Sind die Rennen zu langweilig?

"Rennen sind anders, nicht schlechter"

Fernando Alonso - Ferrari - Formel 1 - GP Malaysia - Sepang - 27. März 2014 Foto: xpb 19 Bilder

Die Kritik von Bernie Ecclestone und Luca di Montezemolo an der neuen Formel 1 hat auch die Diskussionen im Fahrerlager neu entfacht. Sind die Rennen zu langweilig? Fernando Alonso meint: "Sie sind anders. Nicht besser und nicht schlechter."

Viele reden vom Krisengipfel in London. Weil dort Bernie Ecclestone, Ferrari-Chef Luca di Montezemolo und FIA-Präsident Jean Todt die Anlaufschwierigkeiten der neuen Formel 1 diskutiert haben. Doch alle gut und schlecht gemeinten Verbesserungsvorschläge wie mehr Sprit, mehr Lärm, mehr Power bleiben Stückwerk.

Sie werden nichts ändern, meint Fernando Alonso: "Gib allen mehr Sprit, und die Schnellen werden noch schneller." Der Spanier mahnt zur Ruhe: "Man muss der neuen Formel 1 mehr Zeit geben. Es wird gute und schlechte Rennen geben, so wie es im Fußball gute und schlechte Spiele gibt. Ein 0:0 ist auch nicht aufregend."

Neun Sekunden langsamer als zu V10-Zeiten

Es kommt immer auf die Position des Betrachters an. Natürlich weinen die Fahrer den V10-Zeiten nach, als in Malaysia Rundenzeiten von 1.34 Minuten gefahren wurden. "Heute sind wir neun Sekunden langsamer. Für den Fahrer ist das weniger anstrengend, aber auch weniger Spaß. Ältere Fahrer wie Kimi und ich haben diesen Vergleichsmaßstab noch. Für die Jungen fühlt es sich möglicherweise gar nicht so schlimm an. Ich kann nicht sagen, dass ich die Rennen nicht genieße. Rennfahren ist Wettbewerb, Mann gegen Mann. Am Ende ist es nicht so wichtig, wie schnell die Autos sind."

Für Alonso hat jede Form von Motorsport ihren ganz eigenen Reiz. "500 Meilen im Oval sind anders als 24 Stunden in Le Mans oder ein Grand Prix. Alle sind auf ihre Art gut." Jetzt hat sich die Herausforderung eben verschoben, meint der Ferrari-Pilot. "Die Rennen sind langsamer, weniger anstrengend, aber dafür ist es schwieriger eine perfekte Runde zu fahren und sie im Rennen zu reproduzieren. Weil die Autos öfter quer stehen, weil öfter mal ein Rad beim Bremsen stehenbleibt oder beim Beschleunigen durchdreht. Es sind andere Autos und andere Rennen. Aber sie sind nicht besser oder schlechter."

Es fehlt die Unbekannte Reifen

Lewis Hamilton bringt noch einen interessanten Aspekt in die Diskussion. Gerade nachdem Luca di Montezemolo Änderungen angemahnt hat. "Montezemolo hat sich auch nicht beschwert, als Ferrari fünf Mal hintereinander den Titel gewonnen hat. Das war auch nicht spannender. Wir hatten diese Siegesserien immer wieder in der Formel 1. Bei McLaren, bei Red Bull, und jetzt eben bei Mercedes. Red Bull hat vier Mal hintereinander den Titel gewonnen. Ich habe keine Kritik gehört."

Für Williams-Technikchef Pat Symonds gibt es nur einen Grund, warum bei den ersten beiden Rennen im Feld wenig Bewegung war. "Die Reifen sind jetzt eine bekannte Größe. Im letzten Jahr haben sie das Feld durcheinander gewürfelt. Das hat für Spannung gesorgt. Trotzdem haben sich alle beschwert."

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