Sebastian Vettel - Charles Leclerc - Ferrari - GP Japan 2019 - Suzuka Motorsport Images
Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 10. Oktober 2019
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Stallregie-Ärger bei Ferrari

Sotschi-Streit offiziell beigelegt

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat sich seine Fahrer nach dem Streit in Sotschi zur Brust genommen. Danach hat sich die Tonlage bei der Scuderia geändert. Charles Leclerc spricht von einem Missverständnis. Sebastian Vettel räumt Fehler ein.

Bei Ferrari hatte man knapp zwei Wochen Zeit, die ärgerliche Niederlage von Russland zu analysieren und den offen über Funk ausgetragenen Streit der beiden Piloten beizulegen. Was die Technik angeht, war die Aufgabe einfach. Wie die Ingenieure erklärten, wurde der Ausfall von Sebastian Vettels MGU-K durch eine überhitze Steuereinheit verursacht.

„Wir haben entsprechende Maßnahmen vorgenommen, damit es nicht wieder passiert“, erklärte der vorzeitig gestrandete Pilot zuversichtlich. Die gegrillte Steuereinheit kann nicht noch einmal verwendet werden und muss für das Rennen in Japan ausgetauscht werden. Allerdings hat Vettel noch ein funktionierendes Exemplar im Pool, so dass momentan keine Startplatzstrafe droht.

Schwieriger als die Technik-Analyse war für Binotto die Aufgabe, seine beiden Fahrer wieder auf Linie zu bringen. Durch die Funksprüche der Piloten während des Sotschi-Rennens wurde klar, dass es vor dem Start eine Absprache gegeben hatte. Vettel erhielt von seinem Ingenieur den Befehl, die Position mit dem Teamkollegen zu tauschen. Doch der Heppenheimer kam der Aufforderung nicht nach.

Ferrari - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 10. Oktober 2019
ams
Ferrari will in Suzuka die guten Leistungen der letzten Wochen bestätigen.

Vettel hätte auf Befehl hören sollen

„Für uns als Team hätte das Rennen in Sotschi natürlich besser verlaufen können“, erklärte der deutsche Pilot rückblickend. Zur Aufklärung, wie genau die internen Absprachen lauteten, wollte Vettel aber auch knapp zwei Wochen nach Sotschi nichts beitragen. „Ich möchte das nicht erklären. Der Zug ist abgefahren. Ich will nicht noch einmal zurückschauen.“

Allerdings räumte der vierfache Weltmeister eigene Fehler ein: „Egal was es für Absprachen gab und wer jetzt Recht hatte oder nicht: Ich habe im Rennen den Bescheid über Funk bekommen, den Platz zu tauschen, und habe mich nicht dran gehalten. Das war mit Sicherheit nicht richtig.“

Im Ferrari-Lager zeigte man sich bemüht, das Feuer so schnell wie möglich im Keim zu ersticken, bevor es zu größerem PR-Schaden kommt. Beide Piloten wurden von Binotto zum Rapport gerufen. „Es gab ein Gespräch“, berichtete Vettel. „Aber es gab auch andere Gespräche. Wir reden natürlich immer miteinander. Ich würde da nicht so einen Wind machen um die Geschichte.“

Auch Leclercs Tonlage hat sich im Vergleich zu seinen Funksprüchen etwas geändert: „Da gab es im Auto ein Missverständnis. Wir haben darüber gesprochen. Und jetzt ist alles klar. Natürlich hat das von außen nach einer großen Sache ausgesehen, aber das war es definitiv nicht. Jetzt ist alles gut.“

Kein Krach zwischen Ferrari-Piloten

Vettel dementierte auch, dass zwischen den beiden Piloten eine besondere Rivalität herrsche: „Das Verhältnis ist so, wie es schon das ganze Jahr war. Natürlich schenkt man sich auf der Strecke keinen Zentimeter und möchte den anderen schlagen, aber das liegt nicht am besonderen Verhältnis zwischen ihm und mir. Das kenne ich so auch schon aus den letzten Jahren. Natürlich hat es immer Priorität als Team zusammenzuarbeiten. Das hätte in manchen Fällen besser klappen können. Darüber haben wir gesprochen. Und jetzt wollen wir es in Zukunft besser machen.“

Die Eskalation des Streits in Russland habe auch nichts damit zu tun, dass Vettel zuletzt im Qualifying regelmäßig den Kürzeren zog. „Natürlich bin ich nicht happy, wenn ich langsamer bin – egal ob im Rennen oder im Qualifying. Dieses Jahr ist es einfach so, dass ich etwas Probleme mit dem Auto habe, die dafür sorgen, dass ich nicht immer das Maximum rausholen kann“, erklärte der 32-Jährige selbstkritisch.

Laut Vettel kann ein starker Teamkollege in dieser Situation aber auch helfen, die eigenen Probleme zu lösen: „Für mich geht es darum, zu zeigen, was in mir steckt. Es ist also zuerst ein Kampf gegen einen selbst und weniger gegen den Teamkollegen. Charles ist aber auf jeden Fall eine gute Referenz. Das ist gut, wenn man selbst nicht ganz in der Lage ist, das Beste aus dem Auto rauszuholen. Das kann einem selbst dann auch weiterhelfen.“

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