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Sebastian Vettel

"Schaue nicht in die Rückspiegel"

Sebastian Vettel startet den Grand Prix von Brasilien nur von Rang vier. Trotzdem gibt sich der Weltmeister angriffslustig. Der Sieg ist das Ziel. Fernando Alonso will er gar nicht in seine Nähe lassen. Flucht nach vorne lautet die Devise.

Es war eine ungewöhnliche Situation eine Stunde nach dem Ende des Qualifyings. Sebastian Vettel musste der Journalistenmeute im stickigen Red Bull-Pavillon Rede und Antwort stehen. Den Top-3-Fahrern bleibt dieses Ritual normalerweise erspart. Nach dem gemütlichen Jornalisten-Treffen bei der FIA-Pressekonferenz haben sie den restlichen Nachmittag frei. Zuletzt musste Vettel im September in Monza auf dieses Privileg verzichten. Damals startete er von Rang fünf.

In Sao Paulo ist es dieses Mal der vierte Platz. Besonders schmerzlich ist dabei nicht nur die Niederlage gegen die beiden McLaren, sondern dass er sich auch zum achten Mal diese Jahr hinter Mark Webber anstellen muss. Der Teamkollege konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er die Weltpresse im kleinen Kabuff im Fahrerlager sah. Mitleid mit dem Teamkollegen war nicht zu erkennen.

Vettel zu schüchtern im Qualifying

Die erste Frage an den zweifachen Weltmeister betraf natürlich das WM-Duell. Felipe Massa steht direkt hinter Vettel. Fernando Alonso ist auf Rang sieben etwas weiter entfernt. "Wir haben zwar zwei Rückspiegel am Auto, aber die will ich morgen eigentlich nicht benutzen. Wir schauen nur nach vorne und wollen attackieren. Auch von Rang vier kann man ein Rennen gewinnen", gab sich Vettel angriffslustig.

Der zweifache Champion will im Rennen die Flucht nach vorne antreten. In der Qualifikation war er lieber noch auf Nummer sicher gegangen: "Im ersten Run im Q3 hatte ich einen kleinen Fehler. Ich bin zu weit rausgekommen. Das hat mich sicher eine halbe Sekunde gekostet. Im zweiten Versuch war ich dann etwas zu schüchtern. Das war sicher nicht meine beste Runde."

Vettel will keine Hilfe von Webber

Dass McLaren ganz vorne steht, ist für ihn keine Überraschung. "Die waren ja schon das ganze Wochenende schnell. Wir sind aber nicht hergekommen, um Zweiter, Dritter oder Vierter zu werden." Von Teamkollege Webber erwartet er keine Mithilfe, wenn es um den WM-Titel geht. "Wir fahren beide unsere eigenen Rennen. Er fährt seins, ich fahre meins. Wir haben ja schon früher Zweikämpfe geführt. Das ist nichts Besonderes."

WM-Konkurrent Alonso hofft, dass ihm chaotische Bedingungen am Sonntag helfen könnten. Regen ist vorhergesagt. Vettel macht sich keine großen Sorgen. "Wir müssen hellwach und auf alle Situationen vorbereitet sein. Es sind schnelle Reaktionen und Entscheidungen gefragt. Wir dürfen einfach nichts verschlafen."

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