Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Monaco 2012 dpa
Kamui Kobayashi - GP Monaco 2012
Pastor Maldonado - GP Monaco 2012
Pedro de la Rosa - GP Monaco 2012
Romain Grosjean - GP Monaco 2012
Mark Webber - GP Monaco 2012 57 Bilder

Sebastian Vettel im Interview

"Hatte keine Lust zum Baden"

Sebastian Vettel betrieb Schadensbegrenzung. Wer in Monte Carlo vom neunten Startplatz kommt, muss mit dem vierten Rang zufrieden sein. auto motor und sport sprach nach dem GP Monaco mit dem Weltmeister.

Wie lief der Start?

Vettel: Ich habe mich zuerst auf Kimi konzentriert. Du schaust natürlich nicht, was zwei Reihen weiter vorne passiert. Dann sehe ich, dass der andere Lotus torpedoartig auf mich zukommt. Gottseidank gab es innen ein bisschen Platz. Sonst wäre es eng geworden. Ich hätte nicht mehr zurückziehen können.

Mehr als Platz sechs nach dem Start konnten sie sich kaum erhoffen?

Vettel: Aus meiner Sicht lief die Anfangsphase optimal. Vielleicht wäre noch mehr drin gewesen, wenn die anderen nicht auf meine Strategie umgeschwenkt wären.

Wie meinen sie das?

Vettel: Es war ja vom Start weg klar, dass ich auf einer anderen Reifenstrategie war. Am Anfang habe ich versucht, an der Spitzengruppe dranzubleiben. Aber dadurch, dass hinter mir Löcher aufgerissen sind, konnten die anderen auf meine Strategie umschwenken, ohne Zeit im Verkehr zu verlieren. Als ich endlich freie Fahrt hatte, konnte ich viel Boden gutmachen, obwohl meine Reifen zu dem Zeitpunkt 30 Runden älter waren als die der Spitze. Das hat mir zwei weitere Plätze gebracht.

Ihre Bilanz?

Vettel: Wenn man in Monaco auf Platz neun losfährt, und es im Rennen trocken bleibt, kann man mit Rang vier ganz zufrieden sein.

Hätten Sie noch länger mit ihrem ersten Reifensatz fahren sollen?

Vettel: Ich war mit dem Reifensatz schon länger draußen als alle anderen. Um vorne zu bleiben, hätte ich 21 Sekunden Vorsprung auf Webber gebraucht. Dazu fehlten noch drei bis vier Sekunden. Wir haben ja gesehen, wie sich der Abstand zu Mark entwickelt hat. Am Anfang war ich acht Zehntel schneller als er, aber leider ist dann irgendwann ein Punkt erreicht, wo die Reifen zu alt zum Attackieren sind.

Wie war das mit dem Regen in der Schlussphase?

Vettel: Es hat sich schon ein bisschen rutschiger angefühlt. Aber ich hatte trotz der frischeren Reifen keine Chance, den Speed zu gehen, der vielleicht da war. Vor mir hat keiner einen Fehler gemacht. Für mich waren das heute zwei Rennen. Im ersten Teil war ich total am Limit. Die letzten 30 Runden bin ich hinter Fernando im Verkehr gesteckt und konnte nichts ausrichten.

Vor dem Rennen wurde ein Protest gegen Löcher im Unterboden des Red Bull angedroht. Fährt da die Angst vor einer Disqualifikation mit?

Vettel: Nein, die ist nicht mitgefahren. Ich hatte meinen Spaß. Mein Teil war getan. Der Rest liegt nicht in meiner Hand.

Warum waren Sie nicht bei der Siegerparty mit Mark Webber am Swimmingpool?

Vettel: Ich hatte keine Lust auf Baden und außerdem keine Ersatzklamotten dabei.

Englische Zeitungen melden bereits einen Vorvertrag mit Ferrari. Haben Sie schon unterschrieben?

Vettel: Da hatte wohl noch jemand freien Platz in seiner Zeitung. Ich habe nichts unterschrieben.

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