Charles Pic, Caterham, Formel 1-Test, Barcelona, 20. Februar 2013 xpb
Pirelli F1 Reifen 2013
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Pirelli F1 Reifen 2013 26 Bilder

Sorgen um die Reifen

"Sieben Stopps in Melbourne"

Zwölf Testtage sind ein Sparprogramm. Nur zwölf Tage, um die neuen Autos kennenzulernen. Und die neuen Pirelli-Reifen. Genau die sind jetzt das große Problem. Verschleiß und Gripabbau sind viel höher als erwartet. Ein normales Testprogramm ist nicht möglich. Sergio Perez prophezeit sieben Boxenstopps in Melbourne, wenn sich nichts ändert.

Der Plan von Pirelli ist aufgegangen. Die neuen Reifen bauen schneller ab als ihre Vorgänger aus der Saison 2012. Doch nach zwei Testtagen in Barcelona fürchten alle, dass Pirelli ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen ist. Der Gripverlust der Reifen ist bereits nach einer schnellen Runde dramatisch. Er beträgt mehr als eine Sekunde.

Reifen behindern Testprogramm

"Nach ein paar Runden bist du drei Sekunden langsamer. Da kannst du nichts mehr am Auto testen", sagt Sebastian Vettel. Sergio Perez, der große Reifenflüsterer, stimmt zu: "Es ist praktisch unmöglich, drei Runden am Stück konstant zu fahren. Unter den Umständen lernst du nichts über dein Auto."

Nicht nur der unerwartet hohe Reifenabbau macht den Teams Sorgen. "Der Verschleiß ist doppelt so hoch wie im letzten Jahr", stellte Ross Brawn fest. Im letzten Jahr konnte man auf den harten Reifen 30 Runden drehen. Jetzt sind 14 Runden das Maximum. "Du musst so langsam wie möglich fahren, damit die Reifen überhaupt halten", verzweifelt Perez.

Die Piloten müssen ihre Reifen förmlich streicheln, um sie am Leben zu halten. Red Bull-Berater Helmut Marko fiel beim Streckenstudium auf: "Vettel hat das Auto um den Kurs getragen. Er ist eine Renndistanz gefahren und hatte viel Sprit an Bord. Da brauchst du schon viel Fingerspitzengefühl, dass du dir die Reifen nicht ruinierst."

Barcelona zu kalt für Pirelli

Barcelona ist sicher nicht die einfachste Strecke für die Reifen. Dazu kommen noch die tiefen Temperaturen, die eher kontraproduktiv als hilfreich sind. "Da kommt auch noch Körnen dazu", beschreibt Brawn das Dilemma. "Innen wird der Reifen warm, aber die Oberfläche bleibt kalt." Normalerweise kämpfen die Fahrer mit dem entgegengesetzten Problem.

Perez unkte: "Wenn es so schlimm in Melbourne wird, brauchen wir sieben Stopps." Eigentlich ein Idealzustand für Piloten mit reifenschonender Fahrweise. Perez winkt ab: "Mit diesen Reifen kannst du als Fahrer kaum einen Unterschied machen. Es ist einfach unheimlich leicht, die Reifen zu zerstören."

Die Fahrer müssen umlernen. Laut Nico Hülkenberg unterscheidet sich die aktuelle Reifengeneration dramatisch von den Vorgängern. Ein Reifen der einmal angefahren wurde ist bei nochmaligem Aufziehen zwei Sekunden langsamer, erklärt der Sauber-Pilot. Früher ging es auch, den Reifen mit einer Abkühlrunde noch einmal zum Leben zu erwecken. "Das funktioniert nun nicht mehr."

Sebastian Vettel trauert den alten Zeiten nach: "Ich kann mich noch erinnern, dass wir in Barcelona 1.20er Zeiten gefahren sind. Jetzt schleichen wir hier mit 1.26er Zeiten herum."

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