Sebastian Vettel -  Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 2. Juli 2020 Motorsport Images
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Vettel bleibt Teamplayer: Nie ein neues Angebot von Ferrari

Vettel ohne Chance auf Vertrag Kein neues Angebot von Ferrari

Sebastian Vettel gibt zu, dass ihn die Ferrari-Absage überrascht hat. Es habe nicht einmal ein echtes Angebot von Seiten der Scderia gegeben. Trotzdem will der Heppenheimer keine Ego-Trips starten. Wenn es die Situation verlange, werde man sich gegenseitig helfen.

Es war die Nachricht in der Zwangspause der Formel 1: Sebastian Vettel und Ferrari gehen nach Saisonende getrennte Wege. Es hatte sich angedeutet, doch der Zeitpunkt war doch überraschend. Noch Wochen vor dem ersten Rennen verkündeten die Parteien ihre Trennung.

Offenbar war die Scheidung nicht in solch einem gegenseitigen Einvernehmen, wie Ferrari es in seiner Pressemitteilung suggeriert hatte. In diese Richtung deuten zumindest die Aussagen von Sebastian Vettel im Vorfeld des GP Österreich. Demnach habe es nie ein konkretes Angebot zur Vertragsverlängerung gegeben. "Ich war überrascht, dass sich unsere Wege trennen. Mattia hat angerufen und gesagt, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt. Es gab nie echte Verhandlungen darüber."

Vettel noch ohne Plan

Das sind Sätze, die überraschen. Und die in den Kontext passen zu den Aussagen, die der viermalige Weltmeister noch im April, also vor Bekanntgabe der Trennung, getätigt hatte. Damals erklärte der 53-fache GP-Sieger, dass ein Teamwechsel nicht zur Disposition stehe. Nun fährt Vettel seine letzte Saison für Ferrari und muss sich gleichzeitig nach einem neuen Cockpit umschauen. Weil der erfolgreichste Rennstall sich für Carlos Sainz entschied. Mit dem Spanier wurden Verhandlungen bereits über den Winter geführt.

Der Heppenheimer ist noch hungrig. Es heißt, er habe nach der Ferrari-Abfuhr auch bereits seine Fühler zu Mercedes ausgestreckt. Sogar über einen Gehaltsverzicht wurde spekuliert. Vettel ist ganz offenbar bei der Ehre gepackt. Die Formel 1 mit ihren Hybridmonstern fasziniert ihn zwar nicht mehr so wie früher zu V8-, V10- und V12-Zeiten, doch die Lust aufs Rennfahren, die Lust auf Titel ist ungebremst.

Doch bei Mercedes hat Vettel höchstens Außenseiterchancen, wie es Teamchef Toto Wolff umreißt. Das Weltmeisterteam will mit Lewis Hamilton verlängern. Und der sechsfache Titelträger hat eigentlich keine andere Option als Mercedes, wenn er seine Dominanz fortsetzen möchte. Valtteri Bottas kämpft um seinen Platz im Silberpfeil. Und dann gibt es ja noch den aufstrebenden George Russell aus dem Nachwuchskader, der in sein zweites Jahr mit Williams geht.

Vettel gibt zu: "Im Moment habe ich keinen konkreten Plan. Ich habe viel erreicht, aber ich will noch mehr. Dafür brauche ich das richtige Paket. Wenn ich dieses Paket nicht bekomme, muss ich mich nach etwas anderem umschauen. Wenn du bereit bist, die Türe zu schließen, dann solltest du sie schließen und nicht darauf hoffen, dass sie sich zufällig wieder öffnet." Daraus lässt sich schließen, dass eine Auszeit eher keine Option für ihn ist.

Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 2. Juli 2020
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Der SF1000 braucht eine Komplettüberholung. Ferrari will sie in Ungarn präsentieren.

Gegenseitige Unterstützung

Es liegt nahe, dass sich Vettel in seiner letzten Ferrari-Saison ganz auf sich selbst konzentriert. Er muss sich eigentlich nicht mehr in den Dienst der Mannschaft stellen. Doch Vettel verneint, einen Ego-Trip zu starten. "Natürlich schaue ich als Fahrer auf meine Ergebnisse. Aber am Ende des Tages fahren wir alle für ein Team. Sollte sich die Situation so entwickeln, dass einer vom anderen Hilfe braucht, erwarte ich das von beiden Seiten. Da spielen Verträge keine Rolle."

Die Teamkollegen wollen sich trotzdem nichts schenken. "Ich werde Charles sicher nicht durchwinken. Wir werden weiter gegeneinander kämpfen – wie in der Vergangenheit auch", sagt Vettel. Leclerc meint: "Wir werden als Fahrer und Team zusammenarbeiten. Es werden sich Situationen ergeben, in denen wir nur gemeinsam stark sind."

Zunächst einmal muss Ferrari den SF1000 schneller machen. Beide Piloten sind sich einig. "Wir waren bei den Wintertestfahrten nicht dort, wo wir es gerne hätten." Ferrari ist sich sicher, hinter Mercedes und Red Bull zu liegen. "Im Qualifikations-Trimm mehr als im Rennen. Zu 99 Prozent werden wir mehr zu kämpfen haben als 2019. Das restliche Prozent finden wir am Wochenende heraus", sagt Leclerc.

Die Technikabteilung arbeitet bereits an einer Kursänderung. Das Auto braucht eine Komplettüberholung, so die Analyse. Zum GP Ungarn soll der SF1000 rundum erneuert werden. Experten erwarten eine dünnere Nase, einen geänderten Frontflügel und Aero-Anpassungen am restlichen Auto – so hat es zumindest der Teamchef versprochen.

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