Sebastian Vettel trifft Hans Herrmann

"Heute fehlt es an Kameradschaft"

Sebastian Vettel & Hans Herrmann Foto: Daniel Reinhard 75 Bilder

Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel und der 82-jährige ehemalige Silberpfeil-Pilot Hans Herrmann haben in einem auto motor und sport-Gespräch ihre ganz persönlichen Erfahrungen aus 60 Jahren Renngeschichte ausgetauscht.

Sebastian Vettel trifft Hans Herrmann. Für die am Donnerstag (27.1.) erscheinende Jubiläumsausgabe "125 Jahre Auto" hat auto motor und sport zwei Formel 1-Generationen zum Fachgespräch gebeten.

Beim Vergleich der alten gegen die moderne Formel 1 kristallisieren sich schnell Unterschiede heraus: So gesteht Vettel, dass es Kameradschaft und private Kontakte unter den Fahrern kaum noch gibt. "Heute leben wir abgeschottet durch die Drehkreuze in unserer eigenen Welt. Du bist bei deinem Team, kannst praktisch nichts mehr unbeobachtet machen. Mit den anderen Fahrern habe ich kaum noch Kontakt", beschreibt Vettel die Atmosphäre an der Strecke.

Ein Bierchen mit Stirling Moss

Das war in der Zeit der traditionellen Silberpfeile ganz anders, wie sich Herrmann erinnert. "Bei uns gab es um die Rennstrecken schon viel weniger Hotels. Da sind die Leute von Mercedes, Ferrari oder Maserati meistens im gleichen Hotel abgestiegen. Wir sind zusammengehockt und haben auch viel miteinander unternommen", schildert Herrmann. "Wir waren Kameraden, haben alles geteilt."

Die Piloten seien auch mal zusammen auf ein Bier ausgegangen. "Ich bin mit Stirling Moss am Abend öfter mal länger weg gewesen. Wir haben als Jungen den Krieg erlebt. Da wollten wir danach natürlich auch das Leben ein bisschen auskosten." Das gehe heute in der Formel 1 nicht mehr, so Vettel. "Was uns total von deiner Zeit unterscheidet, ist, dass sich die Kollegen nicht mehr untereinander am Samstagabend auf ein Bier treffen oder einfach miteinander quatschen. Da fehlt es an der Kameradschaft unter uns Fahrern. Das finde ich ein bisschen schade."

Herrmann: "Früher waren die Mädchen nicht gefährlich"

Auch in der Boxengasse sei die Situation früher harmlos und entspannt gewesen, schildert Hermann dem aktuellen Weltmeister. Boxenluder habe es noch nicht gegeben. "Früher waren die Mädchen nicht gefährlich, dafür die Rennen. Heute ist es umgekehrt", schmunzelt Herrmann im Gespräch mit Vettel. "Wir hatten keine Boxenluder."

Sehr beeindruckt zeigte sich Vettel von der frühen Renntechnik und der hohen Lebensgefahr der früheren Piloten. "Was mich daran fasziniert, ist die Technik dieser Autos. Für die damalige Zeit war das ja absolut Hightech. Aber ohne Gurt, mit einem Sitzpolster, der Tank um den Fahrer rum, das muss der Wahnsinn gewesen sein."

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