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Haas - Halo-Test - Formel 1 - 2016
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Renault - Halo-Test - Formel 1 - 2016
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Stimmen zum Halo

„Was beschissen aussieht, ist beschissen“

Der Halo soll den Fahrern mehr Sicherheit bieten. Doch kaum hat die FIA die Einführung des Heiligenscheins bestätigt, mehren sich die kritischen Stimmen aus den Fahrerkreisen. Wir haben die Meinungen der Piloten gesammelt.

Bei einer ersten Umfrage, als der Halo noch in den Kinderschuhen steckte, da waren 21 von 22 Fahrern für den Cockpitschutz aus Titan. Bei der jüngsten Befragung der Piloten im Januar diesen Jahres schrieben 12 von 20 Fahrern FIA-Rennleiter Charlie Whiting zurück. Sieben davon lehnten den Halo ab, fünf waren dafür.

Seit einer Woche ist der Halo Gesetz. Seit es keinen Ausweg mehr gibt, haben sich die Meinungen noch einmal gedreht. Neun der zehn Teams sind dagegen. Und Ferrari-Chef Sergio Marchionne war auch nicht wirklich dafür, als Jean Todt den Teams bei der jüngsten Strategiesitzung die Gewissensfrage stellt. „Tu, was du tun musst. Du kannst den Halo durchsetzen, wenn du das für richtig hältst“, richtete Marchionne dem FIA-Präsidenten aus.

Die Fans des Halo

Die Nutznießer des Halo sollen die Fahrer sein. Doch im Kreis der Piloten sind die Meinungen gemischt. Nicht alle betrachten den Halo als Geschenk. Andere sind froh, dass der Motorsport wieder ein Stück sicherer geworden ist. Wir haben Stimmen gesammelt.

Sebastian Vettel: „Ich habe den Halo letztes Jahr in Abu Dhabi getestet. Man muss sich daran gewöhnen, aber gibt wenigstens keine Probleme mit der Sicht wie beim Shield. Ich bin kein Freund des Halo, aber irgendetwas muss sein. Wenn es etwas gibt, das den Kopf schützt, wäre es töricht, es zu ignorieren. Es gehört in unsere Zeit, dass immer einer haften muss. Was passiert, wenn etwas passiert? Wenn heute einer in eine Grube fällt, dann ist der schuld, der vergessen hat ein Warnschild aufzustellen und nicht der, der vielleicht geträumt hat und in die Grube gefallen ist. Unter dem Strich hilft der Halo, es sei denn es geht irgendetwas fürchterlich schief. Ich glaube, Justin Wilson hätte gerne einen Halo gehabt. Und jeder, der in seiner Lage gewesen wäre, auch. Es stimmt, dass der Halo nicht zu einem Formel 1-Auto passt, aber die Autos haben sich in der Geschichte immer stark verändert. Von der Optik her kannst nie allen gerecht werden.“

Fernando Alonso: „Die Sicherheit kommt zuerst. Wenn der Halo in den letzten 15 Jahren Leben gerettet hätte, dann müssen wir ihn akzeptieren. Ich kümmere mich nicht um die Ästhetik der Autos. Die Autos haben sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Die Nase wurden höher, die Cockpits auch. Hat es einen gestört? Wir können nicht immer an der Vergangenheit festhalten. Vor 50 Jahren gab es keine Sicherheitsgurte. Trotzdem haben wir sie. Der Halo ist der effizienteste Weg den Kopf zu schützen. Also muss er her. Ich hätte mich bei meinem Unfall in Melbourne wohler damit gefühlt.“

Sergio Perez: „Sicherheit steht an erster Stelle. Wenn wir den Halo vor 10 Jahren eingeführt hätte, hätten wir mindestens ein Leben gerettet. Das allein rechtfertigt die Einführung des Halo. Die Optik wird besser werden, weil die Teams am Halo arbeiten dürfen. Sie werden ihn besser aussehen lassen.“

Esteban Ocon: „Es ist nicht die praktischste und ästhetischste Lösung, aber es ist die beste, die wir haben. Alle Fahrer wollten mehr Sicherheit. Also dürfen wir uns nicht beschweren.“

Unentschieden

Lewis Hamilton: „Es ist eine Verbesserung für die Sicherheit, und das kann man nicht unter den Tisch kehren. Aber der Halo sieht nicht schön aus. Viel schlimmer: Es macht die Autos noch schwerer. Wir wollten doch eigentlich Gewicht verlieren. Vielleicht sollten mal in einem freien Training alle Autos mit Halo fahren, damit man sich ein Bild machen kann, wie es aussieht. Wenn es wirklich schlimm ist, sollte der Weg Richtung geschlossenes Cockpit gehen. Ich kann nur hoffen, dass die FIA den Halo auch bei den kleineren Klassen einführt. Die Leben der jungen Fahrer sind genauso schützenswert.“

Valtteri Bottas: „Ich mag die Autos so wie sie heute aussehen. Der Halo ist ein Fremdkörper, doch ich glaube, dass sich die Leute daran gewöhnen werden. Mich stört, dass die Autos wieder schwerer werden. Aber vielleicht kommen in Zukunft noch bessere Konzepte. Unter dem Strich ist der Halo ein guter Beitrag für mehr Sicherheit. Und er war von allen Konzepten die effizienteste Lösung.“

Pascal Wehrlein: „Vom Aussehen gefällt mir der Halo gar nicht. Der Shield war deutlich besser. Wenn der Halo aber die Sicherheit verbessert, ist er akzeptiert.“

Stoffel Vandoorne: „Optisch ist der Halo keine gute Lösung. Die FIA hat verschiedene Konzepte getestet und den Halo als beste empfunden. Das müssen wir akzeptieren.“

Die Gegner des Halo

Romain Grosjean: „Es war ein trauriger Tag für den Motorsport, als der Halo eingeführt wurde. Persönlich finde ich die Entscheidung schade. Sie ist überstürzt. Wir haben den Halo nie gefordert, nur einen besseren Cockpitschutz. Als Präsident der GPDA begrüße ich, dass sich die FIA um mehr Sicherheit kümmert. Und wir müssen es ihnen auch überlassen, in welche Richtung wir gehen. Aber der Halo hilft nicht in allen Unfallszenarios. Es gibt auch Fälle, die schlechter ausgehen können. Ich befürchte auch Probleme mit der Sicht. Beim Start werden nicht alle die Ampel sehen können. Ich hoffe immer noch auf eine bessere Lösung.“

Nico Hülkenberg: „Ich war nie ein Anhänger des Halo und bin es auch heute nicht. Aber ich werde trotzdem Formel 1-Fahrer bleiben. Es ist, wie es ist. Ich muss es akzeptieren. Warum ich dagegen bin? Die Autos sehen mit Halo nicht gut aus, und wir versichern uns gegen ein sehr kleines Risiko. Es wird so viel an den Autos verbessert, dass die Wahrscheinlichkeit von einem anderen Teil getroffen zu werden, immer geringer wird. Zum Beispiel befestigen sie die Räder immer besser. Ich sehe nicht die Notwendigkeit, ihn einzuführen. Beim Rennfahren bleibt immer ein gewisses Restrisiko. Es liegt an jedem Fahrer, das zu akzeptieren oder nicht.“

Max Verstappen: „Ich mag den Halo nicht. Die Räder werden immer besser befestigt, das virtuelle SafetyCar hat die Gelbphasen entschärft. Und bei Highspeed-Unfällen sehe ich nichts, was mit Halo besser ausgehen soll. Aber ich muss die Entscheidung akzeptieren, wie sie ist. Optisch ist es eine Bankrotterklärung. Ich mag schon nicht, wie die Autos im Stand aussehen. Und ich werde sie auch nicht mögen, wenn ich damit fahren muss.“

Kevin Magnussen: „Ich bin total dagegen. Der Halo ist der falsche Weg, die Sicherheit zu verbessern. In den letzten 30 Jahren wurde genug für die Sicherheit getan, und das war gut so. Aber man kann es auch zu weit treiben. Wenn Motorsport zu sicher wird, fehlt der Reiz. Wenn wir alle Leben schützen wollten, sollten wir vielleicht ein Tempolimit von 80 km/h einführen. Formel 1 ist Leidenschaft. Was beschissen aussieht, ist es auch beschissen. Ein Ferrari entfacht mehr Emotionen als ein Mazda, weil er besser aussieht.“

Daniil Kvyat: „Er verstößt gegen die DNA der Formel 1. Die Autos sind sicher genug. Wenn wir es nicht mehr verhindern können, macht es auch keinen Sinn zu warten.“

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Das verschandelt die Autos. Das ist keine Formel 1 mehr. Weg damit!
Beim Thema Sicherheit spielt der Look keine Rolle. Daran gewöhnt man sich.
Motorsport Aktuell George Russell - Halo-Test - Ungarn - 2017 Halo-Regeln erst im September Gewicht vor, Schwerpunkt hoch

Die F1-Ingenieure schwitzen.

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