Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen Wilhelm
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Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
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Stimmen zur Vettel-Strafe

Das sagen Wolff, Lauda und Marko

Sebastian Vettels Rammstoß gegen Lewis Hamilton hinter dem Safety Car bewegt die Gemüter. Während bei Ferrari Unverständnis herrscht, warum nicht beide Fahrer bestraft wurden, fanden viele bei Mercedes die Strafe zu milde.

Die Bandagen im Titelkampf werden härter. Vor und hinter den Kulissen. Mercedes verdächtigte Ferrari in den Qualifikationsrunden, Öl dem Benzin beizumischen. Bei Ferrari glaubt man, Mercedes habe seine Reifenprobleme dadurch gelöst, dass die hydraulische Aufhängung reaktiviert wurde. Seit dem GP Aserbaidschan fliegen auch auf der Rennstrecke die Fetzen.

Anlass ist die zweifache Kollision zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton hinter dem Safety Car. Zuerst rauschte Vettel dem Mercedes ins Heck. Was aus seiner Sicht wie ein Bremstest aussah, war in Wirklichkeit keiner. Die FIA bestätigte, dass Hamilton bei keinem der drei Re-Starts in dieser Passage gebremst hat und immer praktisch gleich schnell war.

Sebastian Vettel - Lewis Hamilton - GP Aserbaidschan 2017 - Baku
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Vettel ärgerte sich über den Auffahrunfall so, dass ihm die Hand ausrutschte und er seinem WM-Gegner in einer Art Erziehungsmaßnahme seitlich ins Auto fuhr. Das brachte ihm eine Zehnsekunden Stop-and-Go-Strafe ein. Es gab nicht wenige bei Mercedes, die eine Disqualifikation erwartet hätten. Bei Ferrari verstand man die Strafe nicht, und wenn schon, dann hätte Hamilton auch eine bekommen müssen. Vettel meinte zum Strafmaß: „Viel zu hoch. Wir haben beide den Preis mit Beschädigungen am Auto bezahlt. Wenn die Stewards eine Strafe verteilen, muss sie an uns beide gehen.“

Zuerst ein Fehler, dann ein Regelverstoß

Red Bull-Berater Helmut Marko hat als nicht ganz neutraler Beobachter seine eigene Sicht der Dinge: „Hamilton hat mit Vettel einen Bremstest gemacht, Vettel wurde sauer und hat sich revanchiert. Beide hätten bestraft gehört. Mercedes hat es dann auf seine Weise gemacht und die Nackenstütze nicht richtig befestigt. Das war ausgleichende Gerechtigkeit.“

Niki Lauda sieht es pragmatisch: „Das erste war ein Auffahrunfall. Da gilt wie im Straßenverkehr: Wer auffährt, ist schuld. Also Vettel. Das war ein Fehler. Dass er dann aber absichtlich dem Lewis ins Auto fährt, kann ich nicht verstehen. Es war nicht so, dass er Handzeichen gemacht hat und aus Versehen in unser Auto gerutscht ist. Er hat dort hingelenkt. Das hat ein Fahrer wie Vettel nicht nötig. Da entschuldigen ihn auch die verständlichen Emotionen nicht. Als vierfacher Weltmeister musst du dich so unter Kontrolle haben, dass dir das nicht passiert.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bemühte sich, die aufgebrachte Stimmung abzukühlen. „Jeder hat seine eigene Sichtweise auf diese Dinge. Ich kann mir nur vorstellen, dass Sebastian aufgrund der falschen Annahme, Lewis hätte ihn absichtlich einbremsen wollen, sich zu der Aktion hat hinreißen lassen. Ich will mir immer noch nicht vorstellen, das er sich dann mit purer Absicht revanchiert hat. Wäre es so, müsste er hart bestraft werden. Als vierfacher Weltmeister bist du auch ein Botschafter deines Sports.“

Wolff glaubt wie Lauda, dass Vettel in drei Tagen anders über die Aktion denkt wie in der Hitze des Gefechts oder direkt nach dem Rennen. „Ich finde, Lewis und Sebastian sollten miteinander sprechen, wenn sich die Gemüter abgekühlt haben“, schlägt Lauda vor. Hamilton sieht dazu wenig Grund. Wolff glaubt: „Seb wird in ein paar Tagen feststellen, dass seine Aktion nicht großartig war.“

Kein Schmusekurs zwischen Mercedes und Ferrari

In beiden Lagern schwingt die Angst mit, das WM-Duell könnte an Härte zulegen. „Es ist klar, dass zwei WM-Gegner nicht auf Schmusekurs fahren. Wir respektieren uns gegenseitig, aber auf der Rennstrecke sind wir Krieger. Wir machen keine Geschenke, und je weiter die Saison fortschreitet, umso mehr wird jeder von uns an seine eigenen Interessen denken“, beschreibt Wolff die Situation im Kampf um die WM-Krone.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene beklagte zwar die Ungerechtigkeit, dass sich an diesem Tag alles gegen Ferrari verschworen hätte, er hielt sich jedoch mit einer Bewertung der Strafe klug zurück: „Wir sprechen durch Aktionen auf der Strecke und nicht durch Worte.“ Auch Niki Lauda forderte keine härtere Bestrafung: „Die Sportkommissare haben mit ihrer Strafe bestätigt, dass Vettel etwas falsch gemacht hat. Über das Strafmaß kann man diskutieren, aber es bringt nichts, jetzt nachzukarten. Das Thema ist abgehakt.“ Auch Toto Wolff schließt das Kapitel ab. „Er hat seine Strafe bekommen und damit ist gut. Mein Kopf ist schon in Spielberg.“

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Der GP Aserbaidschan 2017 war ein Rennen voller Dramatik und Wendungen.

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