Daniil Kvyat - Toro Rosso - Max Verstappen - Red Bull - Testfahrten - Barcelona xpb
Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2017
Stoffel Vandoorne - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2017
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Die Sorgenkinder vom Formel 1-Test in Barcelona

Toro Rosso nur mit 183 Runden

Nur Mercedes und Ferrari haben die erste Testwoche einigermaßen sorgenfrei abgespult. Die größten Sorgenkinder sind McLaren-Honda, Toro Rosso, Force India und Williams.

Neue Autos haben ihre Kinderkrankheiten. Nach einer großen Regelreform erst recht. Die zehn Formel 1-Teams haben an vier Tagen nur 3.193 Runden abgespult. Nur Mercedes und Ferrari präsentierten sich in dem Frühstadium schon gut sortiert. HaasF1 und Sauber erreichten Normalform. Der Rest des Feldes muss noch an der Standfestigkeit arbeiten.

Helmut Marko grantelt

Die Sorgen gehen schon bei Red Bull los. Daniel Ricciardo und Max Verstappen kam nur auf 297 Runden. Im Vergleich dazu die Konkurrenz: Mercedes kreiste 557 Mal um den Circuit de Catalunya, Ferrari 468 Mal. Daniel Ricciardo beklagte wegen Defekten an einem Kurbelwellensensor, einem Batteriewechsel und einem gebrochenen Auspuff lange Standzeiten. „Die Zuverlässigkeit ist noch nicht zufriedenstellend“, grantelt Teamberater Helmut Marko mit Blick auf die Gegner, die wie Uhrwerke ihre Runden drehten.

Ferrari blieb mit Sebastian Vettel im Cockpit kurz vor Torschluss des dritten Testtages liegen, weil man etwas an der Motoreinstellung verändert hatte. Mercedes gab am vierten Tag Elektrikärger als Grund dafür an, dass Lewis Hamilton einen freien Vormittag hatte. Manche hielten das für einen Vorwand. Der Ex-Champion hatte schon am Vortag durchblicken lassen, dass er keine große Lust verspüre, Regenreifen-Tests auf einer bewässerten Piste zu fahren.

Renault-Teams in Not

Das größte Sorgenkind ist Toro Rosso. Red Bulls B-Team war mit 183 Runden das Schlusslicht in der Kilometer-Hitparade. Am dritten Tag erwischte es Carlos Sainz und Daniil Kvyat mit zwei Motorschäden. Es soll sich dabei um mechanische Defekte gehandelt haben. Für den vierten Tag baute Renault aus drei kranken Antriebseinheiten ein Notfall-Aggregat zusammen. Es stellte nach einer Runde seinen Dienst ein.

Daniil Kvyat - Toro Rosso - Formel 1 - Test - Barcelona - 28. Februar 2017
Stefan Baldauf
Toro Rosso kratzte die wenigsten Kilometer in der ersten Testwoche 2017 zusammen.

In den gelbschwarzen Werksautos lief der Motor bis zum dritten Tag klaglos. Dann wurde eine Antriebseinheit getauscht. Dass die Kundenautos stärker betroffen waren, könnte entweder an der Installation des Motors oder vielleicht auch dem Kraftstoff und Öl liegt. Renault entwickelt den Motor für BP und Castrol. Die beiden Red Bull-Teams fahren mit Mobil.

Renault ist bei seiner Neukonstruktion ans Limit gegangen, erzählt man sich im Fahrerlager. Mercedes übrigens auch. Erst in der ersten Testwoche schaffte der erste Mercedes V6-Turbo das Qualitäts-Siegel mit einem 6.000 Kilometer-Lauf am Prüfstand. Hier wie dort gibt es angeblich noch Anlaufschwierigkeiten mit dem MGU-H Antrieb. Der „heißen“ Elektromaschine kommt wegen des höheren Volllastanteils in diesem Jahr besondere Bedeutung zu. Renault betrieb die Motoren in Barcelona noch mit gedrosselter Leistung. „Wir fahren hier in Barcelona noch nicht einmal den Rennspar-Modus“, verriet ein Mercedes-Kunde.

Force India verzweifelt am Auspuff-Endrohr

Bei Honda herrscht bereits höchste Alarmstufe. Probleme mit dem Öltank und ein kapitaler Motorschaden dampften das Programm auf 208 Runden ein. Da konnte Motorenchef Yusuke Hasegawa noch so oft „sorry“ sagen. Bei McLaren gab es lange Gesichter. „Wir haben schon die halbe Vorbereitungsphase verloren. Wenigstens ist das Auto gut“, bilanzierte Fernando Alonso mürrisch. Honda glaubt das Problem bis Melbourne lösen zu können. Unter der Hand wird erzählt, dass auch dem neuen Honda V6-Turbo massiv Leistung fehlt.

Auch andere wurden kalt erwischt. Renault lag mit 293 Runden auf Red Bull-Niveau. Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer stoppten immer wieder wegbrechende Karbonteile von den Bremsverkleidungen. Sauber beklagte einen Turboschaden. Wenn da mal nicht der Vorjahres-Motor zum Bumerang wird. Er war nicht das zuverlässigste Aggregat. Der neue Ferrari V6-Turbo scheint deutlich gesünder.

Force India verzweifelte am Auspuff-Endrohr. Es kam wiederholt zu Rissen. Techniker pendelten zwischen England und Spanien, um neue oder modifizierte Teile zu bringen. Schuld ist die Heckflügelstütze, die neuerdings mitten durch den Auspuff geht. Mercedes macht die Vorgaben, liefert aber keine Endrohre. Das ist Sache der Kunden.

Esteban Ocon - Force India - Formel 1 - Test - Barcelona - 28. Februar 2017
xpb
Bei Force India bildeten sich Risse am Auspuff.

Technikchef Andy Green ärgert sich: „Wenn wir allein entscheiden könnten, würden wir die Heckflügelstütze nicht durch den Auspuff bauen. Das ist ziemlich aufwendig.“ Auch in einem zweiten Punkt weiß Green schon, wo er ansetzen muss. „Wir haben die Kühler zu groß dimensioniert. Einen davon haben wir zu 80 Prozent abgedeckt.“

Chassisbruch stoppt Williams

Toro Rosso verlor eineinhalb Testtage wegen Motorproblemen. Williams fast zwei wegen Unfällen. Neuling Lance Stroll fabrizierte zwei Dreher und einen Einschlag in die Mauer. Beim ersten Dreher ging der Frontflügel zu Bruch. Das hieß Warten, bis ein neuer kommt. Der Crash in die Mauer von Kurve 5 war folgenschwerer. Das Chassis bekam einen Knacks. Damit war der vierte Testtag gestrichen.

Im letzten Jahr fuhr HaasF1 mit den wenigsten Testkilometern zum Saisonstart nach Melbourne. Dieses Jahr liegt das US-Team bei Test-Halbzeit auf einem guten vierten Platz. Erhöhte Getriebetemperaturen und Karbonteile, die nicht passgenau waren, verzögerten den Zeitplan nur unwesentlich. Teamchef Guenther Steiner war zufrieden: „Wir sind gut durch die erste Woche gekommen. Es gab nur wenig und nur kleine Probleme. Ferrari hat mit dem Antrieb und der Installation einen super Job gemacht.“

Testbilanz der ersten Woche

Team Runden
1. Mercedes 557
2. Ferrari 468
3. Sauber 349
4. HaasF1 343
5. Red Bull 297
6. Renault 293
7. Force India 277
8. Williams 218
9. McLaren 208
10. Toro Rosso 183
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