Sergio Perez - GP Russland 2020 Racing Point
Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020 36 Bilder

Renault unter Wert geschlagen

Perez rast auf Mittelfeld-Pole

Lange hinterließ Daniel Ricciardo im Mittelfeld-Kampf von Sotschi den stärksten Eindruck. Doch am Start des Rennens parkt überraschend der Racing Point von Sergio Perez in der zweiten Reihe. Im Renault-Lager hatte man eine Erklärung dafür parat.

Bei Renault wusste man nach dem Qualifying zum Russland-Grand-Prix nicht so ganz, ob man sich über die Startplätze fünf und sieben freuen sollte. Nach guten Trainingsleistungen am Freitag hatte man eigentlich schon mit der zweiten Startreihe geliebäugelt. Selbst der Red Bull von Max Verstappen lag in Reichweite.

Die ersten Runden des Qualifyings schienen den guten Eindruck zu bestätigen. Im chaotischen Q2 konnte Daniel Ricciardo sogar die Zeitenliste anführen, weil die beiden Mercedes und der Verstappen-Red-Bull mit den Medium-Reifen pokerten. "Das war wirklich ein schönes Gefühl, mal wieder eine Quali-Session anzuführen", grinste der Australier.

Doch im Q3 konnte er die gute Leistung nicht wiederholen. Während die Konkurrenz zulegte, umrundete der Renault mit der Startnummer 3 die 5,848 Kilometer lange Strecke anderthalb Zehntel langsamer als zuvor. Die Q2-Zeit hätte gereicht um Sergio Perez von Startplatz vier zu kicken.

Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020
xpb
Daniel Ricciardo war mit Startplatz fünf einigermaßen zufrieden.

Lange Pause schadet Ricciardo

"Meine Runde im Q2 war wirklich nahe dran an der Perfektion. Ich wusste, dass es schwer wird, das noch einmal zu wiederholen", erklärte Ricciardo. "Weil die Runde zum Einzug ins Q3 reichte, haben wir entschieden, den zweiten Run auszulassen. Dann kam leider die Unterbrechung dazu. Ich stand also fast 20 Minuten in der Garage und musste mich im Q3 erst einmal wieder neu einschießen."

Ricciardos Pech war, dass die Temperaturen in der Pause spürbar abfielen. "In meiner Q2-Runde hatte ich die Reifen perfekt im Arbeitsfenster, als ich die Runde begann. Im Q3 habe ich gemerkt, dass die Temperaturen etwas zu niedrig waren. Deshalb bin ich es am Anfang etwas vorsichtiger angegangen. Mehr als eine Zehntel wäre aber wohl auch nicht mehr drin gewesen."

Ricciardo bewertete Startplatz fünf als einen Erfolg. Mit der Strecke in Sotschi hatte der Australier bisher immer auf Kriegsfuß gestanden. "Ich habe mir vor dem Wochenende viele Onboard-Aufnahmen angeschaut um meine Linie zu verbessern. Dann habe ich die Daten analysiert um zu sehen, wo wir früher mit dem Setup falsch abgebogen waren. Ich habe also meine Hausaufgaben gemacht. Und es hat sich ausgezahlt."

Lance Stroll - Racing Point - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 26. September 2020
Motorsport Images
Bevor der Motor am Auto von Lance Stroll überhitzte, wurde er aus dem Stau in der Boxengasse entfernt.

Perez will groß punkten

Obwohl Renault im Duell mit Perez den Kürzeren zog, könnten die Equipe am Rennsonntag trotzdem Punkte auf Racing Point aufholen. Nach dem Ausfall von Lance Stroll im Q2 steht nur ein einziger rosa Rennwagen am Start in den Top Ten. Schuld am vorzeigigen Feierabend des Kanadiers war die Unterbrechung in der zweiten Quali-Runde, wie Teamchef Otmar Szafnauer erklärte.

"In der Pause haben viele Teams in der Boxengasse um gute Positionen für einen letzten Run gekämpft. Wir haben versucht vorherzusehen, wann der Restart erfolgt. Leider hat es etwas länger gedauert. Dadurch überhitzte die Power Unit im Heck und wir mussten Lance bitten, das Auto abzuschalten, um den Motor nicht ganz zu verlieren. Immerhin darf er am Start die Reifen frei wählen. Ich erwarte also morgen eine starke Vorstellung von ihm."

Auch ohne den Ausfall auf Platz 13 hätte Stroll seinen Teamkollegen wohl nicht schlagen können. Perez war das ganze Wochenende deutllich besser unterwegs – und das, obwohl er auf das große Upgrade-Paket verzichten musste, das nur beim Schwesterauto zum Einsatz kam. Im Qualifying konnte der 30-Jährige dann seine ganze Erfahrung ausspielen.

"Das war eine schwierige Session, weil der Wind ständig wechselte und auch noch die Unterbrechung dazwischen kam", so Perez. Der Routinier nutzte die Gelegenheit auch für ein Lob an sein Team: "Es war eine tolle Leistung der gesammten Mannschaft, dass wir die Sessions so gut gemanagt und das Maximum rausgeholt haben." Nach den kritischen Tönen am Donnerstag scheint also wieder Frieden im Racing-Point-Lager eingekehrt zu sein.

Am Rennsonntag geht der Blick des Mexikaners nicht nach hinten sondern nach vorne: "Das Podium wird nicht einfach zu erreichen sein. Aber mit dem langen Anlauf bis zu Kurve 2 kann hier alles passieren. Wenn wir einen guten Start hinbekommen und dann die Reifen im Griff haben, können wir sicher um ein starkes Ergebnis kämpfen."

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