Ferrari - Formel 1 - GP China 2019 Jerry André

Stallregie-Diskussion bei Ferrari

"Rummel nicht zu kontrollieren"

Ferrari versucht die Stallregie-Entscheidung von Shanghai kleinzureden. Innerhalb des Teams habe es nach dem angeordneten Platztausch zwischen Vettel und Leclerc keinen Streit gegeben.

Sebastian Vettel war in seiner Formel-1-Karriere nie ein großer Freund von Stallregie. Sein ehemaliger Teamkollege Mark Webber kann bekanntlich einige Geschichten über die Kooperationsbereitschaft des Heppenheimers in den gemeinsamen Red-Bull-Jahren erzählen. Doch offenbar hat sich die Haltung von Vettel zu dem heiklen Thema etwas geändert.

„Es ist normal, dass in dieser Sache jeder eine andere Meinung hat und ich verstehe auch, dass es heiß diskutiert wird. Wir haben aus Teamsicht einfach versucht, das Maximum für uns herauszuholen und Mercedes unter Druck zu setzen“, verteidigte der Ferrari-Pilot die viel diskutierte China-Strategie vor dem Großen Preis von Aserbaidschan.

Boxentafel - Hamilton - GP Aserbaidschan 2018
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Gute Gründe für Ferrari-Stallregie

Laut Vettel lag der Eingriff der Ferrari-Taktiker in Runde 11 auf der Hand: „Ich hatte das Gefühl, dass ich im ersten Stint schneller fahren konnte. Leider ist es uns nicht gelungen, die Mercedes zu jagen. Sie sind am Ende auf den Plätzen eins und zwei ins Ziel gefahren, aber zu dem Zeitpunkt gab es gute Gründe für unsere Entscheidung.“

Die Kritik in den Medien lässt Vettel völlig kalt: „Natürlich ist es hinterher einfach zu sagen, dass wir das Ziel nicht erreicht haben. Nach dem Rennen glaubt das ganze Fahrerlager, am Kommandostand sitzen zu können. Doch während des Rennens sieht die Sache nunmal etwas anders aus.“

Leclerc will Befehle weiter befolgen

Charles Leclerc, der in diesem Fall der Leidtragende war, feuerte während des Rennens schon ein paar deftige Funksprüche ab. Mit ein paar Tagen Abstand schlug der Neuling im Team dann sanftere Töne an: „Als Fahrer bist du natürlich frustriert, wenn der Befehl kommt, dass du deinen Teamkollegen vorbeilassen sollst. Aber an der Boxenmauer haben sie einen besseren Überblick. Das muss ich akzeptieren. Was auch immer sie mir sagen, ich werde es tun. Bis zu einem bestimmten Punkt.“

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019
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Sebastian Vettel lässt sich die gute Laune durch die Stallregie-Diskussionen nicht verderben.

Vettel sieht den Teamfrieden trotz der Stallregie-Taktik aktuell nicht in Gefahr: „Es ist mehr der Rummel außerhalb, den niemand kontrollieren kann. Es ist wichtig, dass er nicht nach innen dringt. Momentan habe ich den Eindruck, dass es auch noch nicht passiert ist.“

Doch sollte Vettel noch ein paar Mal den Vorzug erhalten, könnte die Stimmung schnell kippen. Viele befürchten, dass es zum Krieg zwischen dem Platzhirschen und dem erfahrenen Herausforderer kommt. Es gibt nur eine Chance für Leclerc, sich gegen Stallregie zu schützen: „Ich muss auf der Strecke zeigen, dass es keinen Sinn macht, mich zurückzupfeifen.“

Bilder GP Aserbaidschan 2019: Die ersten Fotos aus Baku

Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019
Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019 Racing Point - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019 Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019 Haas - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 25. April 2019 113 Bilder
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