Standardmotor

Nur ein Team will

Foto: Toyota F1

FIA-Präsident Max Mosley hat die Teams aufgeschreckt. Am 7. Oktober will der FIA-Weltrat in Paris über Sparmaßnahmen beraten. Bis dahin erwartet Mosley von den Teams konstruktive Vorschläge. Um die Diskussion anzuheizen hat er jüngst selbst eine Idee in Umlauf gebracht. Mosley kann sich Einheitsmotoren vorstellen.

Genauer gesagt: Spezifikationsmotoren. Die FIA definiert die Konstruktion eines Motors,d ie Hersteller können ihn dann nach diesen Vorgaben selbst bauen. Eigentlich hat die FIA den Einzug einer neuen Motorenformel für 2013 avisiert. Sollten die Hersteller zustimmen, könnte das bereits 2011 passieren. Erwartet werden 1,4 Liter-Turbomotoren mit vier oder sechs Zylindern.

In der neu gegründeten Teamvereinigung FOTA wurde der Vorschlag der Spezifikationsmotoren bereits lebhaft diskutiert. Bis jetzt findet der FIA-Präsident nur in Renault einen Fürsprecher. "Ist ja klar", spotten die anderen. "Renault hinkt mit seinem aktuellen Motor hinterher und will jetzt auf diesem Weg wieder Gleichheit schaffen." Honda-Teamchef Ross Brawn warnt: "Im Ernstfall könnten sich auch einige Privatteams dafür begeistern, je nachdem, bei welchem Hersteller sie einkaufen."Renault-Kunde Red Bull könnte ähnliche Interessen wie der Mutterkonzern haben. Force India dagegen ist mit seinen Ferrari-Triebwerken gut bedient. Warum etwas ändern?

Bei Regeländerungen mit einem Vorlauf von zwei Jahren reicht der FOTA eine Mehrheit von 70 Prozent zur Beschlussfähigkeit. Da frühestens 2011eine neue Motorenformel ausgerufen werden kann, Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist überzeugt, dass mindestens 70 Prozent gegen Standardmotoren sind. Nach Ansicht von Ross Brawn ist die Motorenfrage die erste große Prüfung der FOTA. "Wenn wir uns da auseinander dividieren lassen, dann ist unsere Vereinigung gleich wieder beerdigt.

"Viele Vertreter der FOTA glauben, dass Mosley genau das vorhat. Ihm kommt eine starken Einheit der Teams nicht gelegen. Deshalb finden in Singapur mehrere Treffen der Ingenieure und Teamchefs statt, um vor dem 7. Oktober auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und eigene Sparpläne vorzuschlagen. Die könnten so aussehen: Einheitsgetriebe von X-trac, Motorenlaufzeiten über drei bis vier Rennen, Aufhängungskomponenten aus Stahl, einheitliche Radträger und Bremsanlagen, der Einsatz eines Chassis über zwei Jahre.

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