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Sebastian Vettel - GP USA 2007
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Sebastian Vettel im Interview

„Wir können überall gewinnen“

Sebastian Vettel versuchte aus den Pleiten von Malaysia das Positive zu sehen. In einem Gespräch nach dem GP Malaysia erzählte der Ferrari-Pilot über seine Aufholjagd, das Duell mit Daniel Ricciardo, den Crash mit Lance Stroll und Ferraris Chancen im Titelkampf.

Was war da mit Stroll in der Auslaufrunde los?

Vettel: Wir fuhren alle langsam. Ich bin außen an Stroll vorbei, er wollte Gummi aufpicken, aber er muss halt schon schauen, wo die Leute um ihn herum fahren.

Hat das Getriebe gehalten?

Vettel: Das wird gerade gecheckt. Wenn es getauscht werden müsste, wäre das eine weitere schlechte Überraschung. Ich hoffe nicht, weil die Kollision völlig unnötig war.

Sie haben Ricciardo eingeholt, sind aber nach einem Angriff wieder zurückgefallen. Was war da los?

Vettel: Wir haben maximal Tempo gemacht, wussten aber, dass die Reifen am Schluss am Limit sein würden. Dann verlor ich Kontakt zu Daniel, als wir Alonso überrunden mussten. Die Reifen sind auseinandergefallen. Da wollten wir das Auto nur noch heimbringen.

War Ricciardos Abwehrmanöver fair?

Vettel: Was denkt Ihr? Ich glaube, dass der letzte Spurwechsel nach innen um mir die Tür zuzumachen, nicht in Ordnung war. Zum Glück konnte ich ihm gerade noch ausweichen. Diesmal hat es für ihn funktioniert. Beim nächsten Mal vielleicht nicht. Ich bin aber nicht böse. Da bei mir die Reifen eingebrochen sind, hat es keinen großen Unterschied gemacht.

Erzählen Sie von Ihrer Aufholjagd?

Vettel: Ich hatte einen guten Start, hätte aber fast meinen Frontflügel an einem ToroRosso verloren, der mich nicht gesehen hat. Dann wurde es zäh durch den Verkehr zu kommen, weil die anderen auch DRS hatten. Es hat einige Runden gedauert, bis ich in diesem Zug an Alonso vorbeikam. Dann waren die Leute isoliert und ich konnte meinen Speed ausspielen.

Sind die Motorprobleme ein Anlass zur Sorge?

Vettel: Ich glaube, wir haben die Motorprobleme unter Kontrolle. Es ist sicher nicht ideal, wenn an zwei Tagen ein Defekt auftritt, der auch noch ähnlich aussieht. Aber von der Zuverlässigkeit können wir uns über die gesamte Saison nicht beklagen. So etwas passiert, wenn man am Limit operiert.

Sie haben sich beim Überrunden über Alonso beschwert. Hat Fernando geschlafen?

Vettel: Fernando hatte zwei Autos im Rückspiegel und er hat entschieden sich zwischen Ricciardo und mich zu setzten. Er hat zwar behauptet, dass er immer ein Ferrari-Fan bleiben wird, aber heute war er sicher keiner.

War der Zeitpunkt zum Reifenwechsel ideal? Mit einem späteren Stopp hätte man die Zeit auf den Supersoft-Reifen verkürzt.

Vettel: Mercedes setzte Valtteri als Straßensperre ein. Das hat uns an die Box gezwungen. Ich glaube, ich wäre an ihm vorbeigekommen, aber dann hätte Mercedes ihn mit einem Undercut wieder an mir vorbeigebracht, und ich hätte ihn noch einmal überholen müssen. Der Zeitverlust wäre vielleicht der gleiche gewesen wie mit dem früheren Boxenstopp, aber mit einem späteren Reifenwechsel wäre es auch schwerer geworden, die Lücke zu Daniel zu schließen.

Warum haben Sie nach dem Crash mit Stroll das Lenkrad mitgenommen?

Vettel: Das war ein Reflex. Als ich Pascal anhalten sah, habe ich das Lenkrad einfach gepackt. Ich hatte es ja schon in der Hand und hätte es wegen der schief stehenden Lenkung nicht mehr draufgebracht. Es ist das einzige Teil des Autos, das ich mitnehmen konnte. Manchmal öffnen sie die Strecke für die Zuschauer, und ich wollte nicht, dass es verloren geht.

Was kann Ferrari in den letzten fünf Rennen noch erreichen?

Vettel: Wir haben ein Auto, das überall gewinnen kann. Ich glaube, wir haben im Moment das schnellere Auto als Mercedes. Aber wenn Kimi gar nicht startet und ich von hinten, ist es halt schwer, den Speed auszuspielen.

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