Formel 1-Champion im Stress

Vettels langer WM-Feier-Marathon

Sebastian Vettel Foto: dpa 54 Bilder

Mit der Zieldurchfahrt begann für Sebastian Vettel erst der richtige Stress: Interviews, Händeschütteln, Feiern. Zwischendurch geht es nach Salzburg. Dann wieder Abu Dhabi. Da werden ihm die Pirelli-Testfahrten am kommenden Wochenende vorkommen wie Erholung.

Auf dem Siegerpodest war Sebastian Vettel den Tränen nahe. Im Moment der Weltmeisterschaft zieht noch einmal die ganze Karriere vor dem geistigen Auge vorbei. Der Traum als Bub von der Formel 1, die Kart-Zeit mit beschränkten finanziellen Mitteln, die Formel BMW, die er im Sturm nahm, die Formel 3 und Renault-Weltserie, die nicht so nach Wunsch verliefen, die Freitagstests bei BMW mit den Bestzeiten in Istanbul und Monza, das GP-Debüt 2007 in Indianapolis, die ersten Führungskilometer im Toro Rosso in Fuji 2007, der erste GP-Sieg in Monza 2008, die WM-Enttäuschung von 2009, das Auf und Ab einer verrückten Saison 2010.

Abu Dhabi - Salzburg - Abu Dhabi

Nach der Champagnerdusche ging die Arbeit erst richtig los. TV-Interviews, Pressekonferenz, TV-Interviews. Gruppenbild mit dem Team, Siegerfoto mit Pokal, Danksagung an jeden einzelnen aus der Truppe, ein langes Gespräch mit Chef Dietrich Mateschitz und Mark Webber, dann die Feier im kleinen Kreis der Österreich-Fraktion. Auf dem kleinen Fernseher im Red Bull-Pavillon lief noch einmal der wichtigste Grand Prix seines Lebens.

Von der Rennstrecke ging es zu Fuß ins zehn Minuten entfernte Yas Hotel, wo mit der Familie und den Red Bull-Getreuen eine kleine Party organisiert worden war. Die große Feier steigt erst am Montag in Salzburg. "Das Rennen hat bei Helligkeit begonnen, ging in die Nacht hinein und wird erst bei Tageslicht wieder enden", prophezeite Vettel. Als er um neun Uhr in Dubai in die Maschine nach München stieg, hatte er sechs Stunden Flugzeit, um sein Schlafdefizit auszugleichen.

Pressekonferenz im Hangar 7

In Salzburg werden sicher noch mehr Champagnerflaschen geköpft als in der Boxengarage von Abu Dhabi. Vettel hält sich mit Alkohol zurück. "Bier ist mir zu bitter. Ich trinke lieber ein Radler." Dann schon lieber ein Red Bull mit Hochprozentigem. Ein bisschen Werbung für den Arbeitgeber muss sein.

Der großen Feier folgt am Dienstag eine Pressekonferenz im Hangar 7, dem Hauptquartier von Red Bull. Am Abend sitzt Vettel schon wieder im Flugzeug. Er will Mittwochmorgen wieder in Abu Dhabi sein. Dann noch zwei Tage Ausspannen, bevor am Freitag und Samstag der große Pirelli-Test steigt. Es ist Quadfahren in der Wüste angesagt. Den Pirelli-Test bestreitet der neue Weltmeister allein. Teamkollege Mark Webber verdünnisiert sich nach Australien. "Mark hat keine Lust auf den Test", schüttelte Vettel den Kopf.

Montag:

- Abreise von Dubai nach München mit Emirates-Flug 049
- im Helikopter von München nach Salzburg zur Red-Bull-Party im
Hangar 7
- TV-Auftritt mit Teamkollege Mark Webber, Teamchef Christian Horner
und Auto-Designer Adrian Newey

Dienstag:

- Saisonabschluss-Pressekonferenz des Teams in Salzburg
- Flug nach London und dann weiter ins Team-Quartier in Milton Keynes
zur Feier mit den Mitarbeitern der Rennsportfabrik
- abends Flug nach Abu Dhabi

Mittwoch und Donnerstag:

- zwei Tage Wüsten-Spaß auf dem Quad-Bike

Freitag und Samstag:

- Testfahrten mit den neuen Pirelli-Reifen für die Saison 2011 auf
dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi

27. und 28. November:

- Start beim Race of Champions in Düsseldorf mit Michael Schumacher

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