Reifen lernen. Es wird Zeit brauchen, richtig auf Tempo zu kommen – bei manchen mehr, bei anderen weniger."

Eine Einschätzung des Aston-Martin-Potenzials konnte Vettel somit noch nicht abgeben: "Wir haben einfach nicht viele Runs abgespult, die man mit anderen Autos vergleichen kann. Ich habe auch gar nicht viel von den anderen verfolgt, sondern mich vor allem auf unser Auto konzentriert. Was man natürlich schon sagen kann ist, dass Mercedes nicht das Distanz-Wunder wie in den letzten Jahren vollbracht hat. Aber ich bin mir sicher, dass sie beim ersten Rennen gut aufgestellt sind. Red Bull macht das, was sie sollten. Sie sind der Herausforderer. Ich denke, eines von beiden Teams wird es am Ende machen."

Mehr zum Thema Sebastian Vettel
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 27. August 2021
Aktuell
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Italien - Monza - 9. September  2021
Aktuell
Alexander Albon - 2021
Aktuell
Mehr anzeigen