Spionage-Affäre

Stepney mit Gegenangriff

Foto: Ferrari

In der Spionage-Affäre in der Formel 1 will der beschuldigte ehemalige Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney angeblich mit Hilfe eines Privatdetektivs seine Komplott-Theorie beweisen. Dies berichtete die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" am Dienstag (24.7.).

Die Detektei soll Büros in England und in Deutschland unterhalten. Zudem wolle Stepneys Anwältin Sonia Bartolini Anzeige gegen unbekannt stellen, nachdem ihr Mandant nach seiner Rückkehr nach Italien von einer Philippinen-Reise verfolgt worden sei.

Stepney wird vorgeworfen, geheime Unterlagen der Scuderia an den ehemaligen Chefdesigner von McLaren-Mercedes, Mike Coughlan, weiter gegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft in Modena ermittelt gegen den ehemaligen Ferrari-Mitarbeiter, der auch noch eines Sabotage-Versuchs vor dem Großen Preis von Monaco bezichtigt wird. Stepney drohen bis zu vier Jahre Haft. "Ich bin absolut gelassen", erklärte der Brite der "Gazzetta", deren Reporter er nach Angaben des Blattes sogar in sein Haus ließ, bevor er erneut in einen Urlaub aufbrechen wollte.

Ganz so gelassen kann Ferrari-Rivale McLaren-Mercedes nicht sein. Dassowohl in der Konstrukteurs- als auch in der Fahrerwertung mit LewisHamilton (England/70 Punkte) und Weltmeister Fernando Alonso(Spanien/68) jeweils vor Ferrari liegende Team steht vor einemmöglicherweise die WM entscheidenden Urteil.

FIA-Urteil steht kurz bevor

Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA wird an diesem Donnerstag in Paris über den Spionage-Fall verhandeln. Von Geldstrafen bis zum Punktabzug für McLaren-Mercedes reicht der Strafenkatalog, ein Ausschluss aus der laufenden WM ist indes so gut wie ausgeschlossen.

Sechs Tage vor der Verhandlung in Paris übermittelte der britisch-deutsche Rennstall der FIA bereits Akten zur Aufklärung des seit Wochen die Formel 1 überschattenden Falls. Knackpunkt könnten die angeblichen Aussagen von Coughlan in dessen Eidesstattlicher Erklärung sein. Diese hatte der nach dem Bekanntwerden der Affäre suspendierte McLaren-Mitarbeiter der Scuderia Ferrari gegenüber abgegeben.

Darin soll Coughlan laut italienischen und britischen Medienberichten behaupten, dass er auch andere Teammitglieder von McLaren-Mercedes über den Besitz der geheimen Ferrari-Unterlagen informiert habe. McLaren wies dies in mehreren Pressemitteilungen bislang mit Nachdruck zurück.

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