Sebastian Vettel - Otmar Szafnauer - GP USA 2017 xpb
Sebastian Vettel - GP USA 2007
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Vettel-Wechsel zu Aston Martin

Was ist dran an den Gerüchten?

Sebastian Vettel und Aston Martin sind sich einig über einen Vertrag für 2021, schreibt die "Bild". Nach Informationen von auto motor und sport ist der Wechsel aber noch längst nicht unter Dach und Fach. Die Angelegenheit ist kompliziert.

Die Fans von Sebastian Vettel können sich berechtigte Hoffnungen machen, dass der vierfache Weltmeister seinen Rennfahrerhelm nach dem Ferrari-Rauswurf noch nicht an den Nagel hängen muss. Zwar hat Red Bull dem Heppenheimer mittlerweile offiziell abgesagt, aber mit dem kleinen Racing-Point-Team ist immerhin noch ein Kandidat im Rennen.

Die ersten Grands Prix des Jahres haben gezeigt, dass der Rennstall aus Silverstone mit seiner pinken Mercedes-Kopie voll ins Schwarze getroffen hat. Der RP20 ist in der aktuellen Form sogar ein Kandidat für Podiumsplätze, was man von Vettels eigenem Dienstwagen nicht behaupten kann. Bei Ferrari muss, wie beim ersten Rennen, schon sehr viel Glück im Spiel sein.

Da ist es keine große Überraschung, dass Vettel bei der Suche nach einem neuen Cockpit seine Fühler auch in Richtung Racing Point ausgestreckt hat. Nach ergebnislosen Gesprächen mit Red Bull und Renault ist es die letzte Hoffnung auf ein konkurrenzfähiges Cockpit für 2021. Praktischerweise ist Teamchef Otmar Szafnauer schon seit Vettels Anfangstagen in der Formel 1 ein guter Bekannter.

Sebastian Vettel - Otmar Szafnauer - GP Monaco 2016
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Sebastian Vettel und Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer sind alte Freunde.

Racing-Point-Fahrer haben Vertrag

Auch für Racing Point wäre die Verpflichtung von Vettel ein echter Coup. Beim Neustart des Rennstalls als Aston-Martin-Werksteam in der kommenden Saison würde ein vierfacher Weltmeister als Aushängeschild natürlich für viel Aufmerksamkeit sorgen und dem ganzen Projekt Glaubwürdigkeit verleihen. Interesse ist also auf beiden Seiten vorhanden.

Bevor die Ehe offiziell vollzogen werden kann, gibt es aber noch ein paar Hürden zu überspringen. Beide aktuellen Stammfahrer von Racing Point besitzen einen gültigen Vertrag für die kommende Saison. Nach den bisher gezeigten Leistungen wäre es eigentlich die logische Wahl, dass Lance Stroll sein Cockpit räumen muss. Als Sohn von Rennstallbesitzer Lawrence Stroll muss sich der Kanadier aber keine Sorgen über einen möglichen Rausschmiss machen.

Da kann Sergio Perez die teaminterne Bilanz in Sachen Quali-Duelle und Punkteausbeute noch so dominieren, am Ende sitzt der Mexikaner am kürzeren Hebel. Und wenn Milliardär Lawrence Stroll einen neuen Fahrer im Cockpit haben will, dann hilft am Ende auch kein Vertrag.

Sergio Perez & Lance Stroll - GP Abu Dhabi 2019
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Die Statistik spricht klar für Sergio Perez. Doch sollte am Ende einer der Racing-Point-Piloten weichen müssen, wäre es nicht Lance Stroll.

Saubere Trennung von Perez?

Problematisch ist für die Racing-Point-Führung nur, dass der Aufschrei bei den Fans im Falle einer schmutzigen Trennung sehr groß wäre. Perez hat das Team auch durch schwere Phasen begleitet und nie ein schlechtes Wort über seinen Arbeitgeber verloren. Der 30-Jährige hatte sogar aktiv dabei mitgeholfen, den Rennstall in eine geordnete Insolvenz zu führen, um die Übernahme durch neue Investoren zu vollziehen.

Deshalb ist es für Racing Point nun extrem wichtig, den Fahrertausch so elegant wie möglich über die Bühne zu bringen. Im Falle von Perez würde das bedeuten, dass der Fahrer eine ordentliche Abfindung erhält. Gleichzeitig wird der Routinier versuchen, direkt schon ein neues Cockpit für 2021 klarzumachen. Ein möglicher Kandidat wäre das US-Team von Haas.

Die Bild-Zeitung schreibt, dass sich Vettel und Racing Point bereits über einen Vertrag einig geworden sind. Das wird von Racing Point jedoch dementiert. Der Bericht entspreche nicht der Wahrheit, hören wir aus dem Team. Aktuell gebe es nichts zu verkünden, heißt es.

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - 4. Juli 2020
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Geht Vettel zu Racing Point oder hängt er seinen Rennfahrerhelm an den Nagel? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen.

Entscheidung noch offen

Auch aus der Ecke von Vettel kommen offiziell noch keine positiven Signale. Der 33-Jährige hatte zuletzt immer wieder betont, dass er sich selbst erst einmal im Klaren sein muss, ob er überhaupt weitermachen will. Sowohl eine Rennpause als auch ein kompletter Rücktritt stehen nach wie vor auf der Liste der Optionen.

Bis es zu einer Entscheidung kommt, wird die Gerüchteküche also noch ein bisschen brodeln. Perez selbst befindet sich aktuell in einer Zwickmühle: Sollte er mit seinem Racing Point bei den nächsten Rennen ein paar starke Ergebnisse einfahren, würde das gleichzeitig dazu führen, das Vettels Interesse an einem Wechsel steigt.

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