Die Statistik spricht gegen Mercedes

Nur 13 Sieger von der Pole Position

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 23. Juli 2016 Foto: Wilhelm 81 Bilder

Mercedes startet wieder aus der ersten Startreihe. Business as usual, möchte man meinen. Prinzipiell spricht nichts gegen einen Doppelsieg. Außer der Statistik des GP Ungarn. Und der Mercedes-Kommandostand muss wieder zittern, dass seine Kampfhähne unfallfrei über die 70 Runden kommen.

Auch am Hungaroring gab sich Mercedes keine Blöße. Obwohl es bei einer chaotischen Qualifikation über 94 Minuten genügend Möglichkeiten gab, Fehler zu machen. Oder durch widrige Umstände bestraft zu werden. Beispiel Lewis Hamilton. Der Engländer stand mit seiner Sicherheitsrunde zu Beginn des Q3 auf dem zweiten Startplatz.

Hamilton vier Zehntel schneller

Den finalen Angriff auf die Pole Position verbaute ihm Fernando Alonso. Der McLaren-Pilot drehte sich in Kurve 9. Hamilton musste die Runde abbrechen. Nicht nur wegen der gelben Flaggen. „Fernando stand immer noch mitten auf der Straße.“ Hamilton glaubte zu diesem Zeitpunkt, dass die Zeitenjagd damit auch seine Gegner gelaufen war. Doch als Nico Rosberg an der Unfallstelle ankam, war der McLaren schon weg. Und die gelbe Flaggen kosteten ihn nur 0,12 Sekunden.

Hamilton konnte es natürlich nicht lassen, Richtung Rosberg zu sticheln. „Ich lag bereits vier Zehntel unter meiner eigenen Zeit. Das wäre locker die Pole Position geworden.“ Hamilton schien nicht beunruhigt, sich hinter seinem Teamkollegen anstellen zu müssen. Obwohl er weiß, dass auf der Strecke gegen einen gleichwertigen Gegner fast nichts zu machen ist. „Du musst eineinhalb Sekunden schneller sein, wenn du überholen willst.“

Erster Hamilton-Unfall in Ungarn seit GP2

Hamilton war mit sich und seiner Leistung zufrieden. Nach einem Unfall am Freitag hatte der Weltmeister viel Trainingszeit verloren. „Es war mein erster Unfall hier in Ungarn seit der GP2 in der Saison 2006. Das straft dich in Budapest besonders hart, weil die Strecke technisch anspruchsvoll ist.“ Deshalb war Hamilton froh, dass die Qualifikation auf nasser Piste begann. „Das hat die Uhren wieder auf Null gestellt. Bis zum Q3 hatte ich meinen Rhythmus wieder gefunden.“ Da stand dem WM-Zweiten das Glück bei. Hamilton rutschte als Zehnter gerade noch ins Top Ten-Finale. „Ich hatte mich auf meiner schnellsten Runde verbremst.“

Für Hamilton sprechen die Zahlen. Der Titelverteidiger hat schon vier Mal in Ungarn gewonnen. Obwohl Überholen auf dem Hungaroring ein Kunststück ist, kamen in 30 Jahren nur 13 Sieger von der Pole Position. „Irgendetwas passiert hier immer“, machen sich die Geschlagenen Mut.

Mercedes-Fahrer versprechen offenen Kampf

Nicht nur die Statistik spricht gegen eine klare Angelegenheit für Rosberg. Auch die knisternde Rivalität der beiden Mercedes-Fahrer. Natürlich wird am Mercedes-Kommandostand wieder gezittert, wenn Hamilton und Rosberg die erste Kurve anbremsen. „Das ist unser Schicksal“, lacht Teamchef Toto Wolff gequält. „Aber wir vertrauen unseren Fahrern. Hamilton und Rosberg versprechen im Gleichklang: “Es wird ein offener Kampf.„

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