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Jenson Button früh beim Reifenwechsel

Versteckte Stallregie bei McLaren?

Ferrari steht nach der Stallregie von Hockenheim im Mittelpunkt der Kritik. Doch wer den GP Deutschland genau analysiert, bekommt den Eindruck, dass auch McLaren zugunsten von Lewis Hamilton Schicksal spielte. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh bestreitet das.

Lewis Hamilton besserte seine Trainingsniederlage gegen Jenson Button in der ersten Kurve gleich wieder aus. Auf weichen Reifen war der Weltmeister von 2008 schneller als Button. In Runde 13 lagen fünf Sekunden zwischen den beiden McLaren-Piloten. Eine Runde später ging Hamilton zum Reifenwechsel an die Box.

Button vergrößert Vorsprung auf Hamilton stetig

Im nächsten Umlauf hatte Button 13,3 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Obwohl Hamilton zunächst von dem frischen Reifensatz der harten Mischung profitierte, konnte Button den Vorsprung bis Runde 21 auf 14,9 Sekunden vergrößern (siehe Tabelle unten).

Mark Webber lag zu diesem Zeitpunkt 18,0 Sekunden zurück. Er war der Fixpunkt der McLaren-Strategen. Der Australier hatte vor seinem Reifenwechsel noch vor Button gelegen. An dem wollte McLaren seinen Fahrer durch einen geschickt getimten Boxenstopp vorbeilotsen.

Button ohne Not früh an der Box

Obwohl Button an der Spitze trotz seiner abgefahrenen weichen Reifen immer noch ein beachtliches Tempo anschlug, holte McLaren den Titelverteidiger in Runde 22 an die Box. Das wirft Fragen auf. Buttons Rundenzeiten bewegten sich zwischen 1.19,1 und 1.19,5 Minuten. Hamilton war pro Runde um 0,1 bis 0,3 Sekunden langsamer. Webber verlor pro Runde sogar eine halbe Sekunde auf den McLaren. Noch zeichnete sich für Button kein negativer Trend ab.

Um vor Webber zu bleiben hätte ein Vorsprung von 17 Sekunden ausgereicht. Den hatte Button schon längst in der Tasche. Das gleiche Polster hätte ausgereicht, um auch noch an Hamilton vorbeizuziehen. Auf diese Vorgabe fehlten Button in Runde 21 nur noch 2,1 Sekunden. Also machbar. Und wenn sich bei Button plötzlich eine negative Entwicklung der Rundenzeiten abgezeichnet hätte, wäre immer noch Zeit gewesen, ihn sofort an die Boxen zu beordern.

Whitmarsh bestreitet Stallregie bei McLaren

Da stellte sich die Frage, ob McLaren kein Interesse daran hatte, Button an Hamilton vorbeizubringen. Hamilton ist der in der WM-Wertung besser platzierte Mann. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh bestreitet das: "Jensons Gegner hieß Webber. Seine Rundenzeiten begannen zu stagnieren, während Lewis gezeigt hat, dass es mit den harten Reifen etwas schneller ging, sobald sie eingefahren waren. Außerdem war für Button Verkehr in Sicht. Da hätte er möglicherweise Zeit liegengelassen."

Gleiches trifft allerdings auf Hamilton zu. Während auf Spitzenreiter Button die Überrundung von Adrian Sutil wartete, lief Hamilton auf den Virgin von Timo Glock auf. Kritische Stimmen meinten nach dem Grand Prix: "Auch McLaren steuert seine Fahrer, sie machen es nur viel geschickter als Ferrari."

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