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Standard-Motorkennfelder

Mercedes findet Software-Schlupfloch

Mercedes-Ingenieure haben ein Schlupfloch entdeckt, wie man die Programmierung der Standard-Elektronik der FIA umgehen und Auspuffgase bei geschlossenem Gaspedal produzieren könnte und haben den Weltverband gewarnt. Die FIA hat darauf reagiert und die Software umgeschrieben.

In den letzten Tagen lief die Gerüchteküche heiß. Durch den Blätterwald geisterte eine Meldung, wonach die FIA Renault und Mercedes ein Motorenprogramm verboten habe, das es wie im Vorjahr erlaubt, Auspuffgase auch im Schleppbetrieb des Motors zu produzieren. Ein Sturm im Wasserglas. Erstens: Bei den Testfahrten waren bislang alle mit legalen Einstellungen unterwegs. Zweitens: Keinem wurde irgendetwas verboten. Drittens: Renault war gar nicht beteiligt.

Mercedes gibt der FIA einen Tipp

Die Wahrheit sieht so aus. Mercedes-Ingenieure haben ein Schlupfloch entdeckt, wie man die FIA-Regeln austricksen könnte und das beim Weltverband angezeigt. Die FIA-Techniker haben die Bedenken von Mercedes überprüft und festgestellt, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gegeben hätte, Auspuffgase im Schleppbetrieb des Motors zu produzieren. Allerdings zu einem hohem Preis. Der Spritverbrauch wäre dramatisch gestiegen, schlimmer noch als letztes Jahr. Und der Eingriff hätte möglicherweise die Lebensdauer des Motors verkürzt.

Genau das wollte der Weltverband unterbinden, damit das Anblasen von Aerodynamikteilen eingeschränkt wird. Deshalb wurde die Software der Standardelektronik so umgeschrieben, dass Tricksen unmöglich sein sollte.

FIA passt Reglement an

FIA-Rennleiter Charlie Whiting erklärte zu dem Punkt: "Unser Ziel war es zu verhindern, dass der Motor Auspuffgase produziert, wenn der Fahrer vom Gas geht. Das wird über Einschränkungen bei der Zündung und der Einspritzung erreicht. All diese Restriktionen haben wir in die Standard-ECU einprogrammiert. Die ECU gibt den Motorleuten die Grenzen vor. Sie können die Kennfelder nicht außerhalb dieser Grenzen programmieren."

Zumindst glaubten das die FIA-Ingenieure. Die Standard-ECU erlaubte aber im so genannten Overrun, also der Phase des Gaswegnehmens, auf vier Zylindern das Gemisch zwischen 50 und 200 Prozent anzureichern. Mercedes-Techniker wiesen nach, dass es bei extremer Anfettung zu einer verspäteten Zündung kommen könnte.

Damit wären Auspuffgase produziert worden, ohne dass beim Motor Drehmoment ankommt. Die FIA hat mittlerweile auf die Warnung reagiert. Das Gemisch darf im Overrun nur noch zwischen 75 und 125 Prozent angereichert werden. "Damit sind wir auf der sicheren Seite", heißt es aus FIA-Kreisen.

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