Senna-Zeitzeuge Frank Williams (11)

"Als hätten wir einen Michelangelo gestohlen"

Ayrton Senna - 1994 Foto: ams 69 Bilder

Am 1. Mai jähren sich die tragischen Ereignisse des GP San Marino 1994 zum 20. Mal. Wir haben prominente Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an ein Wochenende gefragt, das Ayrton Senna und Roland Ratzenberger das Leben kostete. Die Wegbegleiter erzählen 11 Geschichten, die Sie bestimmt noch nicht kennen. Folge 11: Frank Williams, Teamchef von Senna.

"Ich kannte Ayrton schon seit der Zeit, als er nach England gekommen ist und habe ihm bereits 1983 ein Angebot gemacht. Leider hat er mir abgesagt. Wir sind aber immer in Kontakt geblieben. Ich musste lange warten, bis er bei mir unterschrieb, und es ist die Tragik unserer Lebenswege, dass unsere gemeinsame Zeit so kurz war."

Williams hielt Senna für unverwundbar

"Natürlich hat mich sein unglaubliches Fahrtalent beeindruckt, aber mehr noch seine Art. Er ist immer auf geradem Weg auf sein Ziel zugegangen. Es gab keine Kompromisse für ihn. Senna war für mich unverwundbar. Wie Jim Clark. Umso größer war der Schock für Patrick Head und für mich, als er in die Mauer gefahren ist und als wird die Nachricht von seinem Tod bekamen."
 
"Unabhängig von der Unfallursache spüre ich eine große Verantwortung. Es ist mein Team. Als Jim Clark gestorben ist, passierte das anonym. Es gab keine Filmaufnahmen, keine Fotos. Ayrton ist in einem Williams vor einem Millionenpublikum live gestorben."

"Viele gaben uns die Schuld dafür. Als hätten wir der Welt ein Gemälde von Michelangelo gestohlen. Ayrton war ein internationaler Superstar. Das wurde uns bei der Beerdigung klar vor Augen geführt. Auch da kam dieses Gefühl der Schuld wieder hoch."

In Imola durfte nichts schiefgehen

"Der Druck hat sich an diesem Wochenende von Imola langsam aufgebaut. Nicht nur wegen der Unfälle am Freitag und Samstag . Jeder wusste, dass Imola eine gefährliche Strecke war. Wenn in den Highspeed-Passagen etwas schiefging, war das Ergebnis immer ein großer Unfall."

"Als ich die Bilder am Fernseher sah, hatte ich gleich ein ungutes Gefühl. Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass wir uns auf das Schlimmste gefasst machen mussten. Es war ein massiver Aufprall bei hoher Geschwindigkeit, vorne rechts fehlte das halbe Auto, er bewegte sich nicht."
 
In unserer Bildergalerie erinnern wir mit den besten Senna-Fotos an die Karriere der Rennlegende.

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