Lewis Hamilton - GP Italien 2021 xpb
Robert Kubica - Alfa Romeo - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021
Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021
Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021 42 Bilder

GP Italien 2021: Sprint-Pleite für Lewis Hamilton

Drei Niederlagen für den Weltmeister Hamilton verliert 16 Meter am Start

Der Sprint von Monza war aus Sicht von Mercedes und Lewis Hamilton die maximale Niederlage. Max Verstappen macht zwei Punkte gut und startet von der Pole Position. Hamilton geht leer aus und hat beim Start zum Rennen am Sonntag auch noch zwei McLaren vor sich.

Mercedes feierte in der Qualifikation am Freitag und im Sprintrennen am Samstag zwei überlegene Siege und kann sich trotzdem nicht freuen. Statt fünf Punkten nimmt der Titelverteidiger nur drei Zähler aus dem Mini-Grand Prix am Samstag mit. Und die landeten auch noch beim falschen Fahrer. Sprint-Sieger Valtteri Bottas wird das Hauptrennen wegen eines Motorwechsels aus der letzten Startreihe beginnen und darf froh sein, wenn er es von dort in die zweistelligen Punkteränge schafft.

Da mag sich manch einer Team gefragt haben, ob es so eine gute Idee war hier schon den vierten Motor auszupacken, statt ohne Strafe auf ein älteres Exemplar zu wechseln und den unvermeidlichen Schritt etwas später in der Saison zu tätigen. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Für Lewis Hamilton trat das ein, was gar nicht passieren durfte. Er schenkte auf einer Strecke, die Mercedes klar favorisiert, Punkte auf seinen WM-Gegner Max Verstappen her. Und es ist aus Sicht des Weltmeister zu befürchten, dass der Rückstand am Sonntag noch größer wird. Hamilton fürchtete im ersten Frust: "Wenn ich nicht schnell an den beiden McLaren vor mir vorbeikomme, wird das ein einfacher Sieg für Max."

Start - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021
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Schon kurz nach dem Start geriet der Sieg für Lewis Hamilton außer Reichweite.

Überhol-Delta bei 1,2 Sekunden

Mit zwei Autos in der ersten Startreihe hielt Mercedes klar die besten Karten für den Sprint in der Hand. Doch nach 458 Metern war der eine der beiden Silberpfeile nur noch Fünfter. Hamilton hatte einen miserablen Start erwischt. Er traf den Punkt nicht genau, an dem die Kupplung den optimalen Kraftschluss gibt. "Dann haben die Hinterräder nur noch durchgedreht", klagte Hamilton. Bis zum Bremspunkt verlor der Weltmeister 16 Meter auf Bottas.

Es hätte auch nicht geholfen, wenn Mercedes wie McLaren auf den weichen Reifen gestartet wäre. Der Grip-Vorteil der Soft-Gummis wäre bei zu viel Schlupf auch verpufft. "Ich habe die Kupplung zwei Millimeter zu früh kommen lassen", gab der Champion zu. Teamchef Toto Wolff verteidigte seinen Starpiloten: "Solche Starts können passieren. Der Grat zwischen Hero und zero ist extrem schmal."

Genauso frustrierend wie der Sprint in die erste Kurve waren die 18 Runden danach. Hamilton biss sich an den McLaren die Zähne aus. Er hätte deutlich schneller als Norris und Ricciardo fahren können, hatte aber nicht eine echte Überholchance. "Die McLaren hatten den besseren Top-Speed." Das Überhol-Delta liegt in Monza bei 1,2 Sekunden. Das war im Q1 am Freitag die Spanne zwischen Platz 1 und 15.

Man darf sich bei Monza nicht vom Streckenlayout täuschen lassen. Die Autos sind mit so wenig Abtrieb unterwegs, dass man in den Kurven kaum folgen kann. Die Turbulenzen sind noch in einem Abstand von 300 Metern spürbar. Hamilton hätte einmal fast seinen Mercedes in der ersten Lesmo-Kurve verloren, als er ein bisschen zu dicht auf Lando Norris aufgeschlossen hatte.

Verstappen & Bottas - Formel 1 - Monza - GP Italien - 11. September 2021
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Bottas kann Verstappen am Sonntag keine Punkte mehr abnehmen.

Das Ziel: Schnell an den McLaren vorbei

Das Überholproblem wird den Titelverteidiger auch am Sonntag verfolgen. Auch wenn ihm die im Vergleich zu McLaren geringere Reifenabnutzung in den letzten Runden vor dem Boxenstopp einen Joker in die Hände spielen könnte. Doch bis es soweit ist, wird Verstappen schon am Horizont verschwunden sein.

Da hätte sich Hamilton die Hilfe von Bottas gewünscht, doch der hat am anderen Ende des Feldes ein noch größeres Problem. "Ich weiß, dass ich ein schnelles Auto habe. Aber das hilft nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn sich ein DRS-Zug bildet, wird das Überholen doppelt schwer."

Die Ingenieure und Strategen richten sich schon auf alternative Strategien ein. "Wir werden Verstappen den Sieg nicht schenken und müssen deshalb sicherstellen, dass uns mit den McLaren nicht das gleiche passiert wie heute. Deshalb müssen wir verhindern, dass wir im ersten Stint zu weit zurückfallen", gibt sich Chefingenieur Andrew Shovlin kämpferisch.

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Italien - Monza - 10. September 2021
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Kann Mercedes Hamilton mit einer guten Strategie nach vorne lotsen?

Mercedes will kämpfen

Nach 18 Runden hatte Hamilton einen Rückstand von 18 Sekunden auf seinen WM-Gegner. Das würde er auch bei freier Fahrt im zweiten Stint nicht gutmachen, selbst wenn Verstappen warnt: "Ich werde ein gutes Polster brauchen. Wir wissen, dass die Mercedes hier schneller sind als wir."

Die Konstellation Verstappen auf der Pole Position und Hamilton hinter zwei McLaren gefangen wirft die Frage auf, ob Mercedes nicht gleich die Kröte schlucken und seinem Starpiloten den vierten Motor samt Strafe geben soll.

"Nach meinen Informationen ist das nicht auf dem Plan. Ich glaube auch nicht, dass es die schlaueste Lösung wäre es jetzt schon zu tun. Ich habe noch zwei gesunde Motoren im Pool", meinte Hamilton. Toto Wolff will nichts hundertprozentig ausschließen, pflichtete seinem Fahrer aber bei: "Ich halte es hier nicht für die beste Option."

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