Spionage-Affäre

McLaren unter Druck

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McLaren-Mercedes könnte vor dem Sportgericht im Titelrennen entscheidend ausgebremst werden. Nach italienischen Medienberichten soll nicht nur McLaren Manager Jonathan Neale gewusst haben, dass der ehemalige Chefdesigner Mike Coughlan im Besitz der 780 Seiten Ferrari Interna war.

"Ich habe es McLaren gezeigt, nicht nur Jonathan Neale, sondern auch anderen", soll Coughlan laut "La Repubblica" Ferrari versichert haben. Der Techniker, der die Dokumente vom suspendierten und unter Spionage- und Sabotageverdacht stehenden Ex-Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney bekommen haben soll, hatte sich mit Ferrari am Mittwoch kurz vor der Anhörung am Londoner High Court außergerichtlich geeinigt.

Ferrari-Anwalt Massimiliano Maestretti erklärte, dass das Team Beweise habe, dass auch im Mai, also später als zum von McLaren erklärten Zeitpunkt, noch Informationen weiter gegeben worden sein sollen. McLaren-Mercedes hatte in seiner Presseerklärung aber mitgeteilt, dass die Dokumente Ende April weitergeleitet worden seien. Ex-Silberpfeil-Pilot David Coulthard verteidigte seinen ehemaligen Arbeitgeber und lobte dessen hohe Integrität. Allerdings befürchtet der derzeitige Red-Bull-Pilot einen "lang anhaltenden Schaden" für die Glaubwürdigkeit der Formel 1.

Düngemittel im Tank

Unterdessen droht Stepney eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren wegen Sabotage und möglicher Industriespionage. Dies berichtete die "Gazzetta dello Sport". Bei dem Pulver, das Stepney beim Monaco- Rennen in die Ferrari-Tanks geschüttet haben soll, soll es sich um ein Kilogramm Düngemittel gehandelt haben.

Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Modena. Bislang sei nichts Relevantes gefunden worden, erklärte Salvatore Calabrese von der Polizei. Derzeit sei Stepney der Einzige gegen den ermittelt werde. Allerdings hat laut "Gazzetta dello Sport" Stepney gar nicht mehr den Schlüssel für all die Informationen gehabt.

Wer wusste bei McLaren bescheid?

Wem Coughlan bei McLaren unterdessen anvertraute, im Besitz der Unterlagenzu sein, die auch Telemetriedaten der Rennen des vergangenen Jahres enthalten sollen, wurde nicht bekannt. Alle Angesprochenen sollen sich von den Dokumenten selbst distanziert und ihn aufgefordert haben, diese zu vernichten. Teamchef Ron Dennis erklärte bislang immer, dass der Rennstall von den Unterlagen nichts gewusst habe.

Doch genau darum und damit um einen möglichen Verstoß gegen den Sport-Code geht es am 26. Juli in Paris vor dem FIA-Weltrat. Allein das Wissen um die Papiere bedeutet einen Regelverstoß und könnte mit einem Punktabzug bestraft werden. "Lewis Hamiltons Titelkampf könnte vor Gericht zum Stillstand kommen", befürchtete bereits die britische Zeitung "The  Telegraph". "Die Spionage-Anklage könnte das Ende der Straße für Hamiltons Titelkampf bedeuten", hieß es auf der Internetseite der renommierten englischen "Sunday Times".

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