Sebastian Vettel im Interview

"Ohne Dreher vielleicht Platz 5"

Sebastian Vettel GP Ungarn 2014 Red Bull Foto: xpb 39 Bilder

Während Daniel Ricciardo über seinen zweiten Sieg jubeln durfte, erlebte Sebastian Vettel ein verkorkstes Rennen. Im Interview spricht er über das Pech mit dem Safety Car, die technischen Problem und seinen Dreher.

Kam das Safety Car für Sie zum falschen Zeitpunkt?

Vettel: Es war für alle vier an der Spitze so. Schade war, dass es in dem Moment schon in der ersten Kurve stand. Die ersten vier hatten damit gar keine Chance, ihre Positionen zu halten. Warum Charlie das SafetyCar so früh rausgeschickt hat, habe ich nicht verstanden. Wir sind mit 50 km/h dahinter festgehangen. Die anderen hatten quasi einen Boxenstopp umsonst. Sie konnten den Boxenstopp machen, ohne Zeit zu verlieren und wieder aufschließen.

Sie steckten im Verkehr und konnten damit nicht die Ricciardo-Strategie fahren.

Vettel: Genau. Aber schlimmer war, dass wir das Motorkennfeld für den Restart falsch eingestellt hatten. Dadurch konnte ich die Batterie nicht entladen. Dadurch sind Alonso und Hülkenberg vorbeigefahren. Da sind wir erstmal abgefallen.

Konnten Sie das falsche Motorkennfeld während dem Fahren nicht mehr ändern?

Vettel: In der Safety Car-Phase managt man die Batterie. Dann haben wir uns für den Restart bereit gemacht. Da waren noch alle Kennfelder in Ordnung. Beim Restart habe ich gemerkt, oh, da geht gar nix. Ich habe auf den Überholknopf gedrückt, den berühmten österreichischen Knopf. Mit diesem Knopf werden alle vorherigen Befehle überschrieben. Normalerweise kann ich da volle Attacke gehen, ohne dass die Batterie geladen wird. Doch beim Drücken des Knopfes wurde alles heruntergefahren, so dass ich auf der Zielgeraden nur noch den Verbrennungsmotor hatte. Das sind dann nur noch 500 PS. Dadurch habe ich gleich zwei Positionen verloren.

Ist Ihnen nicht noch irgendjemand ins Heck gefahren?

Vettel: Habe ich nichts gemerkt. Alonso ist direkt in der ersten Kurve vorbeigefahren. Der Nico Hülkenberg auf der zweiten Geraden auch. Er hat sich dann vertan, ich bin wieder vorbei. Eine halbe Runde später sind Rosberg und Vergne aneinandergeraten und dabei ist Alonso an beiden vorbei. Aber da hätte normalerweise ich sein sollen. Ich hing aber hinter allen fest.

Wie kam die Leistung wieder zurück?

Vettel: Ich musste ein anderes Kennfeld wählen. Aber für die zwei beiden Geraden kam nix. Danach habe ich in der zweiten Kurve umgestellt, weil ich gemerkt habe, es geht nichts mehr. Wir hätten in Charge 10 sein müssen statt zwischen den Stufen 1 bis 3, um mehr Leistung aus der Batterie zu ziehen. Der Überholknopf sollte alles überschreiben, egal in welchem Modus du gerade fährst. Aber das hat auch nicht funktioniert – im Gegenteil. Der hat dazu geführt, dass das bisschen was der Batterie entzogen wurde, auch noch weg war.

Dann hingen Sie in dem Zug hinter Vergne und Rosberg. Wieso kam Rosberg da eigentlich nicht vorbei?

Vettel: Keine Ahnung, er hätte es probieren können, aber ich glaube, er wollte nichts riskieren.

Wie ging es dann weiter?

Vettel: Ich weiß nicht, warum wir früher an die Box gefahren sind. Aber ist ja egal. Als Rosberg an die Box gefahren ist, bin ich in der Zielkurve früh aufs Gas, hatte ein bisschen Schlupf auf dem Kerb und dem Kunstrasen und dann ist das Heck ausgebrochen. Ich habe nur noch versucht, die Bremse aufzumachen und habe nach links gelenkt, dass ich das Auto irgendwie rumschmeiße, damit ich nicht in die Mauer einschlage. Das war Glück.

Haben Sie die Mauer berührt?

Vettel: Ich glaube, ein kleines bisschen. Aber ich habe nichts gespürt.

Dadurch war Ihr Boxenstopp dann vorgegeben?

Vettel: Die Reifen waren platt. Wir wären wahrscheinlich sowieso reingekommen.

War klar, dass Sie auf die Medium-Reifen wechseln? Oder hätten Sie es auch mit dem Soft-Reifen geschafft?

Vettel: Kimi kam ja nicht so viele Runden später rein und ist dann mit den weichen Reifen durchgefahren. Aber ich glaube, es wäre für uns zu riskant gewesen. Bottas war ein paar Runden vor uns an der Box und musste nochmal rein. Es hätte wohl nicht gereicht und mein Satz der harten Reifen war in den letzten Runden auch ziemlich am Ende.

Was wäre ohne den Dreher möglich gewesen?

Vettel: Da reden wir vielleicht von Platz 5.

Ihr Teamkollege hatte wieder mal die perfekte Strategie.

Vettel: Die Safety Car Phase hat ihn nach vorne gespült. Das war sein Glück. Und dann hat er alles richtig gemacht.

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