Kimi Räikkönen - GP Österreich 2018 sutton-images.com
Start - GP Österreich 2018
Max Verstappen - GP Österreich 2018
Max Verstappen - GP Österreich 2018
Max Verstappen - GP Österreich 2018
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Keine Stallregie bei Ferrari

Mercedes hätte auch nicht getauscht

Ferrari überraschte die Experten. Kimi Räikkönen durfte vor Sebastian Vettels ins Ziel fahren. Damit hat man möglicherweise drei Punkte im Titelkampf hergeschenkt. Mercedes hat für Ferrari Verständnis, Red Bull nicht.

Ab der 39. Runde des GP Österreich fuhren die zwei Ferrari im Formationsflug. Nur in der falschen Reihenfolge. Vorne Kimi Räikkönen, dahinter Sebastian Vettel. Für die nächsten 32 Runden diskutierte die Formel-1-Gemeinde, wann wohl Ferrari den Befehl zum Platztausch geben würde. Nichts passierte. Was man Ferrari hoch anrechnen muss.

Es war ein sportlich faire Entscheidung. Räikkönen fuhr ein gutes Rennen. Er lag von Anfang bis Ende vor seinem Teamkollegen. Der Finne war die Speerspitze bei der Aufholjagd gegen Max Verstappen. Er verkürzte den Rückstand von 7,3 auf 1,5 Sekunden. Und er markierte die schnellste Runde des Rennens.

Der Speed der beiden Ferrari-Piloten war relativ ausgeglichen. Zieht man die Startrunde ab, dann gewann Vettel den direkten Rundenvergleich 40:30. Es wäre ein bisschen zu dick aufgetragen gewesen, Räikkönen noch den 2. Platz zu stehlen. So untergräbt man nur die Moral des benachteiligten Piloten. Und betrügt die Zuschauer.

Ferrari hätte einen Tausch nur in der letzten Kurve der letzten Runde vollziehen können, um sich nicht um die minimale Siegchance zu bringen, die man noch hatte. Damit aber hat Ferrari schlechte Erfahrungen gemacht. Gerade in Österreich. 2001 und 2002 lotste der damalige Ferrari-Teamchef Jean Todt noch in letzter Sekunde Michael Schumacher an Rubens Barrichello vorbei. Das Pfeifkonzert der Zuschauer und der Aufschrei der Fans damals klingen uns heute noch in den Ohren.

Stallregie gefährdet den Teamfrieden

So war Verstappen die beste Garantie für Räikkönen, dass ihm Stallregie erspart blieb. Trotzdem wird man vielleicht einmal den drei Punkten nachtrauern, die Vettel dadurch verloren gingen. Doch das muss ein Team verkraften. Mercedes hat letztes Jahr das gleiche mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas beim GP Ungarn gemacht. Der Respekt bei den Fans überwog die Kritik derer, die Stallregie für ein probates Mittel zur Gewinnmaximierung im Rennsport betrachten.

Valtteri Bottas - GP Österreich 2018
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Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte sich deshalb auf die Seite von Ferrari. „Wir hätten es genauso gemacht. Du kannst so früh in der Saison nicht einem deiner beiden Fahrer zeigen, dass er nur die Nummer 2 ist. Das ist zu brutal und hat Konsequenzen auf den Teamfrieden.“ Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko dagegen spielte den harten Hund: „Wir hätten es in einer vergleichbaren Situation gemacht. Ich glaube aber nicht, dass Kimi überhaupt noch zugehört hätte.“

Marko nahm auf die sich verdichtenden Gerüchte Bezug, wonach Räikkönen nun endlich auf der Abschussliste steht und für Ferrari-Junior Charles Leclerc Platz machen muss, weshalb er sich auch nicht mehr an Befehle vom Kommandostand halten müsse. Einige spekulierten sogar, dass schon nach der Sommerpause ein Platztausch stattfinden würde. Was natürlich Unsinn wäre. Das wäre ein Anschlag auf die Stabilität im Team und würde die Titeljagd gefährden.

2019 ist ein anderes Thema. Obwohl die Leclerc-Beförderung entgegen von Presseberichten noch nicht durch ist. Räikkönen kommt exakt wieder zu dem Zeitpunkt in Form, an dem er angeblich auf der Kippe steht. Und Leclerc-Manager Nicolas Todt lässt sich immer noch regelmäßig bei HaasF1 blicken, was er nicht tun würde, wenn bereits alles entschieden wäre. Es ist für seinen Schützling immer noch ein zweites Ausbildungsjahr bei dem US-Rennstall denkbar.

Stallregie bei Force India und Sauber

Leclerc & Ericsson - GP Österreich 2018
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Bei Sauber wurden kurz vor Schluss noch einmal die Plätze getauscht.

Ferrari verzichtete auf Stallregie. Force India und Sauber haben sie praktiziert. Beide Teams winkten in der Schlussphase den jeweils schlechter platzierten Fahrer vorbei. Sergio Perez und Marcus Ericsson hatten vorher am Funk klargemacht, dass sie schneller fahren könnten als ihr Teamkollege.

Perez sollte Kevin Magnussen auf Platz 5 angreifen, Ericsson den McLaren von Fernando Alonso, der kurz zuvor noch beide Sauber überholt hatte. Weil beide Versuche fehlschlugen, wurde die Reihenfolge in der letzten Runde wieder zurück auf den alten Stand getauscht.

Während sich Ocon darauf verließ, dass Perez nach der Standpauke im Vorjahr sich an die Regel halten würde, jammerte Leclerc am Funk, dass er sich benachteiligt fühlt. Erst als Ericsson den Platz wieder hergab, entschuldigte sich der Monegasse beim Team und dem Teamkollegen für sein Misstrauen.

Was sagen Sie zu der Entscheidung von Ferrari, nicht in das Rennen einzugreifen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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