Sparpläne

Berger sieht rot

Foto: Daniel Reinhard 44 Bilder

In Monte Carlo gibt der neue Toro Rosso sein GP-Debüt. Für Sebastian Vettel beginnt die neue Ära mit einer bitteren Pille. Da mit dem neuen Auto auch ein neues Getriebe zum Einsatz kommt, gilt das als unerlaubter Getriebewechsel und wird mit der Versetzung um fünf Startplätze bestraft.

"Monte Carlo ist der letzte Ort, wo du dir so eine Strafe wünschst", fühlt Teambesitzer Gerhard Berger mit Vettel mit. Nirgendwo sonst ist der Startplatz so wichtig wie im Fürstentum. Trotz der vielversprechenden Testfahrten in Le Castellet unter der Woche ist Berger vorsichtig mit allzu optimistischen Prognosen. "Es ist das erste Rennen mit dem neuen Auto, und das auch noch auf einer der schwierigsten Strecken. Wir dürfen den Toro Rosso auch nicht mit dem aktuellen Red Bull vergleichen. Wir fahren einen Red Bull auf dem Stand von Melbourne." 

Zwei Rennen Lernphase

Der RB4 des A-Teams wurde mittlerweile in zwei Ausbaustufen massiv weiterentwickelt. Berger glaubt, dass die Saison für sein Team erst in Magny-Cours beginnt: "Bis dahin kennen wir unser Auto in- und auswendig. Die nächsten zwei Rennen in Monte Carlo und Montreal sind immer ein bisschen Lotterie. Es kann gut gehen, aber auch nicht." Die guten Ergebnisse von Red Bull dürfe man jedoch nicht als Maßstab nehmen, weil das Schwesterteam Toro Rosso immer in der Entwicklung hinterherhinken wird.

Trotzdem sieht Berger Land in Sicht: "Mark Webber fährt zur Zeit regelmäßig zwischen Platz sechs und acht. Wenn unsere Fahrer nur knapp dahinter sind, dann haben wir wieder Hoffnung auf Punkteplätze." Gegen Ende der Saison werde Toro Rosso den großen Teams dann sogar noch näher rücken. "Die sind dann alle schon voll mit der Entwicklung der 2009er Autos beschäftigt. Das heißt, dass die aktuellen Fahrzeuge auf einem bestimmten Stand stehenbleiben werden." 

Kein großer Spareffekt

In der augenblicklichen Diskussion um Kostensparen und die Chancen der Privatteams sieht Berger rot. Er ist ein Befürworter des Plans von Max Mosley, die Budgets zu begrenzen. Nach ersten Plänen sollte die Grenze schrittweise von 150 auf 130 und 110 Millionen Euro herabgesetzt werden. Einige Hersteller plädieren jedoch dafür, erst einmal mit einem Limit von 175 Million Euro pro Jahr zu beginnen. "Das ist doch Wahnsinn", schimpft Berger. "Wo bleibt denn da der Spareffekt? In den 175 Millionen sind weder Fahrergehälter noch Motorenkosten enthalten. Das heißt, dass die Hersteller gar nichts sparen wollen. Ein Privatteam kann sich diese Summen nie und nimmer leisten."

Der Ex-Formel 1-Pilot fordert viel drastischere Einschnitte: "Die GP2-Teams geben zwischen drei und fünf Millionen Euro pro Jahr aus und bieten tollen Motorsport. Muss es in der Formel 1 das Hundertfache sein? Wenn wir die Grenze bei 60 Millionen Euro einpendeln, hätten wir immer noch genügend Technik an Bord und um keinen Deut schlechtere Rennen."

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