Silverstone-Updates

Regen durchkreuzt Testprogramm

Lewis Hamilton Foto: xpb 94 Bilder

Der Regen kam extrem ungelegen. Fünf Teams wollten am Freitag ihre Neuentwicklungen testen. Doch das Wetter machte vernünftigen Vergleichsfahrten einen Strich durch die Rechnung. Jetzt ist Datenstudium und Bauchgefühl angesagt.

McLaren hatte einen neuen Heckflügel im Gepäck. Williams einen Frontflügel, der alle Probleme auf einmal lösen sollte. Ferrari wollte das halbe Auto umbauen. Motorverkleidung, Auspuff, Diffusor und Heckflügel waren neu. Sauber und Force India waren mit neuen Heckflügeln nach Silverstone gekommen. Und dann mussten alle Teams natürlich ihre Motoren auf die neuen Regeln umstellen.

Ein erster Blick aus dem Fenster am Freitagmorgen verhieß nichts Gutes. Grau in Grau. Typisches Silverstone-Wetter. In regelmäßigen Abständen peitschte der Regen waagerecht über das flache Land. Dazu ein unangenehmer Wind. "Mich hätte es ein paar Mal fast von der Straße geweht", berichtete Nick Heidfeld. Die Ingenieure rauften sich die Haare. Wie soll man alt gegen neu vergleichen, wenn sich die Streckenbedingungen ständig ändern? Die Fahrer waren auf allen Reifentypen unterwegs: Regen, Intermediate, Slick.

Hamilton auf Slicks im Regen

Besonders kritisch war es für die Piloten, die ihre neuen Heckflügel ausprobieren wollten. "Wir haben Lewis mit Slicks auf die nasse Bahn geschickt, damit er das DRS aktivieren konnte. Auf Intermediates und Regenreifen ist das ja verboten", erzählte McLaren-Chef Martin Whitmarsh.

McLaren wollte herausfinden, um wie viel mehr Top-Speed gewonnen wird, wenn der Flügel flachgestellt wird. "Mit dem alten Flügel haben wir in dem Zustand bis zu acht km/h auf die Red Bull eingebüßt." Whitmarsh stöhnte: "Wir haben jetzt eine Ahnung, mehr nicht. Der Windkanal spricht von einem deutlichen Gewinn."

Ferrari versucht Daten zu sammeln

Fernando Alonso und Felipe Massa spielten ebenfalls Versuchskaninchen. Ferrari hatte ein großes Paket vorbereitet, in der Hoffnung mehr Abtrieb auf Strecken mit schnellen Kurven zu finden. Die Resultate waren dürftig. "Wir sind so weit es ging mit konstanter Geschwindigkeit auf den Geraden gefahren und haben Messungen durchgeführt. Heute Abend müssen wir die Daten miteinander vergleichen werden. Dann entscheiden wir, welche der neuen Komponenten Sinn macht und welche nicht", meinte Alonso.

In Bezug auf die neuen Motoreinstellungen wurde Alonso auch nicht schlauer: "Im Regen bremst du nicht am Limit. Deshalb kann ich nicht sagen, wie groß der Unterschied ist." Sebastian Vettel bestätigt: "Der Regen überlagert das Problem, dass wir jetzt theoretisch weniger Abtrieb haben." Heidfeld zuckte ebenfalls die Schulter: "Ich habe bei einem Kurzversuch in Valencia mehr darüber gelernt als am ganzen Tag in Silverstone."

Williams erneut vom Regen gestoppt

Williams verfluchte den englischen Landregen. Der Rennstall aus Grove hatte ein ganzes Arsenal an Flügelvarianten hinten und vorne, an Diffusoren und Auspuffpositionen nach Silverstone gekarrt. "Eigentlich wollten wir diese Sachen vor ein paar Tagen in Kemble ausprobieren, doch da hat es auch geregnet. Wir sind erst gar nicht gefahren, um nicht einen Aerodynamiktag zu verschwenden", erzählt Teammanager Dickie Stanford.

Silverstone am Freitag brachte ein Déjà vue. Williams ist jetzt auch nicht viel schlauer. Bevor am Samstag eine Entscheidung über die endgültige Konfiguration getroffen wird, ist erst einmal Datenstudium angesagt. Und auch ein bisschen Bauchgefühl.

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