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Sebastian Vettel

"Für das Wort Dominanz ist es noch zu früh"

Sebastian Vettel GP Australien 2011 Foto: xpb 46 Bilder

Sebastian Vettels Saison begann wie die alte aufgehört hatte. Mit einem Sieg. Trotz offensichtlicher Überlegenheit warnte der Weltmeister vor zu großer Zuversicht. Vettel hat weiter McLaren und Ferrari auf der Rechnung.

27.03.2011 Michael Schmidt

Es ist zehn Uhr abends und Sebastian Vettel steht mit zwei Flaschen Portwein im Fahrerlager. Das Technikbriefing ist gerade vorbei. Die Ingenieure laufen noch rum, überall kurven Gabelstapler mit Transportkisten durch die laue Nacht. Zwei Red Bull-Mitarbeiter fragen den Sieger: "Kommst du noch auf unsere Party?" Vettel notiert sich vorsichtshalber die Adresse.

Mark Webber läuft mit versteinertem Gesicht vorbei. Wieder geriet sein Heimrennen zur Pleite. "Was willst du bei 38 Sekunden Rückstand auf Seb sagen? Er fuhr in einem anderen Rennen als ich", konstatierte der Fünfte des Rennens. "Meine Reifen haben nie Grip gefunden. Da werden wir wohl ziemlich lange Daten studieren müssen." Der Australier regte seinen Ärger an einem Rugby-Ei ab, das er sich mit Vettels Trainer Tommi Pärmäkoski zuspielte.

McLaren und Ferrari noch nicht abschreiben

Sebastian Vettel weigerte sich derweil von einem dominanten Rennen zu sprechen. "Für das Wort Dominanz ist es noch zu früh in der Saison. Auf die McLaren müssen wir aufpassen. Unglaublich, wie die sich seit den Testfahrten gesteigert haben. Ferrari wurde unter Wert geschlagen. Die können mehr. Es ist nicht normal, dass die ausgerechnet im Rennen soviel Reifen verbraucht haben. Bei den Testfahrten war der Reifenverschleiß genau ihre Stärke."

Fernando Alonso ließ sich trotzdem nicht davon abbringen: "Vettel fuhr hier auf einem eigenen Planeten." Im Rennen war die Überlegenheit nicht ganz so groß wie im Training, was aber auch daran lag, dass der Weltmeister sein Tempo auf Verfolger Lewis Hamilton ausrichtete. Gefahr bestand eigentlich nur im ersten Turn. Die Red Bull-Piloten mussten wegen Schwierigkeiten mit der Kühlung auf KERS verzichten. Wovon ihre Kollegen von McLaren allerdings keine Ahnung hatten. Sonst hätten sie sich wahrscheinlich noch besser auf ihre Starts konzentriert."

Überholmanöver gegen Button war entscheidend

Vettel schoss auch ohne die 82 PS aus der Elektroreserve davon wie die Feuerwehr. Nach einer Runde hatte er 2,4 Sekunden Vorsprung. Der wuchs sich bis auf 3,4 Sekunden aus, bevor er bis zur 13. Runde wieder auf 1,5 Sekunden schrumpfte. "Unser Auto hat zu viel Hinterreifen gefressen. Wir mussten das Übersteuern beim Boxenstopp korrigieren."

Hamilton ging zwei Runden später zum ersten Reifenwechsel an die Boxen und bezahlte für das falsche Timing. Danach stand der Rückstand auf 6,5 Sekunden. "Für mich war entscheidend, dass ich sofort an Button vorbeikam", blickt Vettel auf die entscheidende Phase des Rennens zurück. "Die Heckflügelverstellung brachte mich näher an Jenson heran. So konnte ich ihn zwei Kurven später überholen."

Als beim McLaren in der 32. Runde noch der Unterboden brach, war die Sache endgültig gelaufen. Nur Sergio Perez sorgte bei Vettel noch einmal für Alarm. Der Mexikaner wollte sich zurückrunden und drängelte hinter dem Spitzenreiter. "Er war klar schneller als ich, weil meine Reifen schon alt waren", erzählte der Titelverteidiger. "Ich habe nur gehofft, er macht keinen Unsinn."

Perfekter Tag für Vettel

Vettel feierte beim vierten Start die erste Zielankunft in Melbourne. Und das gleich ganz oben auf dem Podest. Es war in jeder Hinsicht ein perfekter Tag. Am Morgen traf er sein Idol Walter Röhrl im Fahrerlager. Der Rallyestar war auf dem Weg zur Targa Tasmania, für die er ab Montag trainieren wird. "Es war toll, dass ich Walter Röhrl einmal treffen durfte", strahlte der Formel 1-Star, als wäre er ein Autogrammjäger.

Die viel gescholtenen Pirelli-Reifen bekamen endlich auch mal ein Lob ab. "Sie waren besser als erwartet. Ich hätte nie gedacht, dass man damit wie Perez ein Einstopprennen fahren kann." Zu den KERS-Problemen wollte der erste Saisonsieger nicht viel sagen. Da haben die Fahrer Redeverbot. Vielleicht wird Vettel den Hybridantrieb bald einmal brauchen, obwohl er aus Prinzip am liebsten für immer darauf verzichten würde. "Das Zeug ist teuer und kompliziert. Und grün ist es auch nicht." Jetzt hat Vettel erst einmal ein paar Tage Ausspannen verdient. Am Montag fliegt der Melbourne-Triumphator nach Bali in die Ferien.

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