Sebastian Vettel GP Ungarn 2012 dpa
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Sebastian Vettel in Budapest

Neue Frisur, alter Ärger

In Ungarn wurde Sebastian Vettel von der Vergangenheit eingeholt. Dabei wollte der Red Bull-Pilot den Hockenheim-Ärger mit der Strafe, der Rückrundung von Lewis Hamilton und dem Motor-Mapping-Verbot am liebsten hinter sich lassen.

Den Ereignissen von Hockenheim konnte Sebstian Vettel nicht entfliehen. Zu frisch waren die Erinnerungen an den Rennsonntag im Motodrom noch. Und so war das Red Bull-Motorhome schon am Donnerstag gut gefüllt, als der Weltmeister zu seiner obligatorischen Presserunde bat. Zu besprechen gab es genug.

Mangelndes Feedback von der Rennleitung?

Das Überholmanöver gegen Jenson Button, der Ärger über die Rückrundung von Lewis Hamilton und das Verbot des strittigen Motor-Mappings beherrschte die vergangenen Tage die Schlagzeilen. Doch Vettel hätte sich am liebsten gar nicht mehr geäußert. "Es ist doch schon alles gesagt", versuchte sich der Heppenheimer aus der Affäre zu stehlen. Aber so einfach ließen ihn die Medienvertreter nicht gehen. Und so wiederholte der Champion seine Entschuldigung noch einmal, warum er Button kurz vor Rennende außerhalb der Strecke überholt hatte.

"Ich wollte nur auf Nummer sicher gehen und ihm ausweichen", begründete Vettel das Manöver, das ihm später eine 20-Sekunden-Zeitstrafe einbrachte. "Wenn dort ein Kiesbett gewesen wäre, hätte ich sicher anders reagiert." Vettel hatte das Gefühl, dass er nichts falsch gemacht hatte. Weder von der Rennleitung noch von seinem Team kam eine Warnung, dass er Button lieber noch einmal vorbeilassen sollte. "Natürlich hilft Feedback von außen in solchen Situationen", so der vorsichtig formulierte Vorwurf.

Vettels Wortwahl sorgt für Aufregung

Auch die Aktion mit Lewis Hamilton hatte im Nachklang von Hockenheim für viel Aufregung gesorgt. Vettel wurde in den Mund gelegt, dass er seinen Gegner als "dumm" bezeichnet haben soll. "Das habe ich nie gesagt", wehrte sich der Deutsche. "Ich habe gesagt, dass ich die Aktion unnötig fand. Dass daraus das Wort dumm entsteht, ist für mich etwas enttäuschend."

Die kleine Watschen gegen die Medienvertreter war nicht unbegründet. Zuletzt prasselte in den Medien viel Kritik auf den Red Bull-Prügelknaben ein. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Vettel in Hockenheim tatsächlich das Wort "dumm" gebraucht hatte, wenn auch nicht direkt auf Hamilton selbst bezogen. "Es ist ein bisschen dumm, die Führenden zu stören", hatte Vettel wortwörtlich zu Protokoll gegeben. In Ungarn fügte Vettel noch an. "Es hat mir sicher nicht geholfen. Nur Jenson."

Regelverschärfung für die Motoreneinstellung

Auch der Ärger mit den Motoren-Mappings verfolgte Red Bull bis Budapest. Vor dem GP Ungarn gab die FIA eine Technik-Direktive an die Teams heraus, nach der die Drehmomentkurve bei Vollgas nur noch um zwei Prozent von den ursprünglich abgegebenen Mustern abweichen darf. Die Teams mussten sich ein Mapping aus den ersten vier Rennen aussuchen, mit dem die Motoreinstellungen verglichen werden.

"Da wurde von außen viel Getöse gemacht", winkte Vettel ab. "Intern war das gar kein so großes Thema." Vettel konnte nicht beziffern, wie groß der Rückschritt durch das Verbot des Software-Tricks von Hockenheim sein würde. "Es ist ja nicht so, dass das Auto plötzlich nicht mehr funktioniert. Es kann zwei Zehntel, eine halbe Sekunde oder gar nichts sein. Ich hoffe natürlich, dass es keine Auswirkungen hat."

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