Red Bull gewinnt trotz Problemen

Sebastian Vettel lässt die Funken fliegen

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Indien - 28. Oktober 2012 Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel marschiert weiter Richtung WM-Titel. Vier Grand Prix hat er in Folge gewonnen. 205 Runden liegt er nun schon in Folge in Führung. Seit drei Rennen fährt Red Bull in die erste Startreihe. Doch diesmal lief das Rennen nicht ganz perfekt.

Für Sebastian Vettel läuft weiter alles nach Plan. Vier Siege in Folge, drei davon vom Start bis ins Ziel, 52 Punkte mehr als Fernando Alonso, eine WM-Führung von 13 Zählern. Seit der 23. Runde des GP Singapur hat kein anderer Fahrer mehr das Rennen angeführt. Wenn Alonso weiter vom WM-Titel redet, dann klingt das nach lautem Rufen im Wald.

Red Bull mit kleinen Fehlern

Man muss bei Red Bull die Fehler und Probleme schon mit der Lupe suchen. Der größte passierte bei der Fahrt in den Parc fermé. Vettel hatte zu früh den Motor abgestellt. Mark Webber schubste das Auto mit der Startnummer eins in den Parkplatz. "Es war eigentlich unser einziger Fehler am ganzen Wochenende", räumte Vettel ein. Alonso hat noch drei andere gesehen. Seine letzte Hoffnung bezieht er aus der Tatsache, dass auch bei Red Bull mal etwas schiefgehen kann. "Mark hatte ein Kers-Problem. Das kann auch mal Vettel passieren. Oder mir." An sich denkt er dabei wahrscheinlich am wenigsten, denn der Ferrari ist kugelsicher wie ein Panzer.

Webber fuhr im Kampf gegen Alonso mit dem Rücken zur Wand. "Ab Runde 19 war das Kers mal da, mal weg. Da musst du permanent die Bremsbalance nachregulieren. Das kostet Zeit. Später ging das Kers dann ganz verloren. Ich bin in Sektor zwei und drei am absoluten Limit gefahren, um mir Alonso und Hamilton vom Leib zu halten." Bei Alonso hat es nicht geklappt. Webber verlor allein im ersten Sektor drei Zehntel pro Runde. Kein Wunder, wenn für 6,6 Sekunden 80 PS fehlen. "Mark hatte keine Chance. Es war relativ einfach ihn zu überholen", gab Alonso zu.

Vettel als Funkenmariechen

Auch Vettel schien ein Problem zu haben. In Runde 53 setzte vorne der Unterboden auf und produzierte einen stattlichen Funkenschweif. "Das passierte, als ich Glock überrundet habe. Timo ist gleich in Deckung gegangen, weil er dachte, ich hätte ein Problem. Ich konnte die Funken im Rückspiegel beobachten", amüsierte sich der Sieger nach dem Rennen. Der Vorfall wiederholte sich nicht. Der Grund: Das Problem trat nur bei aktiviertem DRS auf.

"Selbst da habe ich keine Zeit verloren", winkte Vettel ab. Bei Red Bull druckste man auf Anfragen herum. Die Teamleitung versuchte Neugierigen weiszumachen, dass sich vermutlich ein Bolzen im vorderen Bereich des Unterbodens gelöst habe. Da stellt sich dann automatisch die Frage, warum sich das Auto zum Schluss wieder selbst reparierte.

Der Grund liegt woanders. Red Bull fährt wie viele andere Teams mit einem Fahrwerk, bei dem die Dämpferelemente hydraulisch miteinander verbunden sind. In Abhängigkeit des Abtriebs wird das Auto mal mehr, mal weniger Richtung Straße abgesenkt. Man könnte es ein inaktives aktives Fahrwerk nennen. Inaktiv, weil kein Computer im Spiel ist, der das System steuert. Wenn die Fahrer den Heckflügel öffnen, geht im Heck Anpressdruck verloren und das Auto wird zusätzlich hochgepumpt. Dadurch verringert sich vorne die Bodenfreiheit.

Vettel reagierte auf die anderen

Das größte Kopfzerbrechen machte den Red Bull-Strategen die starke Vorstellung der Ferrari und McLaren auf den harten Reifen. "Das kam für uns unerwartet", gab Teamberater Helmut Marko zu. "Das müssen wir analysieren. Ich glaube aber, dass das streckenspezifisch war und sich nicht auf andere Strecken übertragen lässt." Hamilton holte in den letzten 25 Runden 6,7 Sekunden auf Vettel auf, bei Button waren es 3,8 Sekunden und bei Alonso 2,4 Sekunden.

"Auf den harten Reifen waren Ferrari und McLaren stark", gab Vettel zu. Eigentlich hätte er auf den weichen Reifen noch eine Weile weiterfahren können, so schnell wie er war, doch Red Bull holte seinen Weltmeister in der 33. Runde an die Box. "Wir haben auf die anderen reagiert", erklärt Vettel. Marko fügt hinzu: "Wir wollten nichts riskieren. Wenn der weiche Reifen abstürzt, dann plötzlich. Und es kann immer noch ein Safety Car kommen."

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