Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1-Test - Barcelona - 1. März 2015 xpb
Kvyat - Red Bull - Barcelona Test 2 - 2015
Sainz Jr. - Toro Rosso - Barcelona Test 2 - 2015
Perez - Force India - Barcelona Test 2 - 2015
Maldonado - Lotus - Barcelona Test 2 - 2015 32 Bilder

Silberpfeile langsam auf den Geraden

Mercedes mit Red Bull-Trick

Top-Speeds haben auf die Rundenzeit nur bedingten Einfluss. Und doch verraten sie eine ganze Menge. Zum Beispiel, dass Mercedes in diesem Jahr mit einem alten Red Bull-Trick die Weltmeisterschaft gewinnen will.

Zwölf Testtage produzieren eine Menge Daten. Doch aussagekräftig für das Kräfteverhältnis ist eigentlich nur die letzten Barcelona-Woche. Weil da die Autos mit ihrer endgültigen Aerodynamik-Spezifikation antreten. Und weil die Teams endlich mal die Katze aus dem Sack lassen. Wir haben uns deshalb bei unserer Analyse ausschließlich auf die letzten vier Tage in Barcelona konzentriert.

Ein wichtiger Teil unserer Analyse betrifft die Top-Speeds. Sie verraten nicht, ob ein Auto über eine Runde schnell oder langsam ist. Aber sie liefern Indizien über das Auto und das Setup. Oft klaffen Top-Speed und Rundenzeit weit auseinander. Red Bull zählt schon seit Jahren zu den langsamsten Autos auf der Geraden. Trotzdem wurde das Team aus Milton Keynes zwischen 2010 und 2013 vier Mal Weltmeister.

Wer vorne startet, fährt ein eigenes Rennen

Drei Mal davon mit dem gleichen Trick. Oder nennen wir es Konzept. Das Team baute voll darauf, das schnellste Auto in Sachen Rundenzeit zu haben. Also setzte man voll auf Abtrieb und opferte dafür Top-Speed.

Wer garantiert aus der ersten Reihe startet, muss auf der Geraden nicht schnell sein. Weil die Verfolger nie in die Nähe kommen, ihren Top-Speed-Vorteil zu nutzen. "Du fährst ein anderes Rennen als alle anderen", weiß Red Bull-Technikguru Adrian Newey aus eigener Erfahrung.

Mercedes macht es in diesem Jahr genauso wie Red Bull in seinen glorreichen Tagen. Die Ingenieure in Brackley wissen, dass die beiden Silberpfeile ein Abonnement auf die erste Startreihe haben werden. Der AMG W06 wurde deshalb voll auf Abtrieb getrimmt.

Die Top-Speed-Tabelle spricht eine deutliche Sprache: Der Silberpfeil war in Barcelona auf der Zielgeraden das langsamste aller Autos mit Mercedes-Motor. Das ist kein Zufall. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt Mercedes mit seinem Höchstwert von 328,2 km/h nur auf Rang 7.

Red Bull weiter auf der Top-Speed-Kriechspur

Red Bull verfährt im Moment noch nach dem gleichen Prinzip. Das aber kann zum Bumerang werden, wenn man weiter hinten startet und im Pulk hängenbleibt. Man kann weder überholen, noch sich verteidigen.

Angeblich ist Newey sauer, weil seine Chefdesigner zu sehr auf dieser Formel herumgeritten sind. Bei der Präsentation des RB11 hatte er noch gesagt: "Wir können es uns nicht mehr leisten, mit dieser Masche zu fahren." Dass es auch anders geht, zeigt Toro Rosso mit dem gleichen Motor. Der Toro Rosso STR10 war auf der Geraden um 14,3 km/h schneller als der Red Bull RB11.

Ferrari experimentierte viel mit dem Setup. An den ersten beiden Tagen zählten die roten Autos zu den langsamsten auf der Geraden. Dann wurde Abtrieb reduziert. Sebastian Vettel kam mit dem Setup auf 336,4 km/h. Platz zwei hinter Max Verstappen, der mit 339,6 km/h den absoluten Bestwert aufstellte.

Williams packte im Verlauf der acht Testtage von Barcelona Abtrieb drauf. In der ersten Woche lagen die weißen Autos am Ende der Geraden noch ganz vorne. In der zweiten ließen sie es bei 335,4 km/h bewenden und rangierten nur auf Platz 3.

Sauber und Lotus lieferten sich mit 334,3 km/h ein Kopf- an Kopfrennen. Auch Sauber setzte im Vergleich zur Woche davor auf mehr Anpressdruck. McLaren-Honda nahm mit 320,4 km/h den letzten Platz ein. Das lag auch daran, dass sich Honda wegen der anhaltenden Probleme nie mehr traute ans Limit zu gehen.

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