Sebastian Vettel dpa
GP China 2010
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Formel 1: Sebastian Vettel exklusiv im Interview

"Viele Dinge haben uns den Sieg gekostet"

Sebastian Vettel ging von der Pole Position als Favorit in den Grand Prix von China. Doch pünktlich zum Start setzte der Regen ein, der Vettels Hoffnung auf ein langweiliges Rennen schnell in die Quere kam. So musste der Deutsche von Beginn an auf Schadensbegrenzung fahren.

Sie gingen als Trainingsschnellster ins Rennen und kamen als Sechster ins Ziel. Enttäuscht?
Vettel: Es sollte heute nicht sein. Wir haben nicht wegen einer Sache verloren, sondern wegen vielen kleinen. Die meiste Zeit habe ich beim ersten Boxenstopp verloren. Da musste ich zu lange hinter Mark warten.

Hätten Sie wie Button und Rosberg auf Slicks draußenbleiben sollen?
Vettel: Im Nachhinein sicher. Aber Mark und ich waren der Meinung, dass es für Slicks zu nass war. Button ist schon ein großes Risiko eingegangen. Es hätte ja stärker regnen können. Es hat sich für Jenson ausgezahlt. Wie in Melbourne.

Die Red Bull schienen im Regen schwächer als erwartet. Was lief schief?
Vettel: Wenn wir einmal in Fahrt waren, haben die Rundenzeiten gepasst. Es hat nur unheimlich lang gedauert, bis die Reifen auf Temperatur kamen. Also genau das Gegenteil vom letzten Jahr. Deshalb konnte mir Hamilton nach den Boxenstopps immer wieder davonziehen.

Was ist da mit Hamilton in der Boxengasse passiert?
Vettel: Wir sind der Meinung, dass McLaren Lewis hätte nicht losfahren lassen dürfen, weil ich schon daherkam. Er kam mit einem Slide aus seiner Parkposition, dann habe ich ihn im Spiegel aus den Augen verloren. Ich wusste nicht, wo er war. Dabei bin ein wenig nach rechts gerückt, aber bestimmt nicht mit Absicht. Wir haben dafür beide von der Rennleitung eine Verwarnung bekommen.

Zum Schluss waren Sie hinter Kubica eingeklemmt?
Vettel: Ich war schneller als Robert, doch es führte kein Weg an ihm vorbei. Durch das Hinterherfahren gingen schnell die Vorderreifen kaputt. Da habe ich mir gesagt: Es ist besser, das Resultat nach Hause zu fahren, als irgendeine Dummheit zu machen.

Wie war Ihr Duell mit Michael Schumacher?
Vettel: Sehr fair. Ich bin ja zwei Mal an ihn geraten. Man merkt schon, dass er ein alter Fuchs ist, der genau weiß, wo er sein Auto platzieren muss, um die Lücke zuzumachen. Als Lewis dann an ihm vorbei war und schnell davongezogen ist, hat er auch bei mir realisiert, dass es keinen Sinn macht gegenzuhalten. Er hatte ziemliche Probleme mit den Hinterreifen.

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