Sebastian Vettel fährt 59 Runden

Red Bull sieht Licht am Ende des Tunnels

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - Bahrain - Test - 20. Februar 2014 Foto: xpb 19 Bilder

Sebastian Vettel blickt beim Test in Bahrain nicht auf Rundenzeiten. Noch läuft sein Red Bull mit gebremstem Schaum. Wichtiger sind Kilometer. Und da schaffte Vettel mit 59 Runden einen neuen persönlichen Rekord. So viel traut sich der Weltmeister schon zu sagen: "Das Auto fühlt sich gut an."

Sebastian Vettel beendete den zweiten Testtag von Bahrain als Siebter mit einer Zeit von 1:40.340 Minuten. Mit 5,43 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Kevin Magnussen. Doch das war zweitrangig an Vettels viertem Arbeitstag der Saison 2014. Viel wichtiger ist eine andere Zahl.
 
Der Weltmeister drehte 59 Runden. Drei mehr als eine Renndistanz. Für Red Bull und Renault ein Quantensprung. Das Notprogramm, das die beiden Parteien angeworfen haben, zeigt Wirkung. "Fahren ist schon mal besser als Stehen", resümierte Vettel den Tag mit einem dünnen Lächeln. Das war kein Galgenhumor. Da schwang ein Schuss Zuversicht mit.

Mehr Runden als an fünf Tagen zusammen

Obwohl Renault die Antriebseinheit immer noch mit großen Sicherheitsmargen betreibt, der zweite Tag in Bahrain immer wieder mit Software-Ärger gepflastert war, und Vettel nur mit Medium-Reifen unterwegs war, kam der Titelverteidiger zu der ermutigenden Erkenntnis.
 
"Das Auto fühlt sich richtig gut an. Jetzt müssen wir nur noch den Rest in den Griff kriegen. Im Moment fahren wir noch nicht auf einem Niveau, auf dem sich abschätzen lässt, wie wir im Vergleich mit den anderen dastehen. Wir haben einen großen Schritt gemacht. So viele Runden wie heute haben wir vorher zusammen nicht geschafft."

Red Bull steht vor einem großen Berg

Die Probleme im Renault-Camp werden kleiner. Aber die Franzosen knabbern noch an ihrem Rückstand, den ihnen die Pannenserie von Jerez eingebrockt hat. Dazu Vettel: "Wir stehen schon noch vor einem großen Berg. Da wir jetzt aber endlich fahren, können wir auch Daten und Informationen sammeln und somit schneller lernen. Die Technik ist unheimlich kompliziert. Wenn nicht alles zusammenpasst, stehst du da."

In 59 Runden war zum ersten Mal Zeit, ein bisschen das neue Fahrgefühl auszuloten. "Noch fühlt sich alles langsamer an. Es ist schwer abzuschätzen, wo wir am Ende landen werden." Als wir ihn mit Kevin Magnussens Bestzeit konfrontieren, die nur noch zwei Sekunden über der letztjährigen Pole Position liegt, zeigte sich Vettel überrascht. Er will natürlich sofort wissen, mit welchen Reifen der Däne unterwegs war.

Aber auch wenn der Supersoft-Kleber dem McLaren auf die Sprünge geholfen hat, scheint sich die Befürchtung nicht zu bestätigen, dass die Formel 1 auf GP2-Niveau absackt. Die Formel 1 kehrt langsam zu gewohntem Renntempo zurück. Das nimmt auch Vettel zufrieden zur Kenntnis.

Als Vollgas-Tier kann es ihm nie schnell genug vorangehen. Nur der Sound sei etwas enttäuschend, meint der Wahlschweizer: "Im Auto ist es schon sehr leise. Das finde ich schade. Wenigstens kann man sich jetzt am Funk besser unterhalten. Der große Power-Bumms fehlt mir auch noch."

Viele Kabel, viele Probleme

Vermutungen, der Fahrer sei mit den vielen Systemen überfordert, bestätigen sich nicht. Das Gegenteil ist der Fall. "Vieles läuft jetzt im Hintergrund ab. Wir Fahrer müssen nicht mehr so viel an Knöpfen drehen und können uns mehr aufs Fahren konzentrieren. Für die Ingenieure ist es eine echte Herausforderung. Sie müssen dafür sorgen, dass alles miteinander kommuniziert. Und da es viele Kabel gibt, gibt es auch viele Fehlerquellen."

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