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Sebastian Vettel im Exklusivinterview

"Hat Sutil seine Spiegel verloren?"

Sebastian Vettel hat mit dem vierten Platz ein solides Ergebnis erzielt. Warum es nicht weiter nach vorne ging und er sich besonders über Adrian Sutil aufregte, erklärt der Red Bull Pilot im Interview mit auto-motor-und-sport.de.

Hat Red Bull mit seiner Strategie, mit den harten Reifen zu starten, verzockt?
Vettel: Nicht unbedingt. Unsere Taktik hätte aufgehen können. Die Fahrer mit den weichen Reifen sind so früh zum Boxenstopp reingekommen, wie wir das erwartet haben. Aber wir haben nicht damit gerechnet, dass die dann ohne Verkehr fahren konnten. Sie hatten freie Fahrt, und da müssen wir noch mal nachschauen, wie so etwas möglich ist. Normalerweise steckst du bei einem frühen Stopp tief im Feld. Ich hätte mit den harten Reifen bis Runde 20 fahren können, bin aber früher reingekommen, weil Hamilton, Button und Alonso mit ihren frischen harten Reifen natürlich schneller unterwegs waren als Mark und ich. Wir mussten handeln.

Nach dem ersten Boxenstopp hatten Sie die drei vor der Nase.
Vettel: Genau, ich habe gedacht, das gibt‘s doch gar nicht. Da gehst du als Führender in die Box und kommst als Vierter wieder raus. Es war so verwirrend, dass ich immer wieder bei meiner Box gefragt habe, was ich tun muss, um zu gewinnen. Irgendwie war dieses Rennen schwer zu lesen.
 
Gab es dann keine Möglichkeit mehr anzugreifen?
Vettel: Ich habe zuviel Zeit im Verkehr verloren. Einmal sechs Sekunden. Da war Button weg. Besonders Sutil und Hülkenberg waren nicht sehr kooperativ. Ich weiß, sie fahren ihr eigenes Rennen, aber im Fall Sutil passiert das immer wieder. Ich habe ihn nach dem Rennen gefragt, ob er seine Spiegel verloren hat.
 
Sind Sie jetzt enttäuscht?
Vettel: Der Rennspeed war gut. Wir konnten vorne mitfahren. Leider fehlte uns wieder mal der Topspeed. Als bei Lewis die Reifen nachließen und er ganz langsam aus der Haarnadel kam, habe ich es auf der Geraden trotzdem nicht vorbeigeschafft. Das sagt alles.
 
Wer hatte die Idee, die weichen Reifen schon im Mittelturn und nicht erst am Ende einzusetzen?
Vettel: Das haben wir vor dem Rennen abgesprochen. Wir wollten maximal 15 Runden draußenbleiben. 13 sind es geworden. Es ging eigentlich besser als erwartet. Die Rundenzeiten waren gut und ich habe es geschafft, die Reifen in Schuss zu halten.
 
Und was war am Ende des Rennens los?
Vettel: Irgendetwas mit dem Getriebe hat nicht gestimmt. Wir müssen noch untersuchen, was wirklich passsiert ist. Ich bekam die Anweisung früher zu schalten und die Drehzahl runterzudrehen. Aber da war eh schon nichts mehr drin für mich. Die vorne waren zu weit weg.

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